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„Die Türkei und die Region Izmir sind wichtige Partner in der europäischen Energiewende“

„Energy Cities“-Konferenz 2016: Oberbürgermeister Prof. Dr. Würzner leitete Beratungen in der Türkei

Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner und die stellvertretende Bürgermeister von Paris, Celia Blauel, bei der „Energy Cities“-Konferenz 2016 in der türkischen Mitgliedsstadt Bornova. (Foto: Stadt Heidelberg)

Wie sehen die nächsten Schritte nach dem Pariser Klimagipfel im Dezember 2015 aus? Wie kann die angestrebte globale Energiewende insbesondere auf lokalpolitischer Ebene vorangebracht werden? Wie kann die Abkehr von fossilen Brennstoffen gelingen? Über diese und andere Fragen des Klimaschutzes haben sich vom 1. bis 3. Juni 2016 rund 200 Vertreterinnen und Vertreter des Städtenetzwerks „Energy Cities“ in der türkischen Stadt Bornova in der Region Izmir beratschlagt. In seiner Funktion als „Energy Cities“-Vorsitzender hat Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner die Jahreshauptversammlung geleitet.

„Die Türkei und die Region Izmir sind wichtige Partner in der europäischen Energiewende. Bornova und Izmir investieren in Solarenergie. Sie versuchen auch in Ländern mit hohen Temperaturen energieeffiziente Kühlsysteme und Gebäude mit Wärmedämmung zu realisieren, um hier die Energiekosten zu reduzieren. Wir haben hier in der Türkei über dezentrale Energieversorgungsstrategien in Europa, die Rolle der Kommunen bei der Festlegung von Energiestandards und beim Ausbau der umweltfreundlichen Infrastruktur diskutiert“, berichtete Prof. Dr. Würzner.

Die Teilnehmenden stellten bei dem Treffen Projekte ihrer Städte vor. Auf dem sogenannten Ideen-Bazar wurden 25 verschiedene Projekte präsentiert, unter anderem:

  • Elektromobilität: Ein EU-Projekt in Schweden zielte darauf ab, die Verwendung von E-Bikes zu fördern. 30 E-Bikes sind für drei bis vier Wochen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Firmen verliehen worden. In dieser Zeit testeten 4.750 Personen die E-Bikes und der Verkauf konnte um 800 Prozent gesteigert werden.
  • Ernährungspolitik: Mailand stellte eine Kampagne vor, wie die Ernährung in Kitas, Schulen und Kantinen nachhaltiger gestaltet werden kann und wie Ernährungsthemen in den Stundenplan aufgenommen werden können.
  • Klimaanpassung: Klimaschutz und Klimaanpassungsstrategien müssen Hand in Hand gehen, so Beatriz Yordi, Direktorin der Generaldirektion Klimaanpassung der Europäischen Union. Einerseits müssten sowohl Strategien für den Hochwasserschutz weiterentwickelt werden, andererseits aber auch für besonders heiße Sommer energieeffiziente Kühlsysteme in den Kommunen auf den Weg gebracht werden. Zudem seien in Hinblick auf den Klimawandel Anpassungsstrategien an trockene Sommer notwendig, beispielsweise bei Wein, Gemüse und Getreide.

Auf der dreitägigen Konferenz hat Prof. Dr. Würzner unter anderem einen Vortrag darüber gehalten, wie Kooperationen internationale, europäische und nationale Energie- und Klimaziele voranbringen können. Mit Repräsentanten anderer europäischer Städte debattierte er vor dem Hintergrund wachsender Ungleichheiten in der Welt außerdem darüber, ob ein dezentralisiertes Energiesystem den Zugang zu Energie für alle sicherer, nachhaltiger und preiswerter machen könnte. Bereits im Februar 2016 hatte der elfköpfige Vorstand von „Energy Cities“ in Heidelberg über die klimapolitische Ausrichtung im Jahr 2016 beraten.

Hintergrund

Energy Cities ist ein Zusammenschluss europäischer Gemeinden, die sich eine langfristige lokale Energiepolitik zum Ziel gesetzt haben. Die Mitglieder des Städtenetzwerkes entwickeln gemeinsam Handlungsstrategien für den Klimaschutz, tauschen Erfahrungen und Know-how im Energiebereich aus, erarbeiten Projekte zum Klimaschutz und nehmen gezielt Einfluss auf die Politik der Europäischen Union in den Bereichen Energie-, Umwelt- und Stadtpolitik. Knapp 200 Mitglieder aus 30 Ländern, die über 1.000 Städte repräsentieren, werden durch Energy Cities vertreten. Heidelberg arbeitet eng mit Energy Cities zusammen. Das Städtenetzwerk hat den Konvent der Bürgermeister (Convenant of Mayors) initiiert und dafür ein Büro in Brüssel eingerichtet, um von dort den Prozess zu begleiten.

Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner ist seit 2005 Präsident des Städtenetzwerkes und wurde 2015 für weitere zwei Jahre wiedergewählt. Im Vorstand von Energy Cities sind neben Heidelberg folgende Städte durch ihre Bürgermeisterinnen oder Bürgermeister vertreten: Aberdeen (Großbritannien), Bielsko-Biala (Polen), Bornova (Türkei), Brüssel (Belgien), die Grafschaft Cork (Irland), Delft (Niederlande), Dijon (Frankreich), Helsinki (Finnland), Riga (Lettland) und Växjö (Schweden).


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