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Pressedienst der Stadt Heidelberg vom 23. März 2009

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Karrieresprung für Peter Spuhler: Stadt reagiert mit „Wehmut und Stolz“

Der Intendant des Theaters und Philharmonischen Orchesters der Stadt Heidelberg Peter Spuhler soll ab der Spielzeit 2011/2012 Generalintendant des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe werden. Diese Nachricht aus dem Stuttgarter Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat in Heidelberg am Montag, 23. März 2009, gleichermaßen Bedauern und Stolz ausgelöst. Spuhler war am Wochenende von einer Findungskommission des Ministeriums als einziger Vorschlag für die Nachfolge des Karlsruher Generalintendanten Achim Thorwald ausgewählt worden, der nach seinem Vertragsende 2011 in den Ruhestand geht. Die endgültige Entscheidung trifft der Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters Karlsruhe im April.

Intendant Peter Spuhler (Foto: Theater der Stadt Heidelberg)

„Ich empfinde Wehmut, bin aber auch stolz, dass das Land unseren Intendanten Peter Spuhler auf diese kulturpolitisch wichtige Position setzen möchte“, sagte Bürgermeister Dr. Joachim Gerner zur Nachricht aus Stuttgart. „Die Leitung eines Staatstheaters mit einem doppelt so großen Haus und einem doppelt so hohen Etat wie in Heidelberg ist eine tolle Chance und ein folgerichtiger Karrieresprung für Peter Spuhler. Insofern überrascht mich diese wichtige Vorentscheidung keineswegs – und vor allem trifft sie uns nicht unvorbereitet, denn wir waren über alle bisherigen Schritte informiert. Ich freue mich sehr für Peter Spuhler und wünsche ihm alles erdenklich Gute. Auch wenn wir ihn wirklich nicht gerne gehen lassen werden: Die Karlsruher dürfen sich auf einen Generalintendanten freuen, der nicht nur künstlerisch-kreativ eine Ausnahmeerscheinung ist. Peter Spuhler ist eine herausragende Persönlichkeit, die es in Heidelberg innerhalb kürzester Zeit geschafft hat, das kulturelle Profil einer ganzen Stadt und Region zu prägen, die Menschen von Jung bis Alt zu begeistern für „ihr“ Theater und ein beispielhaftes Bürgerengagement zur Rettung des Theaters zu initiieren. Ohne Peter Spuhlers enormen Einsatz wäre es nicht gelungen, die Sanierung unseres Theaters auf den Weg zu bringen.“

Dr. Joachim Gerner betonte, dass ein Wechsel von Peter Spuhler nach Karlsruhe keine Beeinträchtigung der Theatersanierung bedeuten werde. Es sei vielmehr ein Glücksfall, dass bis zum Wechsel im Herbst 2011 noch außergewöhnlich viel Zeit bleibe, um eine geeignete Nachfolge für den Posten der Intendanz zu finden und die Sanierung nahezu abzuschließen. Für die/den Spuhler-Nachfolger/in sei es geradezu ideal, zu einem Zeitpunkt zu kommen, wenn die Sanierung beendet und das neue Haus bezogen werde und wenig später der Spielbetrieb starte. Positiv sieht Gerner auch die räumliche Nähe zwischen Karlsruhe und Heidelberg, die Verständigungen in der Zeit des Übergangs leicht machen werde.

Sobald die Entscheidung in Karlsruhe und Stuttgart für Peter Spuhler gefallen ist, werden Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, der sich zurzeit auf Dienstreise in Asien aufhält, und Bürgermeister Dr. Joachim Gerner dem Gemeinderat einen Zeitplan für das weitere Verfahren um die Nachfolgeregelung zur Theater-Intendanz vorlegen.


Förderung zu „Stadt an den Fluss“ hat begonnen

„Bohrkern-Panorama“ verdeutlicht Tunnelverlauf im Gestein

Wenig Überraschendes fanden die Geologen bei der ersten Bohrkampagne im Streckenverlauf des künftigen Neckarufertunnels in Heidelberg. Mit diesem ersten Ergebnis begrüßte der Leiter des Heidelberger Tiefbauamtes, Ulrich Zwissler, am Montag, 23. März 2009, die anwesenden Geologen und Medienvertreter zum offiziellen Abschluss der ersten Bohrkampagne. Im Bohrkernlager im Pfaffengrund. hatte das Amt alle 24 Bohrkerne der 2,5 Kilometer langen Untersuchungsstrecke in Doppelkernkisten auf 40 Meter im Längenmaßstab 1:60 nebeneinander auslegen lassen, um einen Eindruck vom Verlauf der Gesteinsschichten zu vermitteln. Mit Trassierband wurden Tunneldecke und Tunnelsohle anschaulich gekennzeichnet, um den Verlauf der Röhre durch das Gestein zu verdeutlichen.

