Kurze Geschichte der Stadt Heidelberg
"Alt-Heidelberg du feine, du Stadt an Ehren reich, am Neckar und am Rheine, kein' andere kommt dir gleich." (Joseph Victor von Scheffel)
Heidelberg: Mehr als 800 Jahre geballte, wechselvolle und aufregende Geschichte(n), besungen, gemalt und literarisch verewigt. - Heidelberg: Stadt der Romantik, Stadt des Barocks und des einzigartigen und weltberühmten Ensembles aus Schloss, Altstadt und Fluss inmitten der Berge.
- Heidelberg: Stadt der Wissenschaft und Forschung.
- Heidelberg: eine der lebenswertesten Städte in Deutschland.
- Heidelberg: Zwischen Tradition und Moderne, mit glänzenden Zukunftsaussichten!
Damals...
Spuren erster Besiedelungen auf Heidelberger Grund reichen bis in die Zeit der Römer und Kelten zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wird Heidelberg 1196. Im 13. Jahrhundert wird die Stadt nach Plan angelegt und das Schloss gebaut. Heidelberg entwickelt sich zur Residenzstadt der Pfalzgrafen bei Rhein. Nicht zuletzt mit der Gründung der Universität 1386 (der ältesten Hochschule Deutschlands) beginnt die Blütezeit Heidelbergs als Hauptstadt der Kurpfalz. Während der Pfälzischen Erbfolgekriege zweimal zerstört, wird die Stadt auf mittelalterlichem Grundriss im Stil des Barock wieder aufgebaut. 1720 verliert sie aber mit der Verlegung der kurfürstlichen Residenz nach Mannheim ihren Status als Hauptstadt der Kurpfalz. 1803 kommt Heidelberg an Baden und entwickelt sich zu einer bedeutenden Universitätsstadt und zu einem beliebten Reiseziel - auch für Dichter und Denker, die Heidelberg zur "Stadt der Romantik" machten.
...und heute
Das moderne Heidelberg besticht durch zukunftsweisende Wissenschaft und Forschung, ist entwicklungsstarker Wirtschaftsstandort und lebendiger Mittelpunkt der Metropolregion Rhein-Neckar. Weltoffenheit und Internationalität kennzeichnen die Stadt am Neckar, die intensive Städtepartnerschaften in aller Welt unterhält und jährlich von Millionen Touristen besucht wird.
Historie in Zahlen
12. bis 15. Jahrhundert
- 1196: Heidelberg ("Heidelberch") wird erstmals in einer Urkunde des Klosters Schönau im Odenwald erwähnt.
- 1214: Kaiser Friedrich II. belehnt den Herzog von Bayern, Ludwig I., mit der rheinischen Pfalzgrafenwürde. Ab da bestimmt das Adelshaus der Wittelsbacher über dieses Gebiet, zu dessen Mittelpunkt sich Heidelberg entwickelt.
- 1225: Urkundliche Erwähnung einer Burg über Heidelberg
1386: Universitätsgründung durch Kurfürst Ruprecht I. Heidelberg hat damit die älteste Universität im heutigen Deutschland. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation war die Heidelberger Universitätsgründung die dritte nach Prag und Wien.- 1392: Große Stadterweiterung durch Ruprecht II. in Richtung Westen: von der Grabengasse bis zum heutigen Bismarckplatz.
- 1398 bis 1410: Regierungszeit Kurfürst Ruprecht III.,
- 1400 bis 1410: Kurfürst Ruprecht III. regiert als deutscher König Ruprecht I. Während seiner Amtszeit lässt er die Heiliggeistkirche errichten und bestimmt sie zur kurfürstlichen Grablege.
16. und 17. Jahrhundert
- 1518: Martin Luther hält seine "Heidelberger Disputation“, die eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Reformation im Südwesten spielt.
1556: Kurfürst Ottheinrich führt die Reformation in der Kurpfalz ein.- 1563: Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus; er steht für die Entwicklung Heidelbergs und seiner Universität zu einer calvinistischen Hochburg.
- 1613: Vermählung von Kurfürst Friedrich V. mit Elisabeth Stuart. Diese Heidelberger Liebesgeschichte ist der Ursprung der jährlich wiederkehrenden Schlossbeleuchtung.
- 1622: Belagerung und Erstürmung Heidelbergs durch die Truppen ("katholische Liga") von General Tilly (19. September), in deren Folge die "Bibliotheca Palatina" nach Rom in den Vatikan gebracht wird.
- 1689 und 1693: Zerstörung der Stadt und des Schlosses durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg.
18. Jahrhundert
1701 bis 1703: Bau des Rathauses im Barockstil auf dem Marktplatz- 1703 bis 1706: Bau des Herkulesbrunnens auf dem Marktplatz
- 1720: Kurfürst Carl Philipp verlegt die Residenz der Kurpfalz nach Mannheim.
