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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie
Lernort Natur, Geo- und Naturpark
Theaterstraße 9
69117 Heidelberg
Telefon 06221 58-28333

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Blick auf Heidelberg (Foto: Diemer)

Geo-Naturpark

In Heidelberg wird er lebendig

Speziell ausgebildete Geopark-Rangerinnen und Ranger, Geopark-Vor-Ort-Begleiter und die Geopark-Experten sorgen mit spannenden Führungen und Exkursionen dafür, dass der Naturpark in Heidelberg lebendig wird.

Geopark-Rangerinnen und Ranger sind im gesamten Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald unterwegs. Sie vermitteln Wandergruppen spannendes Wissen über Landschaft und Kulturgeschichte oder weihen Kinder spielerisch in die Geheimnisse der Natur ein.

Geopark-Vor-Ort-Begleiterinnen und Begleiter bieten den Besuchern Exkursionen zu speziellen Heidelberg-Themen an. Ob auf einer Wanderung oder beim Walking, beim Pilzesuchen oder mit dem GPS-Gerät unterwegs - man ist immer der Vielfalt der Natur und den geologischen Besonderheiten auf der Spur.

Geopark-Experten geben ihr Wissen bei Führungen und Exkursionen an die Teilnehmer weiter. Außerdem arbeiten sie beispielsweise bei der Ausbildung der Vor-Ort Begleiter/innen mit, schulen Ranger/innen und  unterstützen die Forstabteilung des städtischen Landschafts- und Forstamtes bei der Konzeption und Umsetzung des UNESCO Geo-Naturpark Konzepts in Heidelberg.

Auf Schritt und Tritt ist in Heidelberg Erdgeschichte erfahrbar

Im Stadtwald und im Stadtgebiet selbst finden sich auf Schritt und Tritt Zeugnisse des Jahrtausende alten Zusammenspiels von Geologie und der Siedlungsgeschichte Heidelbergs in Form von Gesteinsformationen, Erdschichten, Wasserquellen, Landschaftsformationen.


Granite

Granitfels in der Neuenheimer Schweiz (Foto: Stadt Heidelberg)

Granite, die beispielsweise im unteren Bereich des Schlossbergs oder am Waldhang auf der gegenüberliegenden Neckarseite, der so genannten „Neuenheimer Schweiz“, hervortreten, verraten, dass der heutige Odenwald vor circa 350 Millionen Jahren ein Hochgebirge aus magmatischem Material (Granit) gewesen ist.

Am Schlossgraben wird sichtbar, dass dieses Hochgebirge wieder abgetragen und zur so genannten permo-karbonischen Rumpffläche „eingeebnet“ wurde. Das Abtragungsmaterial des alten Gebirges ist im Schlossgraben als so genanntes „Rotliegendes“ (eine Abteilung innerhalb des geologischen Zeitabschnitts des Perm) über dem Granitsockel sichtbar erhalten. Dies ermöglicht damit Deutungen über das Aussehen der Landoberfläche vor mehr als 250 Millionen Jahren.


Buntsandstein

Buntsandstein Heidelberg (Foto: Hartmann)

Der Buntsandstein bestimmt das Aussehen zahlreicher geschichtsträchtiger Gebäude in der Altstadt, wie zum Beispiel das der Alten Brücke, des Marstallgebäudes, der Heiliggeistkirche, der Stadthalle, der Universitätsbibliothek und natürlich des Schlosses.

Der Buntsandstein lagerte sich vor etwa 250 Millionen Jahren in einem wüstenhaften Becken im Gebiet des heutigen Odenwaldes ab und gehört dem geologischen Zeitalter des Mesozoikums (Erdmittelalter) an.


Quellen

Schloss Heidelberg (Foto: Pellner)

Die geologischen Elemente bestimmten auch die Lage des Heidelberger Schlosses: Im Bereich der Hangschulter, auf der das Schloss ruht, treten zahlreiche Quellen auf, die die Wasserversorgung der Schlossbewohner hoch über dem Neckartal sicherten. Die wasserführenden Schichten des Rotliegenden und des Buntsandsteins treffen hier auf das wasserundurchlässige Granitgestein.


Oberrheinebene und tektonische Bewegungen

Vom Schloss oder vom Heidelberger Hausberg Königstuhl geht der Blick weit in die Oberrheinebene hinaus – an klaren Tagen bis hinüber zu den Pfälzer Bergen im Westen. Die ca. 30 Kilometer breite Rheinebene gehört zu den bedeutendsten tektonischen Grabensystemen der Erde. Der Einbruch des Oberrheingrabens begann vor mehr als 60 Millionen Jahren und dauert bis heute an, was sich in der Region durch zahlreiche schwächere Erdbeben bemerkbar macht.

Blick über die Rheinebene (Foto: Diemer)

Im Zusammenhang mit der Alpenbildung führten tektonische Spannungen zum Aufreißen des Grabens. Viele markante Geländekonfigurationen der Heidelberger Landschaft verdanken ihre Existenz diesen tektonischen Bewegungen, so der Heiligenberg, die Bismarckturm-Schulter, der Königstuhlrücken oder auch die Gaisbergscholle. So genannte Verwerfungen, Bruchlinien innerhalb der Erdkruste, trennen und begrenzen diese landschaftlichen Strukturelemente. Die so genannte Hirschgassenverwerfung quert den Neckar, der an dieser Stelle „strudelt“. Als „Hackteufel“ ist diese wilde Stelle des Neckars, an der in früheren Zeiten Lastkähne und Flöße zerschellten, in das Namensgut Heidelbergs eingegangen.


Zeugen der Eiszeit

Felsenmeer (Foto: Keller)

Am Haarlass befindet sich der Ort (locus typicus), an dem der Löss zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieben wurde. Der Löss ist ein gelblich, mehlig-feines, kalkhaltiges Sediment, das sich am Ende der verschiedenen Eiszeiten aus den Schotterflächen der Rheinebene an den Hängen des Odenwaldes und im benachbarten Kraichgau abgesetzt hat. Er beinhaltet ein breites Mineral-Spektrum alpiner Gesteine, die von den Schmelzwässern der eiszeitlichen Alpengletscher in unsere Region transportiert worden waren und ist daher sehr fruchtbar.

Auch die Felsenmeere an den Hängen des Königstuhls sind Zeugen eiszeitlicher Verhältnisse in Mitteleuropa, in der der Felsuntergrund durch so genannte Solifluktionsprozesse bloß gelegt wurde und der Verwitterung ausgesetzt war.


Erste Siedler in Heidelberg

Blick auf den Heiligenberg (Foto: Diemer)

Auf die Besiedlung der Region hatten die geologischen Gegebenheiten ebenfalls Einfluss. Die erste Besiedlung geht auf Ackerbauer in der Steinzeit zurück. Die frühesten Funde stammen aus der Zeit von 5500-5000 v. Chr. und finden sich am Heiligenberg. Zur Zeit der Kelten (480-280 v.Chr.) erreichte die Höhensiedlung auf dem Heiligenberg ihre größte Ausdehnung. Reste des keltischen Ringwalls sind noch heute im Gelände zusehen. Die ersten Siedlungsanfänge Heidelbergs lagen auf der damals einzigen wirklich hochwassersicheren Stelle: auf dem Schwemmfächer des Klingenteich-Tälchens, auf dem die Peterskirche als älteste Kirche Heidelbergs (1196 erstmals erwähnt) erbaut wurde.