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Pressedienst der Stadt Heidelberg vom 25. Januar 2010

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Bildungsoffensive Heidelberg: Kinder lernen Deutsch

Optimale Bildungschancen für alle Kinder und Jugendliche – das hat sich Heidelberg auf die Fahnen geschrieben. Mit dem Programm „Kinder lernen Deutsch“ unterstützt die Stadt verstärkt die Sprachförderung an Grundschulen, denn ein bedenklich großer Teil der Grundschulkinder zeigt Defizite in der Beherrschung der deutschen Sprache: Mehr als 15 Prozent der knapp 4.000 Grundschulkinder in den Klassen 1 bis 4 haben Bedarf an intensiver Deutschförderung. Das hat eine Erhebung im Jahr 2007 an allen Heidelberger Grundschulen ergeben. Um Abhilfe zu schaffen investiert die Stadt 260.000 Euro pro Jahr in die Sprachförderung. Auf einem Pressetermin in der Kirchheimer Geschwister Scholl-Schule erläuterte Bürgermeister Dr. Joachim Gerner jetzt den Stand der Maßnahmen, mit denen die Stadt und ihre Kooperationspartner Kinder mit Sprach- und Lerndefiziten unterstützen wollen. Gerner: „Die Chancen für ein erfolgreiches Lernen hängen grundlegend von der Beherrschung der deutschen Sprache ab. Deshalb wollen wir möglichst viele Kinder fördern, die auf diesem Gebiet Nachholbedarf haben.“

Projekt 'Kinder lernen Deutsch' in der Geschwister-Scholl-Schule (Foto: Rothe)



Sprachförderung

Der Rotary-Club – Alte Brücke gab im November 2007die Initialzündung und richtete an acht Heidelberger Grundschulen Deutsch-Kurse für Kinder ein. Die Erhebung an den Grundschulen hatte gezeigt: Förderbedarf hatten nicht nur Kinder fremdsprachlicher Herkunft, sondern auch überraschend viele Kinder mit Deutsch als Muttersprache. Alle Kinder zu fördern überstieg die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten des Clubs. So beschloss der Gemeinderat im Rahmen des Doppelhaushaltes 2009/2010 die Sprachförderung an den Heidelberger Grundschulen intensiv auszubauen: 260.000 Euro investiert die Stadt pro Jahr in die Fördermaßnahmen. Mittlerweile wird das Programm an 14 Schulen mit insgesamt 49 Gruppen durchgeführt. Lehrkräfte sind überwiegend Grundschullehrer/-innen und Mitarbeiter/-innen von Päd aktiv. Zum Schuljahr 2010/2011 soll die Sprachförderung sogar auf die Klassen 3 und 4 ausgeweitet werden. Auch hier gab der Rotary-Club den Anstoß, indem er eine halbe Fachkraft des Instituts für Fremdsprachenphilologie an der Grundschule Emmertsgrund unterstützt, die das Sprachförderprogramm zurzeit für die Klassenstufen 3 und 4 weiterentwickelt.

Heidelberger Unterstützungssystem Schule

Zusätzlich zu den Maßnahmen der Sprachförderung werden seit September 2009 durch das „Heidelberger Unterstützungssystem Schule (HÜS)“ außerdem leistungsschwächere Kinder und Jugendliche verstärkt durch Zusatzangebote gefördert. Der Schulunterricht wird dabei durch gezielte Einzelförderung oder Förderung in Kleingruppen unterstützt. Es richtet sich primär an Kinder und Jugendliche in Grund- Haupt- Real- und Förderschulen. Vorrangige Ziele sind, dass Schüler den Schulabschluss erreichen, die Anzahl der Wiederholer reduziert wird und Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund wegen fehlender Sprachkenntnisse nicht in der Schule scheitern. Im aktuellen Schuljahr werden an 15 Schulen rund 4.900 Förderstunden umgesetzt. 149.000 Euro investiert die Stadt dafür. Zusätzlich bietet die Musik- und Singschule 1.300 Förderstunden an vier Schulen an. Auch die Stadtbücherei ist in die Fördermaßnahmen einbezogen. Partner bei der Umsetzung der Unterstützungsmaßnahmen ist die Volkshochschule (VHS), die zur Unterrichtsplanung, zur Ablaufsteuerung mit den Schulen, zur Begleitung der Gruppen und der freiberuflichen Lehrkräfte sowie für die Elternarbeit eine zusätzliche Personalstelle eingerichtet hat, an der deren Finanzierung sich das Land Baden-Württemberg zur Hälfte beteiligt. Darüber hinaus bietet die VHS als Ergänzung Deutschunterricht für Eltern, insbesondere für Mütter an. Das Modell „Mama lernt Deutsch“ bietet den Müttern ein Kursangebot parallel zum Schulunterricht ihrer Kinder, das ebenfalls mit großer Begeisterung und sehr guten Lernerfolgen angenommen wird.


