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OB Prof. Würzner bei Kommunalgipfel der Kanzlerin

„Dreistellige Millionen-Beträge pro Großstadt für Ausbau des öffentlichen Verkehrs erforderlich“

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner nimmt am kommenden Montag, 4. September 2017, am Kommunalgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema Luftqualität teil. Der Austausch von Kanzlerin, Bundesministern und Vertretern von Städten findet im Bundeskanzleramt statt. Der Heidelberger Oberbürgermeister ist zugleich Präsident des europäischen Klimaschutz-Städtenetzwerks „Energy Cities“ als Verbund von mehr als 1000 Städten und Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages. Heidelberg gilt international als ein Vorreiter im Klimaschutz.

Im Vorfeld des Gipfels sagt Professor Würzner: „Es ist zu kurz gesprungen, wenn man nur über Grenzwerte für Verbrennungsmotoren diskutiert. Wir müssen den gesamten Verkehrsbereich angehen. Wir brauchen den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, den Ausbau von Radwegen und deutlich bessere Angebote für den Gütertransport auf der Schiene. Ziel ist eine verbesserte Lebensqualität in den Städten. Weniger Autoverkehr bedeutet nicht nur bessere Luft, sondern auch mehr Sicherheit und mehr Lebensqualität in unseren Innenstädten. Das erreichen wir nicht allein durch Verbote, wir brauchen dazu auch umweltverträgliche Angebote.“
 
Dafür bräuchten die Städte Unterstützung von Bund und Land. „Wir brauchen dazu zum einen finanzielle Hilfe, und zwar dreistellige Millionen-Beträge pro Großstadt. Und wir brauchen vor allem auch Gesetze, die es uns ermöglichen, öffentliche Infrastruktur zu schaffen. Das ist beim heutigen Planungsrecht praktisch unmöglich. Sobald sich ein juristisch gut beratener Anwohner dagegenstellt, können zehntausende Pendler die ersehnte Straßenbahntrasse vergessen. Neben dem Verkehr dürfen wir die gewerblichen und häuslichen Emissionen nicht vergessen. Auch hier gilt wie beim Verkehr: Unnötigen Aufwand vermeiden und den unvermeidbaren Aufwand aus nachhaltigen Quellen decken.“
 
Diesen Weg geht Heidelberg seit langem, beispielsweise mit der Bahnstadt, der weltweit größten Passivhaussiedlung. Für den gesamten Stadtteil gilt die Passivhaus-Bauweise als Standard. Die Wärmeversorgung erfolgt durch Fernwärme, die zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Auf dem Areal entsteht ein funktionsgemischter Stadtteil mit Raum für Wohnen, Wissenschaft und Gewerbe.
 
Auch in diesen Bereichen fordert OB Würzner mehr finanzielle Unterstützung und zugleich bessere gesetzliche Rahmenbedingungen, um diese Ansätze leichter durchsetzen zu können.