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„Und wie Feuer umzingeln mich: Zeiten“

Karlstorkino zeigt erstmals Frank Diamand-Film zu Ossip Mandelstam in der Director’s Cut-Version

Filmemacher Frank Diamand (Foto: Yoram Diamand)
Filmemacher Frank Diamand (Foto: Yoram Diamand)

Im Rahmen der Ausstellung „Ossip Mandelstam – Wort und Schicksal“ zeigt das Karlstorkino am Montag, 4. Juli 2016, um 19 Uhr im Kulturhaus Karlstorbahnhof den Film „Und wie Feuer umzingeln mich: Zeiten“ des Filmemachers Frank Diamand. Der Mandelstam-Film wird hier zum ersten Mal in der Director’s Cut Version und auf Deutsch gezeigt. Er ist ein einzigartiges Filmdokument zum Leben des russischen Jahrhundertdichters Ossip Mandelstam.

1891 als Sohn einer jüdischen Familie in Warschau geboren, verbrachte Mandelstam den größten Teil seines Lebens in Russland und der späteren Sowjetunion. 1908/1909 weilte er zu einem kürzeren Studienaufenthalt in Heidelberg. 1934 schrieb er ein berühmt gewordenes Gedicht gegen Stalin und war spätestens seit dieser Zeit auf der Abschussliste der bolschewistischen „Sicherheitsorgane“. 1938 starb Mandelstam in einem Transitlager des GULAG im ostsibirischen Wladiwostok.

Die Filmdokumentation von Frank Diamand beschreibt unter Verwendung historischer Filmaufnahmen eindrücklich diesen Lebensweg Mandelstams als immer mehr isolierter Einzelgänger, der nur auf wenige Freunde und besonders auf seine Frau Nadeshda Mandelstam zählen konnte. Sie hat sein literarisches Werk vor der Vernichtung bewahrt. Ein Kernpunkt dieses Films ist ein einmaliges Interview mit Nadeshda Mandelstam aus dem Jahr 1973, inmitten der Breschnew-Ära unter besonderem Risiko in Moskau aufgenommen.

Frank Diamands Dokumentation aus dem Jahr 1976 ist in seiner Urfassung in englischer Sprache gehalten. Die Heidelberger Aufführung wird eine aktualisierte deutsche Fassung präsentieren, die von privaten Spendern aus der Stadt finanziert und vom Autor selbst in unentgeltlicher Arbeit speziell zur Mandelstam-Ausstellung möglich gemacht wird. Frank Diamand wird zur Uraufführung seines neu bearbeiteten Films in Heidelberg anwesend sein. Der 1939 geborene und mit vielen Preisen bedachte Filmemacher, Übersetzer, Buchautor, Lyriker und Essayist lebt in Amsterdam. Sein letzter Dokumentarfilm beschäftigte sich mit dem jüdischen Historiker und Essayisten Saul Friedländer.
Der Eintritt ist frei.

Hintergrund

Anlässlich des 125. Geburtstages von Ossip Mandelstam hat die UNESCO-Literaturstadt Heidelberg dem russisch-jüdischen Dichter die Ausstellung „Wort und Schicksal“ gewidmet. Die eigens für Heidelberg adaptierte und ergänzte Zusammenstellung von Exponaten des Staatlichen Russischen Literaturmuseums Moskau und weiterer russischer Archive ist noch bis zum 17. Juli 2016 in der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Pfaffengasse 18, zu sehen.


Weitere Infos

Foto zum Download

(Erstellt am 30. Juni 2016)