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Das Goldene Buch: eine Chronik prominenter Besuche in Heidelberg

Der damals 81-jaehrige Nelson Mandela trug sich am 11. September 1999 in das Goldene Buch der Stadt Heidelberg ein. In das Buch schrieb er: „Visiting the Heidelberg Fort is an unforgettable experience" (deutsch: Die Heidelberger Festung zu besuchen ist eine unvergessliche Erfahrung). Die ehemalige Oberbuergermeisterin Beate Weber (links unten) erklaerte dem hochrangigen Gast damals den Blick vom Schlossaltan aus. (Foto:Rothe)
Der damals 81-jährige Nelson Mandela trug sich am 11. September 1999 in das Goldene Buch der Stadt Heidelberg ein. In das Buch schrieb er: „Visiting the Heidelberg Fort is an unforgettable experience" (deutsch: Die Heidelberger Festung zu besuchen ist eine unvergessliche Erfahrung). Die ehemalige Oberbürgermeisterin Beate Weber (links unten) erklaerte dem hochrangigen Gast damals den Blick vom Schlossaltan aus. (Foto:Rothe)

Der ehemalige Präsident und Friedensnobelpreisträger aus Südafrika Nelson Mandela, der frühere französische Staatspräsident Francois Mitterrand, der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck oder Bundeskanzlerin Angela Merkel – sie alle haben sich schon im Goldenen Buch der Stadt Heidelberg verewigt. Das prächtig geschmückte Buch reicht bis ins Jahr 1903 zurück und umfasst derzeit zwei Bände. Es ist eine Chronik prominenter Besuche in Heidelberg, und immer wieder kommen neue, hochrangige Persönlichkeiten hinzu: Auch Prinz William und seine Gemahlin Herzogin Catherine von Cambridge haben sich bei ihrem Besuch in Heidelberg in das Goldene Buch eingetragen.

Ein Buch schreibt Heidelberger Stadtgeschichte

Großherzog Friedrich von Baden und seine Gattin Louise waren 1903 die ersten, die mit ihrer Unterschrift den ersten Band adelten. In Gebrauch ist seit April 2010 der zweite Band, der mit der Signatur von Prinz William und Herzogin Catherine dann insgesamt 27 Einträge zählen wird. Dazwischen griffen auf vielen hundert Seiten Bundespräsidenten – darunter Roman Herzog, Johannes Rau und Horst Köhler –, Bundeskanzler wie Helmut Kohl oder Gerhard Schröder sowie Prinzen und Prinzessinnen, Botschafter, Bischöfe sowie Preisträger und Preisträgerinnen zum Füllfederhalter. Wer sich in das Buch eintragen darf, entscheidet der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg. Zudem gibt es eine protokollarische Richtlinie, nach der sich Gäste ab dem Rang des Generalkonsuls eintragen dürfen. Die häufigsten Gründe für einen Aufenthalt in Heidelberg sind Antrittsbesuche, Ordens- oder Preisverleihungen sowie Eröffnungen von Ausstellungen und Gebäuden oder Festakte. Jeder Eintrag ist ein Stück Stadtgeschichte und hinterlässt Spuren: So erinnern beispielsweise die Unterschriften des ehemaligen US-amerikanischen Generalkonsuls Kevin C. Milas und des Lieutenants General Donald M. Campbell Jr. vom Mai 2013 an den Abzug der amerikanischen Streitkräfte nach 68 Jahren.

Kunst und seitenweise Schönschrift

Rechts der zweite Band des Goldenen Buches der Stadt Heidelberg mit dem Bild „Alte Bruecke – Abendlicht“ von Philine Maurus. Links der erste Band, dessen silberne Buchschliesse fuer den zweiten Band in Handarbeit vom Heidelberger Goldschmied Rolf Jansen genau nachgebildet wurde. (Foto: Stadt Heidelberg)
Rechts der zweite Band des Goldenen Buches der Stadt Heidelberg mit dem Bild „Alte Brücke – Abendlicht“ von Philine Maurus. Links der erste Band, dessen silberne Buchschließe für den zweiten Band in Handarbeit vom Heidelberger Goldschmied Rolf Jansen genau nachgebildet wurde. (Foto: Stadt Heidelberg)

Fast einen halben Meter lang, 33 Zentimeter breit und rund 12,5 Kilogramm schwer ist der zweite Band des Goldenen Buches der Stadt Heidelberg. Wie auch der erste Band, wurde es in aufwändiger Handarbeit gefertigt und mit einem Lederband, Goldschnitt sowie einer silbernen Buchschließe versehen. Auf der ersten Seite befindet sich ein Leinendruck mit Goldrand nach einem Ölgemälde der Heidelberger Künstlerin Philine Maurus mit dem Titel „Alte Brücke – Abendlicht“. Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner hatte dieses Bild eigens für diesen Zweck ausgesucht und für die Stadt erworben. Die Brücke auf dem Gemälde symbolisiert die Offenheit der Stadt Heidelberg, die ihre Gäste einlädt und hereinlässt.
 
Mit Farbe, Metallfeder und viel Geschick zaubert Kalligrafin Kornelia Roth jedem Gast eine eigene Seite und hält den Anlass des Besuchs in kunstvoller Schönschrift fest. Im ersten Band wurden lediglich die Unterschriften der Prominenz und nur selten der Besuchsgrund und das Datum festgehalten. Bei der Gestaltung der Seiten bleiben das mit Tinte geschriebene Schriftbild und ein mit Aquarell und Buntstiften gezeichneter Rahmen immer gleich. Individuell angepasst werden die Initialen und Malereien auf der Seite: Dabei greift die Künstlerin Elemente der nationalen oder regionalen Pflanzenwelt des jeweiligen Gasts auf. Die Gestaltung einer Seite dauert bis zu 19 Stunden und erlaubt keine Fehler, denn Korrekturen sind nicht möglich.