Logo facebook Logo Twitter Logo YouTube Logo RSS Logo YouTube Logo Instagram

Minister Untersteller

würdigt Heidelbergs Bürgerbeteiligung im Klimaschutz

Bürger bringen Ideen und Vorschläge bei der Bürgerkonferenz zum Masterplan 100 % Klimaschutz ein (Foto: Dorn)

Die Bürgerbeteiligung zum Masterplan 100 % Klimaschutz hat am 22. Februar 2013 mit der ersten Bürgerkonferenz begonnen. Über 100 Heidelbergerinnen und Heidelberger brachten ihre Ideen und Vorschläge für Heidelbergs Weg zur klimaneutralen Kommune ein (Diaschau). Begrüßt wurden sie von Landesumweltminister Franz Untersteller und Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner.

Minister Untersteller betonte: „Der kommunale Klimaschutz spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Energie- und Klimaschutzpolitik des Landes. Ich freue mich daher, dass sich die Stadt Heidelberg mit ihrer Teilnahme am Bundesprogramm „Masterplan 100 %“ entschieden hat, ihre sehr anspruchsvollen Klimaschutzziele verbindlich zu machen und die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg von Anfang an mit einbezieht.“ Auch die Landesregierung fördere gezielt Kommunen, die systematisch ihre Treibhausgasemissionen reduzierten, Energie effizienter einsetzten, die Nutzung erneuerbarer Energien ausbauten und so eine wichtige Vorbildfunktion erfüllten.

„Heidelberg hat im Klima- und Umweltschutz schon eine Menge erreicht. Wir wollen uns aber nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Die Kommunen haben im Klimaschutz eine besondere Verantwortung. Wir haben uns in Heidelberg daher das Ziel gesetzt, klimaneutrale Kommune zu werden. Dieses Ziel können wir nur gemeinsam mit den Heidelbergerinnen und Heidelbergern erreichen. Ich freue mich daher über das große Interesse an der ersten Bürgerkonferenz zum Masterplan 100 % Klimaschutz“, sagte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner.

Heidelberg beteiligt sich als eine von 19 Modellkommunen bundesweit am Förderprogramm „Masterplan 100 % Klimaschutz“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ziel ist die klimaneutrale Kommune: Bis 2050 will Heidelberg die CO2-Emissionen um 95 Prozent reduzieren und den Energiebedarf der Kommune um die Hälfte senken. Dies will die Stadt gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie zentralen Akteuren der Stadt erreichen.

„Mit dem Masterplan wollen wir in Heidelberg viele Punkte angehen, um den Klimaschutz voranzutreiben. Das reicht von technischen Verbesserungen etwa bei der Energieerzeugung oder der Energieversorgung bis hin zum eigenen Verhalten. Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger nicht nur zu einem klimafreundlichen Handeln ermutigen und sie unterstützen. Wir wollen gemeinsam mit ihnen Ideen für mehr Klimaschutz in unserer Stadt entwickeln“, erklärte Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, Leiter des Amtes für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie.

Arbeitsgruppen

Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Ziele des Masterplans informiert wurden, verteilten sie sich auf folgende Arbeitsgruppen:

  • Klimafreundlich konsumieren
  • Klimafreundlich unterwegs
  • Behaglich wohnen
  • Bildung und Information
  • Gut beraten
  • ERNEUERBARE nutzen


In den Arbeitsgruppen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die bisher entwickelten Maßnahmenvorschläge diskutieren und eigene Ideen ergänzen.

„Veggie Day“

Besonders viele Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Arbeitsgruppe „Klimafreundlich konsumieren“ teil. Besonders wichtig war ihnen das Thema Ernährung. Hier wurden zahlreiche Vorschläge für individuelle Verhaltensänderungen und Aktionen zu einer fleischärmeren, vegetarischen oder veganen Ernährung gemacht, wie einem „Veggie-Day“. Kontrovers gesehen wurde hingegen ein ausschließlich vegetarisches Essensangebot in Schulen, Kindergärten und Kantinen. Auch Maßnahmen zu einer vorwiegend regionalen und saisonalen Lebensmittelversorgung und Konzepte zur Direktvermarktung fanden großes Interesse.

Vernetzung der Verkehrsmittel

In der ebenfalls gut besuchten Arbeitsgruppe „Klimafreundlich unterwegs“ lag den Teilnehmern vor allem die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs durch eine gute Vernetzung der Verkehrsmittel am Herzen. Weitere Vorschläge betrafen Elektro-Bikes und den Fahrradverkehr.

In den Arbeitsgruppen „Bildung und Information“ und „Gut beraten“ wurden intensivere Öffentlichkeitsarbeit zu Klimaschutz und Energie, eine regelmäßige Information zu Beratungsangeboten und zentrale Anlaufstellen für Bürger genannt.

„Tag des offenen Energie-Effizienz-Hauses“

Ein „Tag des offenen Energie-Effizienz-Hauses“ war ein Vorschlag der Arbeitsgruppe „Gut beraten“. In der Arbeitsgruppe „ERNEUERBARE nutzen“ wurden vor allem Vorschläge zu solarer Kühlung, zur Nutzung von Abfallbiomassen und zur Energiespeicherung präsentiert.

Diese und alle weiteren zusammengetragenen Maßnahmen werden in den folgenden beiden Bürgerveranstaltungen weiter diskutiert und sollen in den „Masterplan 100% Klimaschutz“ einfließen.

Drei Etappen der Bürgerbeteiligung

Auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune Heidelberg können Bürgerinnen und Bürger Ideen und Vorschläge für mehr Klimaschutz in insgesamt zwei Bürgerkonferenzen und einer Bürgerwerkstatt zum Masterplan 100 % Klimaschutz einbringen. Nach der ersten Bürgerkonferenz am Freitag, 22. Februar 2013, folgen:

  • Die Bürgerwerkstatt am Freitag, 22. März 2013, bei der Ideen aus der ersten Bürgerkonferenz zu Maßnahmen weiterentwickelt werden.
  • Die zweite Bürgerkonferenz am Freitag, 19. April 2013, bei der die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung vorgestellt werden. Die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger fließen bei der Erstellung des Masterplans ein.

Mitmachen kann jeder. Interessierte werden gebeten, sich beim Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie anzumelden. Dies ist telefonisch unter 06221 581800 und per E-Mail unter mailto:klimasuchtschutz@heidelberg.de möglich. Für alle Veranstaltungen wird eine Kinderbetreuung angeboten, so dass auch Eltern die Möglichkeit haben, ihre Zukunftsvisionen zum Klimaschutz einzubringen.

Masterplan für Heidelberg

Der Masterplan für Heidelberg wird auf fachlicher Ebene seit Juli 2012 vom Heidelberg-Kreis Klimaschutz und Energie vorbereitet. Die Experten aus den Bereichen Naturschutz, Verkehr, Industrie und Gewerbe, Energiewirtschaft, Banken, Wohnungsbaugesellschaften, Architekten, Handwerk, der Universität und weiteren Verbänden und Organisationen haben bislang von neuen Angeboten im Bildungsbereich bis hin zu technischen Innovationen zahlreiche Vorschläge erarbeitet, um das Masterplan-Ziel zu erreichen. Das Heidelberger IFEU-Institut (Institut für Energie- und Umweltforschung) begleitet den Masterplan-Prozess wissenschaftlich. Bis Mai 2013 sollen die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung und des Heidelberg-Kreises ausgewertet und in einem Masterplan zusammengeführt werden. Über den Masterplan soll der Gemeinderat im Dezember 2013 abstimmen.