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Mehr Sprachkurse für Menschen auf der Flucht

Marguerre-Spende macht’s möglich: Neues Sprachkurszentrum der VHS in Betrieb

Sprache als Schlüssel zur Integration: Kursleiterin Corina Szarka (2.v.r.) mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines Deutschkurses im neuen Sprachkurszentrum der Volkshochschule in der Alten Eppelheimer Straße 38/2. (Foto: Peter Dorn)
Sprache als Schlüssel zur Integration: Kursleiterin Corina Szarka (2.v.r.) mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines Deutschkurses im neuen Sprachkurszentrum der Volkshochschule in der Alten Eppelheimer Straße 38/2. (Foto: Peter Dorn)

Die Millionen-Spende von Wolfgang Marguerre macht es möglich: Ein neues Sprachkurszentrum der Volkshochschule (VHS) hat in der Alten Eppelheimer Straße seinen Betrieb aufgenommen. Mit Mitteln aus der Spende des Heidelberger Unternehmers konnten Stadt und Volkshochschule das Zusatzangebot für Menschen auf der Flucht realisieren. Durch das Zentrum können Flüchtlinge schneller an Sprach- und Alphabetisierungskursen teilnehmen. Zusätzlich sind individuelle Vertiefungsangebote in Kleinstgruppen und Qualifizierungskurse für Ehrenamtliche möglich.

„Das Engagement von Wolfgang Marguerre versetzt uns in die Lage, mehr und möglichst schnell Sprachkurse für Menschen auf der Flucht anzubieten. Für dieses großartige bürgerschaftliche Engagement sind wir sehr dankbar“, sagte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner bei der Vorstellung des Sprachkurszentrums am 21. November. Derzeit unterrichtet die VHS etwa 70 Flüchtlinge in 12 Sprachkursen in der Grundstufe, der Großteil kommt aus Syrien. In den fünf laufenden Alphabetisierungskursen nehmen fast 40 Menschen auf der Flucht teil. Durch das Sprachkurszentrum sind künftig pro Semester zehn Kurse mehr im Angebot.

„Sprache ist der Schlüssel für eine gelingende Integration“, betonte Sozialbürgermeister Dr. Joachim Gerner. Noch im vergangenen Jahr seien Themen wie Unterbringung und Versorgung zentrale Themen der Unterstützung für Flüchtlinge gewesen. Jetzt rücke der Spracherwerb immer mehr in den Mittelpunkt. „Heidelberg ist mit seinem Engagement für Sprachförderung im Vergleich zu anderen Kommunen ein gutes Stück voraus“, so Gerner.

Die 420 Quadratmeter Bürofläche, die die Stadt in der Eppelheimer Straße 38/2 auf fünf Jahre angemietet hat, ermöglichen eine Erweiterung des Sprachkursangebots für Menschen auf der Flucht und ergänzen die niedrigschwelligen Angebote vor Ort in den kommunalen Flüchtlingsunterkünften.
„Unsere Kurse sind so konzipiert, dass sie nicht ausschließlich von Flüchtlingen besucht werden, sondern auch von anderen Zugewanderten, beispielsweise aus den EU-Staaten. Das hat positive Auswirkungen auf den Lernerfolg und ist aus integrativen Gesichtspunkten von Vorteil“, sagt Silke Reck, Leiterin der VHS Heidelberg. 

Sprache als Schlüssel zur Integration: Kursleiterin Corina Szarka mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines Deutschkurses im neuen Sprachkurszentrum der Volkshochschule in der Alten Eppelheimer Straße 38/2. (Foto: Peter Dorn)

Das Sprachkurszentrum verfügt über fünf Unterrichtsräume. Da die Räume unterschiedlich groß sind, zwischen 20 und 70 Quadratmeter, werden dort zusätzlich zu den Sprachkursen personenbezogen Vertiefungsstunden in den kleineren Räumen angeboten. Die Räume sollen außerdem für die Qualifizierung von Ehrenamtlichen sowie künftige Netzwerktreffen der haupt- und ehrenamtlichen Akteure der Flüchtlingshilfe aus den Stadtteilen dienen. 

Die Marguerre-Spende ermöglicht nicht nur die Erweiterung des Raum- und Kursangebots. Sie ermöglicht auch die Finanzierung von Aufbau-Sprachkursen, die Flüchtlinge aus bestimmten Herkunftsländern sonst selbst zahlen müssten. Konkret: Für Flüchtlinge aus Eritrea, Iran, Irak, Somalia und Syrien zahlt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Kursteilnahme. Für Flüchtlinge aus anderen Ländern zahlt die Stadt. Für einen Folgekurs erhalten Flüchtlinge einen 100-Euro-Gutschein aus der Marguerre-Spende und müssen damit nur noch einen Eigenanteil von 32 Euro zahlen. 

Profitiert hat davon auch Giti Negah. Die 29-Jährige stammt aus Afghanistan, ist seit zwei Jahren in Deutschland und lebt derzeit in einer Gemeinschaftsunterkunft in Heideberg. Sie besucht die Sprachkurse der Volkshochschule. Die Stadt finanziert aus Spendenmitteln Gutscheine für diese Sprachkurse. „Die Kurse will ich nutzen, um eine Prüfung zu schaffen. Mein Ziel ist es, eine Ausbildung als Erzieherin zu machen“, sagt Negah. 

Insgesamt fließen mehr als 400.000 Euro der Marguerre-Spende in Projekte zum Spracherwerb. Neben dem Sprachkurszentrum sind das: 

  • das Sprachförderkonzept für Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse an Heidelberger Schulen; 
  • das Projekt „Singen macht Schule“ der Musik- und Singschule an Heidelberger Grundschulen;
  • Projekt „maker space & Spracherwerb“ am Deutsch-Amerikanischen Institut; 
  • Medienkisten zum Spracherwerb für städtische Flüchtlingsunterkünfte; 
  • Medien zum Deutscherwerb in der Stadtbücherei. 

„Mit den Sprachkursen an der VHS, den niedrigschwelligen Sprachkursen, die wir seit Jahren in unseren kommunalen Flüchtlingsunterkünften mit Hilfe von Ehrenamtlichen anbieten und weiteren Projekten wie beispielsweise die „Deutsch-Paten“ des Rotary Clubs Heidelberg Alte Brücke, die aus der Bürgerschaft heraus ehrenamtlich entstanden sind, gibt es in Heidelberg jetzt ein überdurchschnittlich gutes und vielfältiges Angebot im Bereich des Spracherwerbs“, bilanzierte Gerner.

Infos zum Thema Spracherwerb für Menschen auf der Flucht gibt das Amt für Soziales und Senioren der Stadt Heidelberg, Telefon 06221 58-37000.


Weitere Infos

www.heidelberg-fluechtlinge.de

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