Projekt "Weichensteller": Wissenschaft begleitet Schulsozialarbeit

Mit der Einführung der Schulsozialarbeit an allen Realschulen hat Heidelberg zum Schuljahresbeginn 2009/2010 seine Vorreiterrolle im Land weiter ausgebaut. Jetzt soll das Angebot der präventiven Jugendhilfe mit einer weiteren groß angelegten Studie wissenschaftlich begleitet werden: Vier Jahre lang, von Februar 2010 bis ins Jahr 2014, sollen Heidelberger Eltern, Lehrkräfte sowie Schüler/-innen ab Klasse 5 schriftlich befragt werden.

Kinder mit Mitarbeitern der Schulsozialarbeit (Foto: Stadt Heidelberg)


Erhoben werden Daten zu Verhaltensweisen und Wertorientierung der Kinder, Regeln und Gewohnheiten innerhalb der Familien sowie schulische und soziodemografische Variablen. Insgesamt sind etwa 3.200 Schüler-/innen von 22 Heidelberger Schulen, an denen Schulsozialarbeit angeboten wird, an der Studie beteiligt. Um auch Eltern mit Migrationshintergrund zu erreichen, werden die Fragebögen auch in englisch, russisch und türkisch übersetzt und in Einzelfällen persönliche Interviews angeboten. Die Datenerhebung erfolgt anonymisiert. Die Teilnahme ist freiwillig.
Ziel ist, auf der Grundlage genauer wissenschaftlicher Daten und Empfehlungen die Schulsozialarbeit in Heidelberg weiter bedarfsgerecht einzusetzen und auf schulspezifische Bedürfnisse zuzuschneiden. Außerdem soll ein Messinstrument entwickelt werden, mit dem es möglich ist, problematische Bedingungen frühzeitig zu prognostizieren und durch bedarfsgerechte Schulsozialarbeit abzufangen. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Die Mitarbeit der Schüler, Lehrer, aber vor allem der Eltern, die ihr Einverständnis zur Beteiligung an der Studie geben müssen, ist der entscheidende Faktor für das Projekt. Nur bei einer möglichst hohen Beteiligung können aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden. Wir bitten Sie deshalb: Unterstützen Sie unsere Bemühungen um die bestmöglichen Entwicklungschancen für alle Heidelberger Kinder!“

Die Studie mit dem Projektnamen „Weichensteller“ wird vom Zentrum für Psychosoziale Medizin der Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt. Entwickelt wurde sie in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Prävention, an dem das Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg, die Kinder- und Jugendpsychiatrie, das Gesundheitsamt, die Pädagogische Hochschule, das Staatliche Schulamt, die Polizeidirektion Heidelberg, das Institut für Kriminologie sowie die Elternvertreter der Schulen beteiligt sind. Finanziert wird die Studie von der Stadt Heidelberg.

Mit ihrem außergewöhnlichen Engagement im Bereich der Schulsozialarbeit hatte die Stadt bereits in der Vergangenheit landesweit Beachtung gefunden.
Seit 2002 wird Schulsozialarbeit flächendeckend in Heidelberger Haupt- und Förderschulen erfolgreich umgesetzt und kontinuierlich ausgeweitet: Seit dem Schuljahr 2007/08 gibt es Schulsozialarbeit auch an allen Heidelberger Grundschulen. Im Juli 2009 beschloss der Gemeinderat, das Modellprojekt zum Schuljahr 2009/2010 auf die drei Heidelberger Realschulen und den B-Zug der Internationalen Gesamtschule (IGH) auszuweiten.

