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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Andrea Edel
UNESCO City of Literature / Kulturamt
Haspelgasse 12
69117 Heidelberg
Telefon 06221 58-33000

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Romantisches Heidelberg. (Foto: Diemer)

Historisches

Heidelbergs literarisches Erbe

Die folgende Zeitleiste gibt einen exemplarischen Überblick über die Höhe- und Wendepunkte der Heidelberger Literaturgeschichte der letzten 500 Jahre. Literatur hat in dieser Stadt immer schon eine große Rolle gespielt, so wie sie es in der Gegenwart tut und mit Sicherheit in der Zukunft tun wird.

20. und 21. Jahrhundert

  • 2014: Seit 1. Dezember 2014 ist die Stadt offizielles Mitglied im "UNESCO Creative Cities Netzwerk" als "UNESCO City of Literature".
  • 2004: Die Schriftstellerin Hilde Domin wird zur Ehrenbürgerin ernannt.
  • 1995: Das Deutsch-Amerikanische Institut organisiert den ersten Poetry Slam in Heidelberg.
  • 1992: Die Heidelberger Hip Hop Gruppe Advanced Chemistry bringt ihre erste CD heraus.
  • 1970er: Die linke alternative Szene innerhalb der Heidelberger Studentenbewegung sieht im Literarisch-Kreativen das Potential für einen gesellschaftlichen Aufbruch. Mit freier, unabhängiger Alternativkultur wollen die Akteure eine „Gegenöffentlichkeit“ zur etablierten Bürgerlichkeit schaffen.
  • 1960er: Die Prostbewegung der "68er Generation" scheint den "Mythos Heidelberg" zu dekonstruieren.  
  • 1949: Hans-Georg Gadamer wird als Nachfolger von Karl Jaspers nach Heidelberg berufen.
  • 1933-1945: Die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten schnell einsetzende Gleichschaltung der Universität bringt ihr bald den Ruf einer “braunen Universität” ein. Zahlreiche Dozenten und Studierende werden wegen ihrer politischen Haltung oder ihrer jüdischen Herkunft vertrieben. Auch in Heidelberg werden am 17. Mai 1933 bedenkenlos Bücher auf dem Universitätsplatz verbrannt. Eine Gedenktafel am Ort des Geschehens erinnert mahnend daran. 
  • 1926: Die Heidelberger Schlossfestspiele werden ins Leben gerufen.
  • 1920er: Die Operetten-Version "The Student Prince" von Sigmund Romberg wird ein durchschlagend erfolgreiches Broadway-Musical und erfreut sich noch heute großer Beliebtheit. Der "Mythos Alt-Heidelberg" war damit erfunden- trotz großen Kitsch-Verdachts ist auch er eine Facette der Literaturgeschichte Heidelbergs.
  • 1918-1933: In der Weimarer Republik gilt die Heidelberger Universität auch dank Professoren wie Karl Jaspers, Gustav Radbruch oder Alfred Weber als Hochburg des weltoffen-liberalen Denkens und als geistiger Magnet für Gelehrte und junge Studierende.
  • 1912: Der vielgerühmte "Heidelberger Geist" ist wesentlich mit einer weiteren intellektuellen Zentralfigur dieser Jahre verbunden: Der Kultursoziologe Max Weber und seine Frau, die Frauenrechtlerin Marianne Weber, laden ab 1912 zum sonntäglichen Jour fixe ein, bei dem Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler zum offenen Gespräch zusammenkommen.
  • 1911: Heidelberg ist ab diesem Jahr Stefan Georges wichtigste Wirkungsstätte. Seine geistige Präsenz reicht weit über die Stadt hinaus und lebt in seinen "Jüngern" noch Generationen weiter.  
  • 1901: Wilhelm Meyer-Förster verarbeitet das Material in seinem Stück "Alt Heidelberg", einer bittersüßen Romanze im Heidelberger Studentenmilieu, die im November 1901 in Berlin Premiere feierte.

19. Jahrhundert

  • 19. Jahrhundert: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt die Stadt als Mekka russischer Wissenschaft und Kultur. Heidelberg war ein geistiges Zentrum für die Russen im Ausland.
  • 1880: Heidelberg wird als touristisches Reiseziel entdeckt. Mark Twains Enthusiasmus schlägt sich in seinem Reisebericht "A Tramp Abroad" nieder.
  • 1855: Kaum ein Dichter formte das heutige Bild Heidelbergs als Stadt der Romantik mehr aus als Joseph von Eichendorff mit seinem Alterswerk: Im zurückschauenden, aus der zeitlichen und räumlichen Ferne die Stadt idealisierenden Blick beschwört Eichendorff 1855 in den Anfangs- und Schlussstrophen seines erzählenden Gedichts „Robert und Guiscard“ das Gefühl vergangener Tage. Heidelberg wird zum märchenhaft romantischen Sehnsuchtsort der unbeschwerten Jugend erhoben.  
  • 1851/52: Joseph Viktor von Scheffel (1826–1886) schreibt sein Gedicht "Alt-Heidelberg, Du feine"
  • 1849: In seinem Gedicht "Alte Brücke" verknüpft Gottfried Keller eine schmerzhafte persönliche Erfahrung mit dem visuellen Eindruck der alten Brücke.
  • 1817: Jean Paul besucht Heidelberg und wird mit einem Ehrendoktortitel der Universität ausgezeichnet.
  • 1814/1815: Goethe besucht Heidelberg auf Einladung der Brüder Boiserée und studiert ihre Sammlung altdeutscher und niederländischer Tafelbilder des Mittelalters.
  • 1804-1808: Clemens Brentano und Achim von Arnim kommen in Heidelberg an. Die Romantiker übernehmen Heidelberg als Literaturstadt im universalen Sinne.
  • 1800: Friedrich Hölderlins "Heidelberg-Ode", eine literarische Liebeserklärung an die Stadt. Die Augen auf Stadt und Landschaft gerichtet, beschwört er einen kunstvoll strukturierten poetischen Raum herauf, in welchem sich Topographie und innere Welt in perfektem Einklang befinden. Der "Mythos Heidelberg" findet in dieser Zeit des Schreibens seinen ersten poetischen Höhepunkt. 

15. bis 18. Jahrhundert

  • 1783-1787: Adolph Freiherr Knigge, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung, lebt als Theaterkritiker in Heidelberg.
  • 1764: Das Schloss brennt nach zwei Blitzeinschlägen erneut nieder und prägt von da an - vorerst noch unbeachtet - als Ruine das Stadtbild.
  • 1693: Der Pfälzische Erbfolgekrieg entbrennt, infolgedessen die Türme und Mauern des Heidelberger Schlosses von den französischen Truppen gesprengt werden.
  • 1619/1620: Martin Opitz widmet Heidelberg einige Sonette und schreibt das Vorwort zu seinem "Buch von der deutschen Poeteray" (1624) - die erste deutsche, für das Barock richtungsweisende Poetik.
  • 1563: Heidelberg wird zu einem Zentrum des Calvinismus. Der "Heidelberger Katechismus" wird verfasst.
  • 1458: Der Humanist Peter Luder hält eine lateinische Laudatio auf Heidelberg, die heute als die älteste Beschreibung der Stadt gilt.