- 1737: Privatsynagoge in der Heidelberger Altsstadt wird zur offiziellen Gemeindesynagoge
- 1764: Nach Blitzschlag werden die seit 1742 laufenden Wiederaufbauarbeiten am Heidelberger Schloss eingestellt.
- 1784: Die letzte holzgedeckte Brücke über den Neckar wird durch Eisgang zerstört. An gleicher Stelle lässt Kurfürst Carl Theodor von 1786 bis 1788 eine steinerne Brücke erbauen (Carl-Theodor-Brücke, besser bekannt unter dem Namen "Alte Brücke")
19. Jahrhundert
- 1803: Heidelberg fällt an Baden; unter der Regierung Karl-Friedrichs wird die in eine Krise geratene Hochschule erneuert und in Ruprecht-Karls-Universität („Ruperto Carola“) umbenannt.
- 1840: Eröffnung der ersten badischen Eisenbahnlinie Heidelberg-Mannheim
- 1869: Der Bau des Klinikviertels in Bergheim beginnt.
1871: Geburt Friedrich Eberts, des späteren 1. Reichspräsidenten- 1875: Anlässlich des 70. Geburtstages Otto von Bismarcks (1. April) wird der 1847 angelegte und zwischen 1867 und 1874 zugeschüttete Winterhafen am westlichen Rand der Altstadt in Bismarckplatz umbenannt.
- 1876: Eröffnung des Akademischen Krankenhauses in Bergheim
- 1877: Bau einer neuen Synagoge in der Heidelberger Altstadt, Einweihung 1878
- 1885: In Heidelberg fährt die erste Straßenbahn - zunächst von Pferden gezogen, ab 1902 elektrifiziert.
- 1891: Eingemeindung Neuenheims
20. Jahrhundert
- 1903: Eingemeindung Handschuhsheims
- 1903: Der Mediziner Vinzenz Czerny gründet das „Institut für experimentelle Krebsforschung“, dem Vorläufer des heutigen Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).
- 1907: In Mauer (rund 15 Kilometer von Heidelberg entfernt) wird der Unterkiefer des so genannten "Homo heidelbergensis" gefunden, der vor rund 600.000 Jahren lebte.
- 1920: Eingemeindung Kirchheims und Wieblingens; der Stadtteil Pfaffengrund wird neu angelegt.
1925: Reichspräsident Friedrich Ebert wird auf dem Bergfriedhof beigesetzt.- 1925: Erstmalige Stauung des Neckars bei Wieblingen (bis 1929 Kanalisierung)
- 1927: Eingemeindung Rohrbachs
- 1930: Grundsteinlegung für die Neue Universität, gespendet von US-Bürgern¨
- 1930: Das heutige Max-Planck-Institut für medizinische Forschung wird als „Kaiser-Wilhelm-Institut“ in Heidelberg gegründet.
1938: In der Pogromnacht wird die Synagoge von SA-Leuten in Brand gesetzt und vollständig zerstört. - 1940: Deportation Heidelberger Juden nach Gurs (22. Oktober)
- 1945: Heidelberg wird ohne größere Zerstörungen von amerikanischen Streitkräften eingenommen (30. März); später wird die Stadt zum Hauptquartier der US-Armee und der NATO.
- 1945: Am 5. September erscheint erstmals die Rhein-Neckar-Zeitung; Mitherausgeber ist der spätere Bundespräsident Theodor Heuss.
- 1946: Am 7. Januar wird der Lehrbetrieb der Heidelberger Universität feierlich wiederaufgenommen, der am 1. April 1945 eingestellt worden war.
- 1946: Erstmals zählt Heidelberg mehr als 100.000 Einwohner - und wird damit zur Großstadt.
1947: Die von deutschen Pioniereinheiten einen Tag vor Einmarsch der Amerikaner gesprengte Alte Brücke wird nach zweijähriger Bauzeit wieder eröffnet.- 1949: Das „Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht“ wird in Heidelberg neu gegründet.
- 1951: Mit dem Bau des neuen Universitätscampus "Neuenheimer Feld" am westlichen Stadtrand wird begonnen.
- 1955: Einweihung des neuen Hauptbahnhofs an der westlichen Grenze Heidelbergs
- 1958: Das Max-Planck-Institut für Kernphysik (MPIK) wird in Heidelberg gegründet.
- 1962: Gründung der Pädagogischen Hochschule; erstes Universitätsgebäude im Neuenheimer Feld errichtet
1964: Das DKFZ als nationale Forschungseinrichtung wird gegründet. Stiftungsbeauftragter ist der Heidelberger Chirurg Karl Heinrich Bauer, auf dessen Initiative das Entstehen des DKFZ zurückzuführen ist.- 1967: Das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) wird in Heidelberg auf dem Königstuhl gegründet.
