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Heidelberger Künstlerinnenpreis

an Maria Panayotova verliehen

Bei der Verleihung des Heidelberger Künstlerinnenpreises 2013 (v. l.): Preisträgerin Maria Panayotova, Initiatorin Roswitha Sperber, Stadträtin Dr. Annette Trabold, Holger Schultze, Intendant des Theaters und Orchesters Heidelberg. (Foto: Florian Merdes)

Die bulgarische Komponistin Maria Panayotova hat am 9. Januar den Heidelberger Künstlerinnenpreis 2013 erhalten. Stadträtin Dr. Annette Trabold überreichte den Preis stellvertretend für Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner im Rahmen des 4. Philharmonischen Konzerts des Theaters und Orchesters Heidelberg in der Heidelberger Stadthalle. Der Heidelberger Künstlerinnenpreis zählt zu den wichtigsten Kulturpreisen des Landes und ist der weltweit einzige Preis, der ausschließlich an Komponistinnen vergeben wird.

Intendant Holger Schultze bezeichnete Panayotovas Werk als ein Beispiel für die innovative Musik Bulgariens. Stadträtin Annette Trabold hob die kulturelle und gesellschaftspolitische Bedeutung des Heidelberger Künstlerinnenpreises hervor, der zugleich zeitgenössische Musik und Frauen fördere, die im Kompositionsbereich noch immer unterrepräsentiert seien. Die Initiatorin des Preises, Roswitha Sperber, stiftete die Preisskulptur, eine Arbeit des Heidelberger Künstlers Günter Braun. Sie zitierte den renommierten Musikwissenschaftler Ludwig Finscher, der über den Künstlerinnenpreis sagte: „Die kluge Auswahl der Preisträgerinnen hat geholfen Grenzen zu öffnen, Qualitätsmerkmale zu setzen und die stilistische Vielfalt zeitgenössischen Komponierens bewusst zu machen, arrivierte Komponistinnen zu ehren und junge Komponistinnen zu ermutigen, erlittenes Unrecht wieder gut zu machen, soweit das überhaupt möglich ist.“

Unter Panayotovas außergewöhnlichen Arbeiten finden sich sowohl interdisziplinäre Installationen und Performances, in denen beispielsweise Video-Sequenzen und Mehrkanalklänge eine synergetische Verbindung eingehen, als auch „rein instrumentale“ Kompositionen. Die Jury unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner lobte die „stilistische Offenheit, die für das Werk der Komponistin charakteristisch ist“. So komponiert Panayotova für klassisches Instrumentarium, für klein- und großbesetzte Instrumentalensembles, bezieht elektroakustische Klänge, Vokalität oder Multimedialität mit ein. Beim Konzert zur Preisverleihung unter Leitung des Heidelberger Generalmusikdirektors Yordan Kamdzhalov wurde eine Auftragskomposition von Maria Panayotova mit dem Titel „Rodopi for Orchestra“ uraufgeführt, ein Stück für Orchester und Video, dessen musikalische Tönung auf der Volkstradition gründet, die in der gleichnamigen Bergregion zu Hause ist. Die Uraufführung wurde vom Heidelberger Mäzen Wolfgang Marguerre unterstützt, der zuletzt auch mit einer Großspende in mehrfacher Millionenhöhe dazu beigetragen hatte, dass das Heidelberger Theater im Herzen der Altstadt saniert und erweitert werden konnte.

Der Deutschlandfunk als langjähriger Medienpartner wird den Mitschnitt des Preisträgerkonzertes am 21. April 2013 um 21.05 Uhr senden.

Zum Hintergrund

Der Heidelberger Künstlerinnenpreis zählt zu den wichtigsten Kulturpreisen des Landes und ist der weltweit einzige Preis, der ausschließlich an Komponistinnen vergeben wird. 1987 von Roswitha Sperber initiiert, wird der Preis seit 2007 von der Stadt Heidelberg verliehen und vom Theater und Orchester Heidelberg ausgerichtet. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Unter den Preisträgerinnen finden sich so namhafte Künstlerinnen wie Adriana Hölszky, Sofia Gubaidulina, Olga Neuwirth, Kaija Saariaho, Isabel Mundry und Jamilia Jazylbekova.

Die Preisträgerin 2013 Maria Panayotova wurde 1976 im bulgarischen Varna geboren, studierte zunächst Klavier am Mannes College of Music (New York), anschließend Komposition an der University of Maryland und am University of Cincinnati College-Conservatory of Music, wo sie mit einer Promotion abschloss. Ihr Schaffen wurde vielfach mit Stipendien und Preisen, beispielsweise der International Alliance of Women in Music, ausgezeichnet.