Von West nach Ost stellte der von der Stadt bestellt Gutachter, Professor Hubert Quick vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Darmstadt, anhand der vorliegenden Bohrkerne die Gesteinsformationen dar. Beginnend an der Theodor-Heuss-Brücke erläuterte er die Bodenbeschaffenheit der in offener Bauweise zu erstellenden Tunneleinfahrt, die von Lockergestein an der Oberfläche in festen Sandstein in der Tiefe führt. Hier wird mit einer offenen Baugrube gearbeitet. Auf einer Länge von knapp 1400 Metern wird der Tunnel dann in bergmännischer Bauweise durch Sandstein, Granit und Gneis getrieben, voraussichtlich mit Hilfe einer Tunnelbohrmaschine. Diese wird sich nach Aussagen Quicks auch durch die schon vorher bekannte geologische Störungszone unterhalb der Alten Brücke arbeiten, wo der im Osten liegende Granit auf den im Westen gelegenen Buntsandstein trifft. „Hier wurde durch die enormen geologischen Kräfte das Gestein regelrecht zermahlen“, wie Quick plastisch formuliert. Aber auch das stellt für eine moderne Tunnelbohrmaschine kein Problem dar, ebenso wenig wie der teilweise vorgefundene verwitterte Sandstein. Beides wird durch die Tunnelbohrmaschine beim Vortrieb verfestigt und abgesichert.

Neben den Ergebnissen für die Baugrunduntersuchung liefern die Bohrstellen noch weitere Daten: „Wir haben alle Bohrstellen zu vollwertigen Grundwasser-Messpegeln ausgebaut, so dass sich nun der Grundwasserstand und der Grundwasserabfluss gut beobachten lassen“, so Quick. Diese Ergebnisse sind für den Tunnelbau und den möglichen Einsatz einer Tunnelbohrmaschine von Bedeutung.


„Köln ist nicht Heidelberg“

Auch die Angst vor einem Unglück wie beim U-Bahnbau in Köln konnten Geologen und Brunnenbauer gleichermaßen entkräften: Brunnenmeister Georg Kaltwasser von der Eder Brunnenbau aus Herbertsfelden bleibt gelassen und erklärt: „Köln ist nicht Heidelberg. Der Lockerboden in Köln ist nicht mit dem Heidelberger Untergrund zu vergleichen.“ Darüber hinaus habe man in Köln offenbar schon bei der Baugrunduntersuchung gespart. Das habe Heidelberg schon von Beginn an besser gemacht und das nötige Geld für eine gute Erkundung ausgegeben.

Gekostet haben alleine die Bohrmaßnahmen der vier Bohrtrupps 700.000 Euro, zusammen mit dem Gutachten schlägt die erste Bohrkampagne mit einer knappen Million Euro zu Buche; sicher nicht zu viel, wenn es um die Sicherheit der Bauarbeiter, Anwohner und Tunnelbenutzer im Untergrund geht.


Gute Nachricht auch für die Oberfläche

Der Termin war schon vorüber, da erreichte eine erfreuliche Nachricht in Form einer Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg die Stadt: Sie betraf die Oberfläche des Projekts „Stadt an den Fluss“.
 
Aus den Städtebaufördermitteln des Wirtschaftsministeriums erhält die Stadt Heidelberg für die Neumaßnahme „Stadt an den Fluss“ 360.000 Euro Fördermittel. Die Stadt soll damit die vorbereitenden Untersuchungen nach Baugesetzbuch zur Verbesserung der Vernetzung von Stadt und Fluss als wesentlichen Teil des Leitbildes der Stadtentwicklung durchführen. Diese dienen der Vorbereitung zur Ausweisung eines förmlichen Sanierungsgebietes und sind die Grundlage einer späteren Förderung.

Der Erste Bürgermeister Bernd Stadel hört die Botschaft gerne: „Wir tun derzeit alles, um mit den Untersuchungen und Planungen das Gesamtprojekt im engen Zeitraster voran zu treiben. Denn jede Verzögerung im Fortschritt kostet Geld. Umso erfreulicher ist nun dieses neuerliche ermutigende Signal des Landes. Es zeigt uns: Wir sind auf dem richtigen Weg.“ 

Erst am vergangenen Mittwoch, 18. März 2009, hatten Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und der Erste Bürgermeister Bernd Stadel dem Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger den Förderantrag zum Neckarufertunnel überreicht. Bei dieser Gelegenheit hatten sie auch Innen- und Verkehrsminister Heribert Rech sowie Wirtschaftsminister Ernst Pfister die aktuellen Ergebnisse des Gestaltungswettbewerbs für die Neckaruferpromenade präsentiert.

weitere Informationen zum Projekt



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