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Titelbild Windräder (Foto: WDG Photo/Shutterstock.com)

Wo dürfen Windenergieanlagen entstehen?

Das Land Baden-Württemberg treibt den Ausbau von Windenergie voran. Auch in Heidelberg könnten künftig Windenergieanlagen entstehen. Der Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim entwickelt dazu den notwendigen Flächennutzungsplan für seine 18 Mitgliedskommunen. Der Flächennutzungsplan ermöglicht es, Flächen festzulegen, auf denen Windenergieanlagen errichtet werden können - und damit gleichzeitig alle anderen Flächen davon freizuhalten.

Von den ursprünglich sieben möglichen Standorten auf Heidelberger Gemarkung sind nur noch zwei im Rennen: Drei Eichen und Kirchheimer Mühle. Dies hat der Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim bei seiner Verbandsversammlung am Freitag, 25. November 2016, beschlossen. Damit berücksichtigt der Nachbarschaftsverband bei seiner weiteren Planung den Heidelberger Wunsch, dass die Flächen rund um das Neckartal dauerhaft frei von Windenergieanlagen bleiben. Dies war sowohl das zentrale Ergebnis der Bürgerbeteiligung in Heidelberg als auch der Kernpunkt in der Stellungnahme des Heidelberger Gemeinderats vom 29. Juli 2016. Analog dazu schließt der Nachbarschaftsverband auf Wunsch der Gemeinden Hirschberg, Schriesheim und Dossenheim nicht nur die Höhenzüge rund um das Neckartal vom Bau von Windrädern aus, sondern die komplette erste Hangkante des Odenwalds. Auf Heidelberger Gemarkung waren neben Drei Eichen und Kirchheimer Mühle folgende Standorte geprüft worden: Grenzhof Ost, und die vier Waldstandorte Hoher Nistler, Weißer Stein Süd, Lammerskopf und Auerhahnkopf.
 
Damit werden die möglichen Flächen für Windenergie im Verbandsgebiet insgesamt um 264 Hektar reduziert. Die verbleibenden Flächen mit einer Größe von dann noch 326 Hektar sollen vertiefend untersucht werden. Dies geschieht mit Blick auf den Naturschutz, auf die Erschließbarkeit und auf das Landschaftsbild. Je nach Ergebnis dieser vertiefenden Untersuchungen können auch diese verbliebenen Flächen nach Anzahl und Zuschnitt noch weiter reduziert werden. Die abschließende Entscheidung fällt wieder die Verbandsversammlung. Diese besteht aus Vertretern aller 18 Mitgliedsgemeinden und ist das Beschlussorgan für den Flächennutzungsplan.
 
Heidelberg führt als einzige Kommune im gesamten Verband eine eigene Bürgerbeteiligung zur Standortfrage durch. In der Diskussion haben die Sichtbeziehungen von der Heidelberger Altstadt, dem Heidelberger Schloss und dem Neckartal zu möglichen Windrädern eine besondere Rolle gespielt. Die Stadt hatte als Untere Immissionsschutzbehörde, Untere Wasserbehörde, Untere Bodenschutzbehörde, Untere Naturschutzbehörde und Untere Forstbehörde Stellungnahmen abgegeben.

Potenzielle Flächen in Landschaftsschutzgebieten

Die verworfenen und noch möglichen Standorte für Windräder (Grafik: Peh und Schefcik)

Alle verbliebenen Flächen liegen im Bereich von Landschaftsschutzgebieten. Nach dem Windenergieerlass Baden-Württemberg sind Landschaftsschutzgebiete nicht als „Tabubereiche“ für Windenergie angesehen, sondern als „Prüfflächen“ behandelt. In Landschaftsschutzgebieten könnten Windräder also grundsätzlich erlaubt werden. Der Flächennutzungsplan muss deshalb auch die Landschaftsschutzgebiete als Standorte einplanen. Bevor tatsächlich Windräder gebaut werden dürfen, müssen in der Regel allerdings die jeweiligen Verordnungen geändert werden. Zuständig sind hierfür drei unterschiedliche Verordnungsgeber: die jeweiligen Unteren Naturschutzbehörden in Heidelberg, Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis.

So geht es weiter

  •  Der Nachbarschaftsverband kann erst nach der vertiefenden Prüfung entscheiden, welche Flächen Gegenstand des weiteren Verfahrens werden. 
  • Erst nach diesen Schritten kann der Planentwurf fertiggestellt werden.
  • Auf Basis dieses aktualisierten Planentwurfs folgt die zweite Runde der Beteiligung der Öffentlichkeit, der Gemeinden und der Behörden. 
  • Abschließend ist der Plan durch die Verbandsversammlung festzustellen und wird zur Genehmigung an das Regierungspräsidium Karlsruhe übergeben.
  • Mit Bekanntgabe der Genehmigung ist der Plan gültig.

Weitere Infos

Ergebnisse der Bürgerbeteiligung