- 1968: Der neue Stadtteil Boxberg wird angelegt.
- 1972: Beginn der Altstadtsanierung ("Jahrhundertaufgabe")
- 1975: Eingemeindung Ziegelhausens
- 1975: Der neue Stadtteil Emmertsgrund wird angelegt.
- 1978: Der Fußgängerbereich in der Altstadt wird mit einer Länge von 1,6 Kilometern fertiggestellt.
1978: Das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) wird in Heidelberg eröffnet.- 1979: Wiedereröffnung der restaurierten, 1903 erbauten Stadthalle als Kongresshaus
- 1979/80: Gründung der Hochschule für Jüdische Studien
- 1984: Die Stadt Heidelberg gründet den Technologiepark (Technologiepark Heidelberg GmbH).
- 1987: Einrichtung des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
- 1989: Einweihung der Reichspräsident Friedrich-Ebert-Gedenkstätte
- 1994: Einweihung der neu errichteten Synagoge im Stadtteil Weststadt
- 1996: 800-Jahr-Feier der Stadt Heidelberg
- 1997: Eröffnung des Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma
- 1997: Der Güterbahnhof Heidelberg wird stillgelegt (Voraussetzung für die Entstehung der Bahnstadt).
- 1999: Nelson Mandela besucht Heidelberg (11. September).
21. Jahrhundert
- 2000: Die Print-Media-Akademie der Heidelberger Druckmaschinen AG wird eröffnet.
- 2001: Die Stadt Heidelberg schreibt einen städtebaulichen Wettbewerb zum Bau eine 116 Hektar großen neuen Stadtteils (Bahnstadt) zwischen Bergheim, Südstadt und Pfaffengrund aus.
- 2003: Betriebsbeginn der S-Bahn Rhein-Neckar (14. Dezember)
- 2004: Baubeginn der Angelika-Lautenschläger-Klinik im Neuenheimer Feld, Einweihung 2008
2006: Einweihung der neuen Straßenbahnlinie nach Kirchheim (9. Dezember)- 2007: Die Ruprecht-Karls-Universität wird vom Bund als Elite-Universität ausgezeichnet.
- 2007: Einweihung der neuen Feuerwache für die Berufsfeuerwehr in der Speyerer Straße (19. Oktober)
- 2008: Grundsteinlegung für den Neubau der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, Eröffnung 2009
- 2008: Gemeinderat beschließt Theatersanierung. Wiedereröffnung: Herbst 2012
- 2009: Die Erschließungsarbeiten für Heidelbergs Stadtteil der Zukunft "Bahnstadt" beginnen. Herzstück ist der Campus II, neben Büro- und Gewerbeflächen entstehen Wohnungen für rund 5.000 Einwohner/innen.
- 2010: Die US Army kündigt an, ihre Standorte in Heidelberg bis Ende 2013 aufzulösen. Mehr als 200 Hektar Konversionsflächen werden in Heidelberg neu entwickelt.
- 2011: Arbeitskreis Bürgerbeteiligung wird eingerichtet.
- 2011: Bronzezeitliche Siedlung im Zoo Heidelberg gefunden
- 2012: Am 15. Juni 2012 ziehen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in den neuen Stadtteil Bahnstadt.
- 2012: Das Heidelberger Theater wird am 24. November 2012 wiedereröffnet. In Heidelberg hat ein bundesweit einzigartiges Engagement von Stadt und privaten Spendern die Sanierung und Erweiterung des Theaters ermöglicht.
Weiterführende Informationen und Quellen
- Heidelberger Geschichtsverein e. V.
- Heidelberg in der Literatur: Publikationsliste der Stadtbücherei Heidelberg ( PDF-Datei)
- Cornelius, Vera / Cowin, Andrew: Faszination Heidelberg. Stationen einer Zeitreise. ABC Verlag, Heidelberg 2007
- Cser, Andreas: Kleine Geschichte der Stadt Heidelberg und ihrer Universität. Verlag G. Braun, Karlsruhe 2007
- Depenau, David und Drücke, Ernot: Heidelberg einst und heute. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2008
- Fink, Oliver: Kleine Heidelberger Stadtgeschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2005
- Fink, Oliver / Kustos, Norbert: Heidelberg. Eine Bildreise. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2008
- Oesterreich, Carmen und Volker (Hrsg.): Heidelberg, wo es am schönsten ist. 77 Lieblingsplätze. Bostelmann und Siebenhaar, Berlin 2007
- Vetter, Roland: "Die ganze Stadt ist abgebrannt" - Heidelbergs zweite Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1693. Verlag G. Braun, Karlsruhe 2009
- Vogt, Heribert: Die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg im Aufbruch: am glänzenden Fluss des Weltwissens. Heidelberg 2009



