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Neues Buch: „Die Amerikaner in Heidelberg“

Stadtarchiv veröffentlicht die Geschichte der US-Army in Heidelberg

Buchcover: Amerikanische Militärangehörige 1952 vor der Alten Brücke in Heidelberg (Foto: Stadtarchiv Heidelberg)
Buchcover: Amerikanische Militärangehörige 1952 vor der Alten Brücke in Heidelberg (Foto: Stadtarchiv Heidelberg)

Unter dem Titel „Amerikaner in Heidelberg – 1945 bis 2013“ hat das Stadtarchiv Heidelberg jetzt eine umfassende Darstellung der Geschichte der amerikanischen Garnison Heidelberg veröffentlicht. Das deutsch-amerikanische Autorenteam Prof. Dr. Christian Führer, Walter F. Elkins und Michael J. Montgomery beleuchtet darin neben der Militärgeschichte zahlreiche zivile Aspekte amerikanischen Lebens in Heidelberg – zum Beispiel die Wohnverhältnisse der Soldaten, das Schulwesen, religiöse Aktivitäten, soziale Einrichtungen oder das facettenreiche Kulturleben.

„Die vorliegende Schrift bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Amerikaner in Heidelberg. Neben dem informativen Textteil ist es gerade auch das umfangreiche Bildmaterial, das diesen Abschnitt Heidelberger Stadtgeschichte wieder lebendig werden lässt. Die hier stationierten Soldatinnen und Soldaten der US-Armee und der NATO haben den Charakter Heidelbergs seit den 1950er Jahren als internationale und weltoffene Stadt maßgeblich mitgeprägt“, sagte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner bei der Buchpräsentation am 22. September 2014 im Heidelberger Stadtarchiv, an der neben den drei Autoren Archivleiter Dr. Peter Blum und Verlagsleiter Reiner Schmidt auch einige Zeitzeugen der Army-Ära teilnahmen.

Wichtige Epoche der Heidelberger Stadtgeschichte​

Blick in den Lesesaal des Heidelberger Amerika-Hauses Ende der 1940er Jahre. In ihren Anfangsjahren bildete die Einrichtung einen wichtigen Bestandteil der amerikanischen Reeducation- und Reorientation-Maßnahmen in Heidelberg. (Foto: Stadtarchiv Heidelberg)
Blick in den Lesesaal des Heidelberger Amerika-Hauses Ende der 1940er Jahre. In ihren Anfangsjahren bildete die Einrichtung einen wichtigen Bestandteil der amerikanischen Reeducation- und Reorientation-Maßnahmen in Heidelberg (Foto: Stadt Heidelberg).

Fast 70 Jahre waren amerikanische Soldaten und ihre Familien in Heidelberg stationiert. Was in den Wirren der letzten Weltkriegswochen zunächst als Befreiung von Nationalsozialismus und Besatzung begonnen hatte, entwickelte sich zu einem konstruktiven und durchaus freundschaftlichen Miteinander, in dem sich stets auch die große Weltpolitik widerspiegelte.
 
Die Heidelberger Garnison der Amerikaner war stets ein Standort wichtiger Hauptquartiere, vor allem des europäischen Heereshauptquartiers USAREUR, das von 1952 bis 2013 in den Campbell Barracks residierte. Von hier aus wurden zeitweilig über 200.000 Soldaten in Westeuropa befehligt. Auch wichtige NATO-Hauptquartiere waren lange Jahre in der Stadt beheimatet. „Deren Anwesenheit machte Heidelberg für die Amerikaner im Vergleich zu anderen Standorten zu einer besonderen Garnison“, erläutern die Autoren in ihrem Vorwort. „Prunkvolle Empfänge, feierliche Paraden, illustre Besucher aus Militär, Politik und Kultur und nicht zuletzt der hohe Anteil ranghoher Offiziere und ziviler Mitarbeiter ließen den Aufenthalt in Heidelberg für Generationen von Amerikanern zu einer außergewöhnlichen Erfahrung und für viele Offiziere zu einer wichtigen Station ihrer Karriere werden.“
 
Von zentraler Bedeutung war auch das Militärkrankenhaus (Hospital), das als eine der ersten Adressen des amerikanischen Heeressanitätswesens galt. In Spitzenzeiten kamen hier monatlich über 120 Kinder auf die Welt.

Begegnungsort für die Erinnerung und den Blick in die Zukunft​

Amerikanische Soldaten während des Einmarschs in Heidelberg Ende März 1945 (Foto: Stadtarchiv Heidelberg)
Amerikanische Soldaten während des Einmarschs in Heidelberg Ende März 1945 (Foto: NARA).

Das Einholen der letzten Fahne und der Abzug der letzten amerikanischen Soldaten setzten 2013 einen Schlusspunkt unter diese wichtige Epoche der Heidelberger Stadtgeschichte. „Für nicht wenige Heidelberger und Amerikaner bildete dieses Ereignis einen schmerzhaften persönlichen Einschnitt, gingen doch viele über die Jahre gewachsene Beziehungen mit dem Abzug unweigerlich zu Ende“, erklärte Dr. Peter Blum. Grund genug, die Geschichte des amerikanischen Teils von Heidelberg nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dazu trägt das nun vorliegende Buch bei. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner erinnerte auch an die Idee, etwas darüber hinaus Bleibendes zu schaffen: „Wir wollen auf dem Gelände der Campbell Barracks einen Begegnungsort schaffen, der an die gemeinsame Geschichte erinnert und zugleich den Blick in die Zukunft öffnet. Hier kann unsere gemeinsame Geschichte aufgearbeitet und zeitgleich Zukunftsfragen nachgegangen werden.“

Zukünftige Nutzung der US-Flächen​

Mit dem Abzug der US Army kann eine Fläche von rund 180 Hektar neu genutzt werden. Neben fast 2.500 Wohnungen werden mit dem Abzug auch mehrere Kasernengebäude, Kindergärten, Schulen, ein Krankenhaus und Kirchengebäude frei. Eigentümer der Flächen ist derzeit noch der Bund. Die Stadt Heidelberg hat ein Erstzugriffsrecht und plant, die Flächen zu erwerben. An den Planungen zur Nachnutzung der Flächen wird bereits intensiv gearbeitet. Dabei spielt Bürgerbeteiligung im so genannten Dialogischen Planungsprozess eine wichtige Rolle.

Die Autoren​

Prof. Dr. Christian Führer (46), Studiengangsleiter BWL-Dienstleistungsmarketing an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim. Er war über 25 Jahre ehrenamtlich in den amerikanischen Garnisonen in Heidelberg und Mannheim tätig und verfügt über ein umfangreiches Privatarchiv zu beiden Garnisonen. Als ausgewiesener Kenner der amerikanischen Militärgeschichte in Europa ist er der Kopf des deutsch-amerikanischen Autorenteams. 2013 veröffentlichte er mit „Memories of Mannheim“ eine Chronik der amerikanischen Garnison Mannheim.
 
Walter F. Elkins (66) verbrachte seine Kindheit auf amerikanischen Militärbasen in den USA und Europa. Er beschäftigt sich seit über 35 Jahren intensiv mit der Geschichte der US Army in Europa.
 
Michael J. Montgomery (67) arbeitete von 1981 bis 2014 als Bauingenieur im USAREUR-Hauptquartier in Heidelberg bzw. Wiesbaden und verfügt über umfangreiche Kenntnisse der Geschichte der amerikanischen Streitkräfte in Europa.

Das Buch „Amerikaner in Heidelberg – 1945 bis 2013“ ist im Buchhandel zum Preis von 22,80 Euro erhältlich, ISBN 978-3-89735-806-5.


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