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Teaserbild Newsletter Wirtschaftsförderung (Foto: Diemer)

Newsletter Wirtschaftsförderung
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Amtsleiter Ulrich Jonas wird verabschiedet – Rückblick auf 10 Jahre Wirtschaftsförderung in Heidelberg

Werdegang – von Berlin bis Wolfsburg

Im Jahr 1974 beginnt Ulrich Jonas bei der Berliner Kommunalverwaltung mit dem damals in Berlin neu eingeführten dualen Studium und schließt 1977 erfolgreich als Diplom-Verwaltungswirt ab.

Nach kurzer Zeit im Sozialamt wechselt er 1978 zu den Immobilien, eine Aufgabe, die ihn inhaltlich bis heute besonders anspricht. 1981 folgte der berufliche Wechsel in die niedersächsische Stadt Langenhagen. In den 80er Jahren kümmerte sich Jonas vor allem um die Stadtentwicklung, Beispiele sind das neue Stadtzentrum, kosten- und flächensparender Wohnungsbau, neue Modelle der Wohnungsbauförderung und ein 135 ha großer Stadtteil als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme.

Amtsleiter Ulrich Jonas wurde am 29. Juli in den Ruhestand verabschiedet (Foto: Rothe).
Amtsleiter Ulrich Jonas wurde am 29. Juli in den Ruhestand verabschiedet (Foto: Rothe).

1988 ergriff er die berufliche Chance, die Wirtschaftsförderung in Langenhagen aufzubauen eine Aufgabe, die seinen weiteren beruflichen Lebensweg stark prägte. Für ihn war und ist Wirtschaftsförderung eine der zentralen Tätigkeitsfelder der Kommune mit Schwerpunkten wie Stadtentwicklung, Ansiedlung, Service, Innovation und Kommunikation. 

1999 folgte er dem Ruf nach Wolfsburg, einer Stadt, deren Wirtschaft bis heute stark vom Automobilbau geprägt ist. Die acht Jahre in Wolfsburg waren nicht nur von VW-Entwicklungen wie der Autostadt oder der Auto Uni beeinlusst, in den Verantwortungsbereich von Jonas fielen Projekte wie das Design Outlet Center, das Nahversorgungskonzept, die City-Entwicklung und der enge Kontakt zu vielen Betrieben auch außerhalb der Automobilbranche. 

Neuaufstellung der Heidelberger Wirtschaftsförderung im Jahr 2007

Im Zuge der Neuordnung der kommunalen Wirtschaftsförderung in Heidelberg ist Ulrich Jonas seit November 2007 Leiter des damals neugebildeten Amts für Wirtschaftsförderung und Beschäftigung. 2007 mit vier Mitarbeitern gestartet, wuchs aufgrund der Aufgabenvielfalt und Akzeptanz des Amtes die Zahl auf 18 Personen an. „Das zeigt das gewachsene Aufgabenspektrum, das nach meiner Einschätzung die Erwartungen der Politik und Verwaltungsspitze einerseits und die von Wirtschaft und Wissenschaft andererseits erfüllt“, so Jonas.

Ein wichtiger Erfolg war das Wirtschaftsentwicklungskonzept im Jahr 2017, mit dem die Grundlage für die Ausweisung und Erschließung von über 100 Hektar neuer Wirtschaftsflächen herbeigeführt wurde. Ansiedlungen und wichtige Expansionen wie etwa Octapharma, Reckitt Benckiser, Heidelberg IT, Heidelberg Engineering oder Heidelberg Cement, die „Mittelstandsoffensive“, die Heidelberger Handwerkserklärung und der Baustellenunterstützungsfonds für kleine Betriebe sind Beispiele aus seiner Amtszeit. Dabei hat er stets Wert darauf gelegt, die Belange der kleinen und mittleren Betriebe besonders zu beachten und sich vor allem auch pragmatisch um Lösungen für die „Kleinigkeiten“ zu kümmern.

Das Innenstadtforum im Jahre 2008 hat mit über 50 Einzelmaßnahmen zu einer Aufwertung und besseren Akzeptanz der Innenstadt geführt. Zur Symbolfigur der gelebten Veränderung wurde der Innenstadtkümmerer, der weit über die Grenzen Heidelbergs für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Als Gradmesser des Erfolgs dient der erste Platz im Wettbewerb „Vitale Innenstädte“, den Heidelberg im Frühjahr 2017 erreicht hat. Mithilfe des 2013 beschlossenen Nahversorgungskonzeptes kann bis 2018 die Versorgung der Bevölkerung mit Waren des alltäglichen Bedarfs soweit verbessert werden, dass es keinen schlecht versorgten Stadtteil mehr geben wird. Dabei wurden 18 von 50 Nahversorgungsstandorten in den letzten fünf Jahren aktiv aufgewertet.

Die vor 10 Jahren eingeführten Wirtschaftsgespräche haben sich gemeinsam mit weiteren Kommunikationsformaten, wie etwa den Branchentreffen oder den Wirtschaftskonferenzen, in Heidelberg etabliert und sorgen für eine Verbesserung des Austauschs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Stadt. Die Netzwerkpflege (sowohl regional als auch überregional) wurde ebenfalls ausgebaut – beispielhaft sind hier der Deutsche Städtetag, der Städtetag Baden-Württemberg und der Verbund der Wirtschaftsförderungseinrichtungen Süddeutscher Großstädte (VWSG) zu nennen.

Die „Nachwuchsoffensive“ der Wirtschaftsförderung mit den Ausbildungstagen, dem Ausbildungspreis, Ferien on Job oder dem Ausbildungshaus unterstützt lokale Betriebe bei der Suche und Gewinnung von geeigneten Nachwuchskräften.

Abschied am 29. Juni 2017

Seinen Abschied hat Jonas auf seine für ihn typische Weise mitgestaltet. Anstelle des üblichen Festakts hat er einen um einen Tag der offenen Tür im Haus der Wirtschaftsförderung gebeten, um allen Mitarbeitern seines Amtes die Kommunikation mit den zahlreichen wichtigen Gästen zu ermöglichen. So war die Veranstaltung nicht nur von vier kurzen und prägnanten Reden zum Abschied geprägt, sondern vor allem eine gute Möglichkeit zur Vertiefung der Netzwerke.

Wirtschaftsförderung im Jahr 2027?

Zur weiteren Entwicklung der Wirtschaftsförderung prognostiziert Jonas: „10 Jahre in die Zukunft zu schauen ist schwer, wer hätte 2007 ein halbwegs zutreffendes Bild von 2017 gehabt? Sicher aber wird uns die Digitalisierung in den nächsten Jahren massivere und dynamischere Veränderungen bringen, als wir in der Vergangenheit in so kurzer Zeit je erlebt haben. Es gilt, die Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Chancen zu ergreifen.“

Künftig wird Ulrich Jonas im Familienbetrieb seiner Frau, der Maklerfirma Antje Bothe Immobilien - mit dem Schwerpunkt Wohnimmobilien – mitarbeiten. Zum Abschluss bedankt er sich bei Kollegen, Mitarbeitern und Kooperationspartnern: „Ich bedanke mich bei sehr vielen Menschen in den unterschiedlichen Institutionen von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaften für das mir entgegengebrachte Vertrauen, die gute Zusammenarbeit und die hohe Wertschätzung, ohne die unsere gemeinsamen Erfolge sicher nicht möglich gewesen wären.“

Das Team der Wirtschaftsförderung und die gesamte Stadtverwaltung danken Herrn Jonas für seine erfolgreiche Arbeit und wünschen ihm einen erfolgreichen „Unruhestand“.