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Startseite / Leben / Umwelt & Nachhaltigkeit / Natur & Landschaft / Wespen, Hornissen und nahe Verwandte

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie
Natur- und Landschaftsschutz
Prinz-Carl, Kornmarkt 1
69117 Heidelberg
Telefon 06221 58-18000 und 58-18010
Fax 06221 58-4618000

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Hornissen, Wespen und nahe Verwandte

Jeden Sommer sind sie wieder da: In gelb–schwarzer Warntracht umkreisen sie den Terrassentisch und nutzen jede Gelegenheit, Ihnen den Kuchen streitig zu machen. Wie verhalten Sie sich jetzt? Sie laufen weg und überlassen den Kuchen den Tieren, Sie holen Gift oder die Fliegenpatsche, Sie rufen die Polizei? Alles falsch, so bitte nicht!

Im Folgenden finden Sie Informationen zum Verhalten der Tiere, einige Tipps zum richtigen Verhalten der Menschen und wer Ihnen bei ernsthaften Problemen eine Rat geben oder sogar aktiv helfen kann.

Wespen, Hornissen, Bienen und Hummeln sind eng miteinander verwandt und gehören unter anderem mit den Ameisen zur Gruppe der Hautflügler. Mit Ausnahme der Wildbienen leben alle die genannten Arten sozial in Staaten.

Was sie gerne fressen

Bienen und Hummeln versorgen sich und ihre Brut mit Nektar, den sie auf Blüten sammeln. Sie erscheinen nie am Kaffeetisch. Wespen und Hornissen ernähren ihre Brut mit gefangenen Insekten, sind also Jäger und Fleischfresser. Ein großes Wespenvolk verfüttert an seine Larven ebenso viele Insekten wie eine Meisenfamilie. Die erwachsenen flugfähigen Tiere benötigen zusätzlich auch kohlehydratreiche Nahrung, also süße Speisen und Getränke.

Und da fängt das Problem an: Die beiden Arten Deutsche Wespe und Gemeine Wespe nutzen jede Gelegenheit, um ihren Hunger an Ihrem Tisch zu stillen. In unstetem Flug und äußerst reaktionsschnell nähern sie sich dem Kaffeetisch und versuchen ein Stück vom Kuchen zu bekommen. Auch Käse oder Schinken wird nicht verschmäht.

Andere Wespenarten und auch Hornissen hingegen werden Sie auch mit der besten Torte nicht anlocken können.

Wo sie wohnen

Deutsche und gemeine Wespe sowie auch die Hornisse legen ihre Nester in dunklen Hohlräumen an. Dachböden, Rollladenkästen und Gartenhäuschen werden gerne angenommen.

Auch Erdbaue in ausgedienten Mauselöchern werden bewohnt. Dort bauen sie ihre Nester, indem sie Holz (zum Beispiel vom Gartenzaun oder vom morschen Baum) mit ihren Mundwerkzeugen abraspeln, mit Speichel mischen und die papierartige Substanz zusammenkleben.

Richtiges Verhalten

Bleiben sie ruhig, wedeln Sie nicht mit der Serviette, fuchteln Sie nicht mit den Händen, Sie treffen bestenfalls ihren Tischnachbarn oder wischen das Geschirr vom Tisch - und die Wespe wird unruhig und aggressiv. Vertreiben Sie das Tier mit ruhigen Bewegungen und decken Sie den Kuchen ab.

Richtig unangenehm wird es meist jedoch erst, wenn sich mehrere Tiere gleichzeitig einfinden, da ein Nest in der Nähe ist. Beunruhigen Sie die Tiere nicht am Nest, berühren Sie auch nicht die äußere Hülle. Bereits die kleinste Erschütterung wird von den Tieren registriert und als feindlicher Angriff interpretiert. Stellen Sie sich auch nicht in die Flugbahn.

Hornissen verhalten sich von den genannten Arten am friedlichsten. Ihre Größe beeindruckt ebenso wir ihr Flugton, doch stechfreudig sind sie nicht. Mit ihnen ist eine friedliche Koexistenz am leichtesten möglich. Nur am Nest verstehen sie keinen Spaß.

Die Hornissen leben nach der Regel: "Wenn du mir nichts tust, tue ich dir auch nichts". Falls Sie diese Regel einmal missachten sollten, noch ein Hinweis: Ein Hornissenstich verursacht nicht mehr Schmerzen als ein Wespen- oder Bienenstich.

Von den 9 staatenbildenden Wespenarten, die es bei uns gibt, genießt die Hornisse nach dem Naturschutzgesetz den höchsten Schutzstatus. Während die anderen Arten nicht ohne vernünftigen Grund gefangen oder getötet werden dürfen, ist es für bei Hornissen verboten, ihnen nachzustellen, sie zu fangen, zu töten oder ihre Wohnstätten zu beschädigen oder zu zerstören.

Wo bekommen Sie Rat und Hilfe?

Für den Fall, dass es Ihnen nicht möglich ist, sich mit Wespen und Hornissen zu arrangieren und Sie befürchten müssen, den Kürzeren zu ziehen, bekommen Sie Rat und Hilfe bei der Unteren Naturschutzbehörde im Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie:

Die Untere Naturschutzbehörde hat die nachfolgenden Wespen- und Hornissenfachberater bestellt, die eine Ausnahmegenehmigung besitzen um in besonderen Härtefällen Wespen- und Hornissennester umzusiedeln:

  • Rolf Zuber, Telefon: 06205 288856
  • Volker Flory, Telefon: 06221 705932, E-Mail: volker.flory@gmx.de
  • Thomas Hartmann, Telefon: 06226 784085

Schonen Sie die Wildbienen

Bereits im zeitigen Frühjahr können Sie die Wildbienen fliegen sehen. In den ersten warmen Sonnenstrahlen suchen sie die Hausmauern und Fensterläden nach Löchern und Spalten, um hier ihre Brutröhren anlegen zu können. Wildbienen leben einzeln, das heißt sie bilden im Gegensatz zur Honigbiene keinen Staat. An geeigneten Stellen jedoch, wo sie gute Bedingungen zur Anlage ihrer Bruthöhlen finden, können sie in Kolonien auftreten. Die Brutröhre besteht aus mehreren Kammern, in die je ein Ei abgelegt wird und Pollen zu deren Eiweißversorgung eingetragen wird. Am Ende wird die Röhre mit etwas Erde verschlossen.

Andere Wildbienenarten graben ihre Bruthöhlen an sonnenbeschienenen Stellen in die Erde oder in Löß- und Lehmwände. Die meisten Wildbienenarten unterscheiden sich deutlich von der Honigbiene, einige Arten sind stark behaart, einige Arten sind kleiner und alle sind äußerst friedlich. Alle Arten besitzen zwar einen Stachel, setzen ihn jedoch nur im äußersten Notfall ein. Sie müssten das Tier schon fangen und kräftig drücken, bevor es sich wehrt.

Aufgrund ihrer gut isolierenden Behaarung fliegen manche Arten bereits bei Temperaturen, wenn die Honigbienen ihren warmen Bienestock noch lange nicht verlassen. Die Wildbienen sind daher zusammen mit den Hummeln wichtige Blütenbestäuber an kühlen Frühlingstagen und tragen nicht unwesentlich zu einer guten Obsternte bei.