Schulsozialarbeit ist als Teil der präventiven Jugendhilfe ein sozialpädagogisches Hilfsangebot in der Schule. Ziel ist es, die Ausgrenzung von sozial benachteiligten und individuell beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern zu verhindern. Schulsozialarbeiter unterstützen in Absprache mit der Schulleitung, den Lehrer/-innen und den Eltern die Kinder und Jugendlichen bei der Integration in Schule und sozialem Umfeld und helfen, ihre schulischen Leistungen zu verbessern. 2009 stellte die Stadt Heidelberg rund 602.000 Euro für die Schulsozialarbeit bereit. 2010 werden es rund 697.000 Euro sein. Aktuell arbeiten 20 pädagogische Fachkräfte an den drei Realschulen, zwei Förderschulen, vier Grund- und Hauptschulen, dreizehn Grundschulen und der IGH (Orientierungsstufe, C-Zug und B-Zug) und versorgen im laufenden Schuljahr 2009/10 rund 3.670 Grundschüler/-innen, 600 Hauptschüler/-innen), 150 Förderschüler/-innen, 1.280 Realschüler/-innen sowie 960 Schüler/-innen der IGH (Orientierungsstufe und Mittelstufe). Zu den Angeboten der Schulsozialarbeit zählen unter anderem Schülerberatung, Einzelfallhilfe, Angebote zur Berufsorientierung und Sozialkompetenztrainings.

weitere Informationen zur Schulsozialarbeit in Heidelberg


Bürgerbeteiligung Stadt an den Fluss: Große Resonanz beim Thema Familie, Kinder, Freizeit

Mit den Werkstattgesprächen, die am 22. Januar zum dritten Mal stattfanden, „trifft die Stadt den Nerv der Heidelbergerinnen und Heidelberger“ – dies stellte Erster Bürgermeister Bernd Stadel treffend fest, als er die rund 70 Besucherinnen und Besucher im Alter von 6 bis 88 Jahren zum Themenfeld Familie, Kinder, Freizeit begrüßte. Klar sei, so Stadel weiter, „dass die neue Neckaruferpromenade mit dazu beitragen soll, dass Menschen gern in Heidelberg leben – egal ob Kinder, Erwachsene oder Senioren“.

In drei Arbeitsgruppen wurden die Besucherinnen und Besucher gebeten, ihre Ideen, Anregungen, aber auch Vorbehalte zu diskutieren und den Stadtplanern mit auf den Weg zu geben. Themen waren:

  • „savoir vivre“ – flanieren, entdecken, bewegen
  • „relax“ – ruhen, begegnen, genießen
  • „aktiv“ – Spiel, Sport, Freizeit

Bürger/-innen in der Diskussion (Foto: Buck)

In den Arbeitsgruppen wurde sehr angeregt diskutiert und eine Fülle von Ideen entwickelt. Häufig genannt wurde beispielsweise der Wunsch nach ausreichend dimensionierten grünen und nicht kommerziell nutzbaren Flächen, auf denen man sich ausruhen, picknicken oder auch spielen kann. Zudem ist den Bürgerinnen und Bürgern die Trennung von Erholungs- und Sportflächen wichtig sowie die Bündelung der Fahrradfahrer bzw. der Verkehrsflächen. Gerade junge Familien äußerten den Wunsch, dass Uferflächen vor allem in Spielplatznähe kindersicher gestaltet werden. Die 6-jährige Anna wünschte sich vor allem Liegestühle, aber auch Hängematten und Strandflair fanden viele Befürworter. Im Spielbereich bevorzugen die Heidelbergerinnen und Heidelberger Boule-Plätze, eine Großschach-Anlage sowie einen Bolzplatz.

Mit Blick auf die Bedürfnisse von Älteren sollten Plätze und Wege barrierefrei und Pflaster möglichst stolperfrei gestaltet werden, zudem wurden ausreichend viele WC-Anlagen gefordert. Ein großes Thema war auch der Umgang mit Lärm, Dreck und Alkoholkonsum. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die neue Promenade keine Kneipenmeile werden soll, sondern ein Erlebnis- und Erholungsraum für Bürgerinnen und Bürger.

Die Einbeziehung des andren Neckarufers wurde in den Arbeitsgruppen immer wieder thematisiert, bis hin zu der Idee, mit Hilfe einer Seilbahn den Neckar zu überqueren. Auch eine ansprechende Anschließung der Promenade in westlicher und östlicher Richtung wurde gewünscht, so dass Fahrradfahrer und Fußgänger ihre Wege ansprechend fortsetzen können.

Alle Vorschläge werden vom Moderatorenteam der Werkstattgespräche, dem „Netzwerk für Planung und Kommunikation“ aus Stuttgart, zusammengefasst und als Protokoll an die Teilnehmer verschickt.

