Neu gegründetes Netzwerk will „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in Heidelberg voranbringen
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Der Begriff ist sperrig, gilt als „unsexy“ und jeder versteht etwas anderes darunter: „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Die Vereinten Nationen hatten die Jahre 2005 bis 2014 zur „Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen und Heidelberg 2007/2008 als „Stadt der Weltdekade BNE“ ausgezeichnet – in Anerkennung des Engagements, das dazu in der Stadt vorhanden ist. Gemeint sind zahllose Projekte, Initiativen und Aktionen, die von unterschiedlichsten Gruppen und Institutionen in Heidelberg angeboten werden.
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Diese Akteure hatten das Agenda-Büro der Stadt Heidelberg und das Heidelberger Eine-Welt-Zentrum am 12. Februar zum ersten „Runden Tisch BNE“ eingeladen. Sabine Lachenicht und Tina Wetzel vom Agenda-Büro sowie Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, Leiter des Umweltamtes, konnten über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Ziel der Veranstaltung war es, nicht nur ein Forum zur Information, Kommunikation und Kooperation unter den Akteuren zu schaffen, sondern das Thema „BNE“ durch ein gemeinsames Netzwerk stärker als bisher in der Öffentlichkeit zu verankern.
Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner zur Rolle des Netzwerkes: „Wir wollen mit diesem Netzwerk die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung noch stärker im Bildungssystem und im öffentlichen Bewusstsein verankern. Der Bildungsarbeit in und außerhalb von KITAs, Schulen und Weiterbildungseinrichtungen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.“
Während der Vorstellungsrunde wurde schnell deutlich, wie groß die Bandbreite der Angebote ist: vom „Globalen Lernen“ im außerschulischen Bereich über die Gesundheits-, Mobilitäts-, Medien- oder Musikerziehung von Kindern, von der Umwelterziehung in Kindergärten und Schulen über die Arbeit des Asylarbeitskreises, des Eine-Welt-Zentrums, des EXPLO oder der Zooschule bis hin zur Lehrerausbildung an der Pädagogischen Hochschule reichen die Aktivitäten, die unter dem Dach „BNE“ zusammengefasst werden können.
Über Chancen und Grenzen von „BNE“ gab Achim Beule von der „BNE“-Koordinierungsstelle beim Kultusministerium Baden-Württemberg einen Überblick: „Konkret sein“ lautete seine Devise. So könnten die „BNE“-Themen, wie umwelt- und sozial-verträgliche Mobilität, gesunde Ernährung, Umweltschutz und vieles mehr, nur dadurch „populärer“ werden, wenn sie ganz konkret und direkt mit dem Alltagsleben der Menschen zu tun haben. Nachdrücklich riet Beule davon ab, sich von dem Begriff „BNE“ zu verabschieden: auch wenn er nicht „sexy“ sei, werde er doch global verwendet. Außerdem subsummiere und vernetze er eine Vielzahl an Akteuren und Projekten und mache deutlich, wie in konkreten Projekten Ökologie, Ökonomie, Soziales und „Eine Welt“ zusammengeführt werden können. Beule begrüßte die Idee, ein gemeinsames Netzwerk zu gründen und gab den Organisatoren und Teilnehmern einen Rat mit auf den Weg: „Werden Sie ganz schnell konkret – und nehmen Sie die Akteure mit ins Boot!“
Als einer der ersten Schritte werden zunächst die derzeitigen Angebote in einer Internetseite und einem Flyer zusammengefasst, um allen am Thema Interessierten – insbesondere KITAs, Schulen und Eltern – einen Überblick zu bieten. Darüber hinaus sollen zeitnah Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenbereichen wie „Lehrerfortbildung“ oder „Public Relations BNE“ gegründet werden.
Weitere Partner sind herzlich willkommen. Wer beim Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mitarbeiten möchte, kann sich an das Agenda-Büro der Stadt Heidelberg wenden, Telefon 06221 58-2150, E-Mail: Agenda-Buero@Heidelberg.de.
Zu den Gründungsmitgliedern des Netzwerkes „BNE“ gehören
- Amnesty International Heidelberg
- Amt für Öffentlichkeitsarbeit
- Amt für Schule und Bildung
- Amt für Umwelt, Gewerbeaufsicht und Energie
- Asylarbeitskreis Heidelberg
- Botanischer Garten Universität Heidelberg
- BUNDjugend Heidelberg
- BUND Umweltzentrum
- Explo Heidelberg
- Gesundheitsamt Rhein-Neckar – Praxisbüro Gesunde Schule
- Kindertagesstätte Breisacher Weg
- Kinderuniversität
- Kinder- und Jugendamt
- Landschafts- und Forstamt
- Medienforum
- Musik- und Singschule der Stadt Heidelberg
- NABU Naturschutzzentrum
- Pädagogische Hochschule
- Päd-aktiv e.V.
- Partnerschaftskaffee Heidelberg/Nicaragua Forum
- Schüler-Friedensbüro
- Sportkreis Heidelberg e.V.
- Stadtbücherei
- Volkshochschule
- Weltladen Heidelberg-Altstadt
- Zooschule
Heidelberger Opernzelt: Der Aufbau hat begonnen!
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Mit der Aufstellung der Bogenelemente im Hof der Alten Feuerwache im Heidelberger Stadtteil Bergheim hat am 18. Februar der Aufbau des Opernzeltes begonnen. Es soll dem Theater während der Sanierungszeit bis 2012 als temporäre Spielstätte für alle Musiktheater-Produktionen dienen.
Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, Erster Bürgermeister Bernd Stadel, Intendant Peter Spuhler und Architekt Patrick Lubs gaben vor Ort gemeinsam den offiziellen Startschuss für den Zeltaufbau. Platz für 636 Zuschauer bietet das Opernzelt, das zuvor bereits in Freiburg, Erfurt und Kassel im Einsatz war.
Die Übergangsspielstätte ist alles andere als ein gewöhnliches Zelt: Mit 18 Metern Höhe, 35 Metern Durchmesser und einer Fläche von 1000 Quadratmetern gehört es zu den Giganten der mobilen Spielstätten. Es besteht aus 22 einzelnen nach oben konisch zulaufenden Leichtmetall-Bogenelementen und ist von einer silberfarbenen Außenplane aus Kunststoff umhüllt. Durch die zweischalige Membran sind Wärme- und Schalldämmung bestens gewährleistet. |
 Der Aufbau des Opernzeltes hat begonnen. Mit dabei (von rechts nach links): OB Dr. Eckart Würzner, Erster Bürgermeister Bernd Stadel, Intendant Peter Spuhler und Architekt Patrick Lubs (Foto: Rothe)
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Im Innenraum, der im Winter beheizt und im Sommer mit Frischluft versorgt wird, werden es künftig nicht nur die Orchestermusiker bequemer haben. Vor allem die Zuschauer dürfen sich auf mehr Platz, gepolsterte Einzelbestuhlung in Parkett und Rang, viel Beinfreiheit und vor allem unverstellte Sicht freuen, denn das Zelt kommt gänzlich ohne zusätzliche Stützstangen aus. Die 226 Quadratmeter große Bühne erlaubt „große“ Oper in Heidelberg. Intendant Peter Spuhler: „Durch die anderen Raumverhältnisse können wir auch Opern machen, die bisher nicht in Heidelberg möglich waren. Darauf freuen sich Generalmusikdirektor Cornelius Meister, unsere Sänger und Musiker sehr. Besonders wichtig ist uns die ausgezeichnete Akustik im Zelt bei gleichzeitigem maximalem Lärmschutz für die Anwohner.“
In der alten Fahrzeughalle im Erdgeschoss der Feuerwache werden Sektbar und Foyer mit Garderobe entstehen. Nebenan werden untertags Kulissen geschreinert und montiert. Im ersten Geschoss, wo früher die Feuerwehrleute im Bereitschaftsdienst ihre Ruheräume hatten, befinden sich jetzt die Schneider- und Maskenbildnerwerkstatt. Im zweiten Obergeschoss, der ehemaligen Turnhalle, ist der Malersaal. Das Verwaltungsgebäude der Feuerwache bleibt, was es war: ein Gebäude für die Verwaltung – jetzt allerdings die des Theaters. Das Gebäude der ehemaligen KFZ- und Schlosserwerkstatt wird Schlosser- und Schreinereiwerkstatt sowie für die Bühnentechnik genutzt. In der ehemaligen Polizeistation im benachbarten Gebäude Emil-Maier-Straße 18 werden weitere Verwaltungsräume und eine Gästewohnung Platz finden. Architekt Patrick Lubs: „Die Alte Feuerwache ist als Interims-Spiel- und –Betriebsstätte ein Glücksfall für das Theater, weil hier beide Bereiche an einem gemeinsamen Standort realisiert werden können. Mit relativ wenigen baulichen Veränderungen ist die Alte Feuerwache auch für das Theater hervorragend nutzbar.“
Parkmöglichkeiten für Zuschauer gibt es ausreichend, vor allem im BG-Chemie Parkhaus zwischen Hauptbahnhof und Alter Feuerwache. Auch mit dem öffentlichen Nahverkehr ist das Opernzelt bestens erreichbar. Eine Theaterkasse mit guter Anfahrtsmöglichkeit und Kurzzeitparkplätzen soll es im ehemaligen HSB-Kassenpavillon in der Alten Eppelheimer/Ecke Emil-Maier-Straße geben.
Drei Monate wird es dauern, bis das Zelt dann Ende Mai komplett aufgebaut ist. Bis 2012 sollen hier Opern und Konzerte gespielt werden. Das Schauspiel bleibt in der Altstadt. Im ehemaligen Schlosskino wird eine Ersatzspielstätte hergerichtet werden. Damit sind auch die Einwohnereinwendungen vom Tisch, die sich an einem zweiten „kleinen“ Zelt für das Schauspiel in unmittelbarer Nachbarschaft zum großen Zelt an der Alten Feuerwache festgemacht hatten. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Wir sind froh, mit der Zwei-Spielstätten-Regelung eine so gute Übergangslösung für das Theater gefunden zu haben. Das Opernzelt wird Theaterliebhabern einen Kunstgenuss ganz neuer Dimension in Heidelberg eröffnen. Und das „Theaterkino“, unsere neue Schauspielstätte, sorgt dafür, dass das Schloss-Kino für eine kulturelle Nutzung erhalten und das Theater mit einem Fuß in der Altstadt bleibt.“
Noch bis zum 11. Juli spielt das Theater und Philharmonische Orchester im „alten“ Theater in der Heidelberger Altstadt. Dann beginnen die Sanierungsarbeiten, die bis 2012 dauern werden. Die erste Spielzeit im Opernzelt wird im Oktober 2009 eröffnet.
Verantwortlich für die Planung und Durchführung der Baumaßnahmen in der Alten Feuerwache ist die Heidelberger Architektenpartnerschaft Bellm-Löffel-Lubs-Trager (ap 88) im Auftrag des Gebäudemanagements der Stadt Heidelberg.
Die Kosten für die gesamte Auslagerung des Theaters sind mit insgesamt 5,3 Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten sind 1,5 Millionen Euro Zeltmiete.
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