Reiterverein: Bauausschuss spricht sich für erweiterte Standortsuche aus
Der Bauausschuss des Heidelberger Gemeinderates hat am Dienstag, 9. September 2008, in nicht-öffentlicher Sitzung die Verlagerung des Reitervereins Heidelberg e.V. behandelt. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Standortalternativen im Handschuhsheimer Feld im Gewann Ziegelscheuer (Standortvorschlag 4) bzw. im Gewann Schläuchen (Standortvorschlag 5) wurden mit großer Mehrheit abgelehnt.
Der Bauausschuss folgte ohne Gegenstimmen dem Antrag der SPD-Fraktion auf nochmalige gesamtstädtische Variantenprüfung. Auch soll die Stadtverwaltung erneut in Gespräche mit dem Land Baden-Württemberg über die Standortvariante 3 (Vorbehaltsfläche Botanischer Garten) eintreten.
Dr. Stephan Bingel, Vorsitzender des Reitervereins Heidelberg e.V., hatte in der Sitzung Gelegenheit, die Zukunftspläne des Vereins darzulegen. Dr. Klaus Wünnemann, Direktor des Heidelberger Tiergartens, informierte über die Erweiterungspläne des Zoos.
Erster Bürgermeister Bernd Stadel trat Medienberichten entgegen, in denen die Zooerweiterung als ursächlich für die Verlagerung des Reitervereins Heidelberg e. V. dargestellt wird. Unabhängig von den Wünschen des Tiergartens hat der Reiterverein am derzeitigen Standort keine Zukunft. Das Land hat – vom Verein für die artgerechte Pferdehaltung unbedingt benötigte – Koppeln wegen des vorgesehenen Baus weiterer Studentenwohnheime bereits gekündigt. In den Medien genannte Zahlen über den Flächenbedarf des Reitervereins sind unzutreffend; die benötigte Fläche einschließlich der Koppeln beträgt maximal fünf Hektar.
Heidelberg ist um eine grüne Oase reicher
Landesforstverwaltung Baden-Württemberg übergab die Erholungsanlage Pferchel – Präsentation des Waldkindergeländes
Die Erholungsanlage Pferchel im Heidelberger Wald zählt zu den wichtigsten Naherholungsmöglichkeiten von Heidelberg-Ziegelhausen und ist eine beliebte Anlaufstelle für die Vereins- und Freizeitaktivitäten des Stadtteils. Am Mittwoch, 10. September, hat die Landesforstverwaltung Baden-Württemberg die Anlage offiziell der Stadt Heidelberg übertragen. An der feierlichen Übergabe auf dem Pferchelgelände nahmen Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, Forstpräsident Meinrad Joos, Leiter der Forstabteilung im Regierungspräsidiums Freiburg, Landrat Dr. Achim Brötel, Vorsitzender des Naturparks Neckartal-Odenwald, und Raimund Beisel, Vorsitzender des Stadtteilvereins Ziegelhausen und Peterstal, teil. „Ich freue mich darauf, hier in Zukunft viele glückliche Gesichter zu sehen. Das ganzheitliche Konzept der Erholungsanlage Pferchel ist hervorragend und ein weiterer schöner Baustein für ein familienfreundliches Heidelberg“, so Oberbürgermeister Dr. Würzner.
Durch die Übergabe vom Land an die Stadt konnte die Erholungsanlage Pferchel neu konzipiert und insbesondere um ein „Waldkindergelände“ als Baustein des wald- und umweltpädagogischen Bildungsprogramms „Natürlich Heidelberg“ der Stadt Heidelberg erweitert werden. „Wir haben das Gelände gerne übergeben“, so Forstpräsident Joos. „Waldpädagogik bekommt hier Gesicht, Inhalt und Struktur. Das Pferchelgelände ist eine Investition in die Zukunft.“
Die rund 4.100 Quadratmeter große Anlage besteht aus einem Waldstück und einer Freifläche und liegt an einem flachen Hang auf drei Ebenen, wobei jeder Ebene eine Nutzung zugeordnet ist: der oberen Geländeebene das „Waldkindergelände“, der mittleren die Grillhütte und der unteren Ebene ein Waldspielplatz. Die Neukonzeption des Areals soll bis zum Sommer 2009 mit der Gestaltung des Waldspielplatzes und verschiedener Sitzgruppen abgeschlossen sein.
In die Neukonzeption und Umgestaltung sind bislang rund 180.000 Euro investiert worden. Das Projekt wird teils von der Stadt Heidelberg finanziert; einen weiteren Teil hat das Regierungspräsidium Freiburg übernommen. Dieses Geld stammt aus der sogenannten Ausgleichsabgabe Wald. Dies sind Mittel, die als Ausgleich entrichtet werden, wenn an anderer Stelle Waldflächen zugunsten von Bauprojekten weichen müssen. Der Naturpark Neckartal-Odenwald hat sich mit Fördermitteln ebenfalls finanziell beteiligt. Mitglieder des Stadtteilvereins Ziegelhausen, des AC Germania, der Handball-Abteilung des TSG Ziegelhausen, des Gewerbevereins und des SPD-Ortsverbands Ziegelhausen unterstützten die Mitarbeiter der Forstabteilung des Landschafts- und Forstamts der Stadt Heidelberg tatkräftig bei den Arbeiten auf dem Gelände.
Ziel des Konzepts „Waldkindergelände“ ist es, Pädagogen, Lehrern und Erziehern eine Basis für wald- und naturpädagogische Aktivitäten anzubieten. Der jahreszeitliche Wandel des Waldes ist für Kinder und Jugendliche vor Ort unmittelbar erlebbar. Die Hütte mit den naturnah gestalteten Spielräumen ist dafür der ideale Ausgangspunkt. Das Konzept wurde von den Mitarbeitern der Forstabteilung des Landschafts- und Forstamts entwickelt; das Waldkindergelände wird von diesen betreut und verwaltet. Es kann ab sofort tageweise gegen einen geringen Unkostenbeitrag angemietet werden. Geschulte Waldpädagogen weisen die Gruppenleiter bei Multiplikatorenveranstaltungen vor der Nutzung in das Gelände, die Ausstattung und in die Umsetzung von waldpädagogischen Zielen ein. Mit der Verlegung des Pferchelbrunnens wurde das Gelände um das wichtige Erlebniselement Wasser erweitert. Das Waldkindergelände ist aus Sicherheits- und Hygienegründen eingezäunt.
Die Pferchel-Grillhütte wurde im Jahr 1980 durch das damalige staatliche Forstamt Heidelberg errichtet. Die Hütte, die für etwa 60 Menschen Platz bietet, kann von den ortsansässigen Vereinen ebenso genutzt werden wie von allen Bürgerinnen und Bürgern. Im Zuge der Sanierung hat die Grillhütte ein neues Dach und einen frischen Anstrich erhalten; zudem gibt es nun fließend Wasser. Außen wurden ein neuer Grillplatz und Terrassen angelegt.
Reservierungen für die Grillhütte und das „Waldkindergelände“ sind beim Buchungsbüro „Natürlich Heidelberg“ der Forstabteilung des Landschafts- und Forstamts unter der Telefonnummer 58-28333 oder per E-Mail unter natuerlich@heidelberg.de möglich.
Nähere Informationen zu den Grillhütten