Nächstes Werkstattgespräch

Das nächste Werkstattgespräch dreht sich um „Anwohner und Verkehr“ und findet am Freitag, 16. April, um 18.30 Uhr in der Klingenteichhalle (nicht wie angekündigt in der Stadthalle) statt.

Online-Anmeldung Werkstattgespräche

zum Film Werkstattgespräch "Familie, Kinder, Freizeit"

zum Film "Stimmen zum 3. Werkstattgespräch 'Familie, Kinder, Freizeit

weitere Informationen zu Stadt an den Fluss


Glycotope Biotechnology stärkt im Campus II den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Heidelberg

Das Biotechnologieunternehmen „Glycotope Biotechnology GmbH“ hat in den vergangenen 18 Monaten seinen Heidelberger Standort erfolgreich erweitert. 2008 hatte das Unternehmen mit großen Investitionen die biopharmazeutische Produktionsanlage und das Diagnostik-Geschäft der Orpegan Pharma GmbH sowie ein weiteres Unternehmen aus Berlin erworben. Seitdem konnten Belegschaft und Produktionskapazitäten kontinuierlich vergrößert werden. Produziert werden in Heidelberg Antikörper und Biopharmazeutika sowie verbesserte Versionen bereits am Markt befindlicher Antikörper oder anderer therapeutisch genutzter Proteine.

Dr. Franz Peter Bracht, Geschäftsführer der Glycotope Biotechnology GmbH; Werner Pfisterer, Landtagsabgeordneter der CDU; Dr. Jens Pohl, Geschäftsführer der Glycotope Biotechnology GmbH; Dr. Eckart Würzner Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg (Foto: Dorn)


Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner hat sich im Rahmen eines Firmenbesuchs einen eigenen Eindruck von dem Unternehmen verschafft und sich auch die Labore genau angesehen: „Es ist wirklich höchst beeindruckend, welch enorme, in die Zukunft weisenden Investitionen dieses Unternehmen vorgenommen hat und seit Juni 2008 am Standort Heidelberg bewegt. Das ist ein wichtiger Schritt für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Heidelberg“.Standort des Unternehmens in Heidelberg ist das Produktionsparkgelände am Czernyring 22 (ehemaliges Schlachthofgelände). Damit stärkt Glycotope den Produktionspark als Basis für das Schlüsselprojekt „Campus II“ in der Bahnstadt. Das Gelände stellt die Technologiepark Heidelberg GmbH als weiteres Zentrum für wissenschaftsnahe Unternehmensentwicklung bereit.

Ziel des Unternehmens ist es, innerhalb der nächsten Jahre deutlich weiter zu wachsen und sowohl für die Berliner Mutterfirma wie auch für andere Kunden zu produzieren. So wurden die Produktionskapazitäten in Heidelberg bereits von ursprünglich 3000 Liter pro Produktion auf 7000 Liter pro Produktion erhöht, die Belegschaft von 35 auf 55 Mitarbeiter vergrößert. Die Herstellungserlaubnisse für verschiedene Produkte nach dem Arzneimittelgesetz besaß das Unternehmen bereits; nun erhielt das Unternehmen auch die Genehmigung für die sterile Abfüllung von Arzneimitteln durch das Regierungspräsidium Tübingen.

Zur Glycotope GmbH

Die Glycotope Biotechnology GmbH ist ein hundertprozentige Tochter der in Berlin ansässigen Glycotope GmbH, die mit inzwischen 120 Mitarbeitern eines der größten deutschen Biotechologieunternehmen ist. Das Produktspektrum der GLYCOTOPE GmbH umfasst verschiedene Antikörper und weitere Biopharmazeutika. Hierbei handelt es sich sowohl um eigene Antikörper zur Tumortherapie wie auch deutlich verbesserte Versionen (Second Generation) bereits am Markt befindlicher Antikörper oder anderer therapeutisch genutzter Proteine. Der innovative Charakter der Basistechnologie „GlycoExpressTM“, der GLYCOTOPE dient zur Optimierung der bisher deutlich vernachlässigten Zuckerstrukturen auf den Eiweiß-basierten Wirkstoffen. Diese führt zur Verbesserung der Aktivität, Reduzierung der Nebenwirkungen und längeren Verweildauer der Stoffe im Körper.



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