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Die Literaturstadt nimmt Fahrt auf

Heidelberg ist seit einem Jahr „UNESCO City of Literature“

Bücherstapel mit Blick auf die Alte Brücke (Foto: Dorn)

Als erste und einzige deutsche Stadt trägt Heidelberg seit genau einem Jahr den Titel „UNESCO City of Literature“. Am 1. Dezember 2014 reihte sich Heidelberg in den Verbund der von der UNESCO ausgezeichneten „Creative Cities“ ein. Bürgermeister Dr. Joachim Gerner, der die Bewerbung initiierte, zeigt sich zufrieden mit der bisherigen Entwicklung: „Die Arbeitsstrukturen stehen, wir haben uns international mit den anderen Literaturstädten vernetzt und jetzt steigen wir verstärkt in die Projektarbeit ein.“ Im Frühjahr 2016 stehen unter anderem Veranstaltungen zum zehnten Todestag von Hilde Domin und zum 125. Geburtstag des russischen Poeten Ossip Mandelstam auf dem Programm.

Mit Literaturstädten weltweit vernetzt

Mit der UNESCO-Auszeichnung verbunden ist die Selbstverpflichtung der Städte, mit den Partnern im UNESCO-Netzwerk zusammenzuarbeiten. Hier ist Heidelberg im vergangenen Jahr ein gutes Stück vorangekommen: Mit den UNESCO-Literaturstädten Granada (Spanien), Prag (Tschechische Republik), Krakau (Polen), Reykjavik (Island), Dublin (Irland), Melbourne (Australien), Iowa-City (USA),  Dunedin (Neuseeland), Edinburgh (Schottland) und Norwich (England) haben sich gute Kontakte ergeben, beispielsweise beim Jahrestreffen im japanischen Kanazawa oder beim Antrittsbesuch der Partnerstädte im Rahmen der Heidelberger Literaturtage im Juni. „Besonders zu Prag, Granada und Krakau haben sich die Kontakte intensiviert“, freut sich Dr. Andrea Edel, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Heidelberg, in dem auch das UNESCO-Projektteam angesiedelt ist.
 
So konnte in Heidelberg die Prager Übersetzerin Vera Koubová im Rahmen des Weltübersetzertags ihre Arbeit präsentieren. In Krakaus Innenstadt wurden beim Multipoetry-Festival Gedichte der Heidelberger Schriftstellerinnen und Schriftsteller  Frank Barsch, Gerhild Michel, Bettina Wöhrmann und Hans Thill auf Wände prominenter Gebäude projiziert. Schließlich wurde eine Sommerleseliste mit Buchempfehlungen aus allen elf UNESCO-Literaturstädten im Internet initiiert.

Kooperationen mit der UNESCO City of Music Mannheim

Auch mit der Nachbarstadt Mannheim, die zeitgleich zur Heidelberger UNESCO-Auszeichnung den Titel UNESCO City of Music erlangen konnte, gab es erste Kooperationen, etwa bei der Veranstaltung „Prager Poesie und ihre Inspiration durch Musik“ im Oktober.

Neue Strukturen und erste Projekte in der Region

Mit den Heidelberger Literaturschaffenden und im Literaturbetrieb Tätigen fanden zwei Literaturversammlungen statt, bei denen man Arbeitsgruppenstrukturen für die künftige Zusammenarbeit schaffen konnte.
 
Regionale Kooperationspartner konnten im Rahmen der UNESCO City of Literature interessante Projekte realisieren, beispielsweise die Ringvorlesung „Heidelberger Forum Edition“ in Kooperation mit der Universität Heidelberg, literarische Stadtführungen mit den Heidelberger Gästeführern, den Literaturherbst im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) oder die Heidelberger Flüchtlingsgespräche mit dem Interkulturellen Zentrum.
 
90.000 Euro wurden im Doppelhaushalt der Stadt Heidelberg 2015/2016 als Projektmittel für die UNESCO-Literaturstadtaktivitäten eingestellt. Denn mit einer finanziellen Unterstützung seitens der UNESCO ist die Auszeichnung nicht verbunden. „Dafür trägt der Titel Heidelbergs Namen weiter in die Welt und gibt uns die Möglichkeit zu internationalen Kooperationen“, so Gerner.

Auszeichnungen

Dass auch die Buchhandelsszene der Literaturstadt Heidelberg hervorragend ist, wurde im September mit der Auszeichnung gleich dreier Heidelberger Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandelspreis der Bundesregierung bestätigt. Der artes liberales-Buchladen in der Altstadt schaffte es unter die besten drei nominierten Buchhandlungen und erhielt eine Prämie in Höhe von 25.000 Euro. Hassbeckers Galerie & Buchhandlung (ebenfalls Altstadt) und die Bücherstube an der Tiefburg in Handschuhsheim wurden als zwei von deutschlandweit hundert Buchhandlungen mit je 7.000 Euro und einem Gütesiegel in der Kategorie hervorragende Buchhandlungen bedacht. Und die Heidelberger Autorin Marion Tauschwitz wurde von der Autorinnenvereinigung zur „Autorin des Jahres 2015“ gekürt.

Programmpläne für 2016

Für 2016 ist in der Literaturstadt Heidelberg bereits folgendes geplant:

  • Anlässlich des zehnten Todestages von Hilde Domin sind am 21. Februar eine Matinee in der Stadtbücherei und eine Veranstaltung in der Jesuitenkirche geplant.
  • Zum 125. Geburtstag des russischen Poeten Ossip Mandelstam wird es am 15. Januar ein internationales Symposium an der Universität geben. Mitte Mai wird die Friedrich-Ebert-Gedenkstätte die Mandelstam-Ausstellung des Staatlichen Literaturmuseum Moskau in Heidelberg zeigen.
  • Im Rahmen des Projekts „Poesie der Nachbarn: Heidelberg-Prag“ übersetzen Poeten aus Prag und Heidelberg ihre Gedichte gegenseitig.
  • Der Wunderhorn-Verlag arbeitet an der Lyrik-Anthologie einer „Weltkarte der Poesie“.
  • In Kooperation mit Universitäten der UNESCO-Partnerstädte möchte das Anglistische Seminar der Universität Heidelberg ein Theaterfestival mit Uraufführungen von Kurzstücken studentischer Autorinnen und Autoren sowie Schauspielgruppen organisieren.
  • Die Volkshochschule wird ihre Veranstaltungsreihe „Literarischer Salon“ um Vorstellungen der UNESCO-Literaturstädte erweitern.
  • Und das Kulturhaus Karlstorbahnhof startet die neue Reihe „Allerorts Literatur“ mit Lesungen an ungewöhnlichen Orten.

Weitere Infos

Infos zur Literaturstadt Heidelberg unter: www.heidelberg.de/cityofliterature
Facebook: https://de-de.facebook.com/LiteraturstadtHeidelberg
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