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Pressedienst der Stadt Heidelberg vom 15. August 2007

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"Nachhaltiges Wirtschaften": Ein Erfolgsmodell geht in die nächste Runde

Das städtische Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften für kleine und mittlere Unternehmen“ durchläuft zurzeit die Phase sechs. Mit Hilfe städtischer und externer Berater entwickeln 14 Betriebe und Einrichtungen unter anderem ein Umweltmanagementsystem, um Energie einzusparen, Ressourcen zu schonen, die Umwelt zu entlasten und Kosten zu verringern. Erstmals nehmen im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung auch drei Eppelheimer Betriebe und der Betriebshof der Stadt Eppelheim teil.

Konkret sieht die Unterstützung unter anderem so aus: Bei Begehungen suchen Energie- und Umweltexperten nach Schwachstellen im Betrieb und machen Verbesserungsvorschläge. Erste Maßnahmen wurden schon umgesetzt: So hat beispielsweise die Spedition Fels die Dächer ihrer Lagerhallen gedämmt und auf diesen eine rund 300 Quadratmeter große Solarstromanlage installieren lassen. Sie deckt umgerechnet den Strombedarf von sechs Einfamilienhäusern. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner nahm an der Einweihung der Anlage am 14. August 2007 teil.

Häufig führen die Begehungen dazu, dass das Müllaufkommen reduziert oder die Trennung der Abfälle optimiert wird. Auch hier zeigt ein Beispiel aus der Firma Fels, dass so Kosteneinsparungen möglich sind. Das Logistikunternehmen entsorgt unbrauchbare Paletten jetzt nicht mehr, sondern überlässt sie für einen geringeren Preis einem Abnehmer, der das Holz als Heizmaterial verwertet.

Energiecheck deckt unnötigen Verbrauch auf

Der Check durch die Experten bringt weitere Optimierungen: Bei dem einen Unternehmen kann eine zeitgesteuerte Beleuchtung Energie einsparen helfen, beim anderen wird die Lagerung von Gefahrgut verbessert, wenn nicht sogar reduziert. Arbeitsabläufe werden so umorganisiert, dass Energiekosten gesenkt oder Umweltbelastungen reduziert werden können. Die Mitarbeiter/innen nehmen zudem an Spritsparkursen teil, um den Kraftstoffverbrauch der Geschäftswagen zu senken.

Neben diesen Optimierungen im Umweltbereich, will „Nachhaltiges Wirtschaften“ auch die soziale Verantwortung des Unternehmens stärker akzentuieren. So hat beispielsweise die Firma Fels einen Jugendlichen auf Probe eingestellt, der aufgrund schulischer und sozialer Defizite nur schwer auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar ist.

Seit Anfang 2007 lassen die 14 Betriebe und Einrichtungen ihre Wirtschaftsweise im Hinblick auf die Nachhaltigkeit überprüfen und verbessern. Jeder Betrieb baut ein Umweltmanagementsystem und Organisationsstrukturen auf, die einen stetigen Verbesserungsprozess garantieren. Am Ende steht ein individuell zugeschnittenes Umweltprogramm, das ein Umweltteam des Betriebes nach einem vorgegebenen Zeitplan umsetzt.

Kooperation statt Vorschriften

Mit dem Projekt demonstriert die Stadt Heidelberg, dass sie nicht auf Verordnungen und Verbote, sondern auf Zusammenarbeit und Wissenstransfer setzt, um Betriebe für eine nachhaltige Unternehmensführung zu gewinnen. Im Erfolgsfall erhalten die Teilnehmer bei der feierlichen Abschlussveranstaltung am 22. November 2007 eine Urkunde und die Erlaubnis, mit dem Projektlogo zukünftig zu werben.

Rund 1.500 Euro zahlen die Teilnehmer für den Optimierungsprozess. Ein Teil der Kosten wird über das landesweite Förderprogramm „ECOfit“ abgerechnet, die Stadt Heidelberg übernimmt die Kosten für die Energiechecks und organisiert alle Projektabläufe. Das baden-württembergische Umweltministerium nahm „Nachhaltiges Wirtschaften“ als Vorbild für das Förderprogramm „ECOfit“, an dem sich seit 2005 alle Betriebe und Kommunen im Land beteiligen können.

Workshops und individuelle Betriebsbegehungen übernahmen neben städtischen Experten die Arqum Gesellschaft für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement mbH und die KliBA (Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg - Nachbargemeinden gGmbH).

Aktuelle Teilnehmer in Phase VI:

  • Wohnland Breitwieser GmbH
  • Bauhof der Stadt Eppelheim
  • Fritz Fels GmbH
  • Kohlhof Reha-Klinik
  • Elektro Krenz GmbH
  • Dr. Heinz Linder GmbH
  • Maisch Orthopädie Technik Zentrum
  • Friedrich Morsch GmbH und Co KG
  • MTB Schreinerei
  • Näher Baustoffe GmbH
  • Haus Philippus
  • Leonard Rack Stuckateurbetrieb GmbH
  • Armin Schmitt Haustechnik GmbH
  • Tyco Thermal Controls GmbH.


Anfang 2008 wird die nächste Projektphase beginnen. Interessierte Betriebe können sich direkt an das Umweltamt wenden

Kontakt: Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie, Prinz Carl, Kornmarkt 1, 69117 Heidelberg, Telefon 06221 58-18000, E-Mail: Umweltamt.Heidelberg@Heidelberg.de

Hintergrundinformationen zum Projekt Nachhaltiges Wirtschaften

Das Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften für kleine und mittlere Unternehmen in Heidelberg“ wendet sich an kleinere und mittlere Unternehmen mit zehn bis 200 Mitarbeitern/innen. Ziel dieses 2001 gestarteten Projekts ist es, Betrieben, deren Personaldecke nicht ausreicht, um selbstständig „Umweltmanagementsysteme“ zu installieren, eine Hilfestellung für deren Einführung zu bieten. Unter „Umweltmanagementsystemen“ versteht man innerbetriebliche Strukturen, die eine umweltfreundliche, ressourcen- und kostensparende Arbeitsweise fördern.

„Nachhaltiges Wirtschaften“ führt durch die Energieeinsparungen in den Betrieben auch dazu, dass das Klima geschützt wird. Damit belegt die Stadtverwaltung, dass sie die im Frühjahr 2007 gestartete Kampagne „Klima sucht Schutz in Heidelberg“, mit der die Stadt alle Bürgerinnen und Bürger aufruft, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen, selbst langfristig mit eigenen Aktivitäten zur Reduzierung des Co2-Ausstoßes unterstützt. Ziel der Kampagne ist es, den Ausstoß von CO2 in Heidelberg bis zum Jahr 2015 um 20 Prozent zu verringern.

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