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„Ein wichtiges Baudenkmal erstrahlt in neuem Glanz“

Feierliche Einweihung des sanierten Palais Graimberg

Zwischen September 2012 und Dezember 2013 hat die Stadt Heidelberg das urkundlich erstmals 1713 erwähnte Palais Graimberg am Kornmarkt in der Heidelberger Altstadt, Sitz zweier Dezernate und des Stadtplanungsamtes, umfassend saniert. Im Januar dieses Jahres konnten die städtischen Ämter und Dienststellen in das Verwaltungsgebäude zurückkehren. Die offizielle Einweihung fand am 6. Juni mit einem Festakt im Innenhof statt.

Die Sanierung des Palais Graimberg ist abgeschlossen; Dezernate und Ämter haben das denkmalschützte Verwaltungsgebäude unterhalb des Heidelberger Schlosses wieder bezogen. (Foto: Rothe)
Die Sanierung des Palais Graimberg ist abgeschlossen; Dezernate und Ämter haben das denkmalschützte Verwaltungsgebäude unterhalb des Heidelberger Schlosses wieder bezogen. (Foto: Rothe)

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Nach knapp anderthalbjähriger Bauzeit ist es soweit: Ein wichtiges Baudenkmal erstrahlt in neuem Glanz. Knapp vier Millionen Euro haben wir für die Sanierung in die Hand genommen. Wir sind damit vom Plan abgewichen – und zwar nach unten: Wir sind um fast 600.000 Euro unter der vom Gemeinderat genehmigten Summe geblieben. Nichtsdestoweniger ist das eine stattliche Summe für ein einzelnes Gebäude – aber ich muss sagen: Das Geld ist gut investiert. Unser Palais bietet nun optimale Arbeitsbedingungen.“

OB Dr. Würzner dankte allen Beteiligten, den Planern und ausführenden Unternehmen für ihre hervorragende Arbeit und den Mitarbeiter/innen der ausgelagerten Ämter und Dezernate: „Ihre Geduld hat sich gelohnt. Ich wünsche Ihnen ein frohes Schaffen im neuen Palais Graimberg!“

Die Verglasung auf der Gartenseite fügt sich harmonisch in die Fassade ein. (Foto: Rothe)
Die Verglasung auf der Gartenseite fügt sich harmonisch in die Fassade ein. (Foto: Rothe)

Erster Bürgermeister Bernd Stadel berichtete über die anspruchsvolle Aufgabe, ein solches Juwel baulich instand zu setzen: „Die Sanierung des Palais Graimberg, eines der wichtigsten Heidelberger Baudenkmale und – wegen seiner Lage direkt unterhalb des Schlosses – auch eines der meistfotografierten Gebäude der Stadt, stellte den Bauherrn, den Architekten und die Handwerker vor ganz besondere Herausforderungen. Wie es sich für ein Baudenkmal von Rang geziemt, durften äußerlich sichtbare Veränderungen nur sehr behutsam vorgenommen werden. Durch einen kaum merklichen Eingriff in die Westfassade konnte zumindest das Erdgeschoss barrierefrei erschlossen werden.“

Erster Bürgermeister Bernd Stadel in seinem Dienstzimmer auf der Beletage des Palais Graimberg. (Foto: Buck)
Erster Bürgermeister Bernd Stadel in seinem Dienstzimmer auf der Beletage des Palais Graimberg. (Foto: Buck)

Auch die energetische Sanierung der Gebäudehülle musste sich den Anforderungen des Denkmalschutzes unterordnen und beschränkt sich auf Einzelmaßnahmen, die aber in der Summe den Energieverbrauch spürbar senken. Auf dem neuesten Stand befinden sich jetzt Haustechnik und Brandschutz. Die Mängel in diesem Bereich waren ursprünglich ausschlaggebend für die Sanierung, in die dann auf ausdrücklichen Wunsch des Heidelberger Gemeinderates auch die Fassade einbezogen wurde.

„Ansporn und Verpflichtung für die Zukunft“

Prof. Dr. Frieder Hepp, Direktor des Kurpfälzischen Museums, ging ausführlich auf die Geschichte und Bedeutung des Hauses ein: „Bis in unsere Tage ist das Palais untrennbar mit dem Namen Charles de Graimberg verbunden. Der Visionär erkannte schon früh die Möglichkeit, dass Heidelberg nach dem Untergang des Alten Reichs im beginnenden bürgerlichen Zeitalter ein kultureller Anziehungspunkt für ein internationales Publikum werden konnte. Als Angehöriger des Adels und als katholischer Franzose war er in der Neckarstadt aber nicht unumstritten. Insbesondere sein Kampf um die Erhaltung der Schlossruine stieß bei Teilen der einheimischen Bevölkerung und auch bei den staatlichen Behörden oftmals auf Unverständnis. Doch Graimberg ließ sich in seinem Idealismus nicht davon abhalten, seinen festen Entschluss in die Tat umzusetzen: ‚dieser, jenes mal noch so wenig bekannten Gegend auch im Auslande eine würdige Anerkennung zu schaffen’. Die Nutzung seines Palais und die Pflege und Erweiterung der von ihm begründeten Kunstsammlung sind für die Stadt Heidelberg Ansporn und Verpflichtung für die Zukunft.“


Weitere Infos

Broschüre "Die Sanierung des Palais Graimberg" (7,729 MB)