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Pressedienst der Stadt Heidelberg vom 17. September 2010

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Neue Zahlen zum Bahnbetriebswerk

Suche nach alternativen Zwischenlösungen geht weiter

Das ehemalige Bahnbetriebswerk am Heidelberger Ochsenkopf stand im Kulturausschuss des Heidelberger Gemeinderates am 16. September auf der Tagesordnung. Beraten wurde über den Bericht der Arbeitsgruppe, die sich mit der baulichen Realisierung und der Nutzungskonzeption eines Zentrums für Jugend und Kultur in dem stark sanierungsbedürftigen Industriedenkmal befasst hat. Nach Analyse der Bausubstanz durch einen freien Architekten ist klar: die Kosten für die Instandsetzung eines ersten Abschnitts belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro. Aufgrund der hohen Kosten wird weiterhin intensiv nach alternativen Räumlichkeiten als Zwischenlösung gesucht.

Das ehemalige Bahnbetriebswerk am Ochsenkopf liegt im Zukunftsstadtteil Bahnstadt. Es beherbergt derzeit Notwohnungen für 50 Personen und ist ansonsten ungenutzt. Eigentümer ist die Entwicklungsgesellschaft Heidelberg (EGH).

Verwaltung und Jugendvertreter an einem Tisch

Im Dezember 2008 wurde die Arbeitsgruppe „Bahnbetriebswerk“ unter Federführung des Dezernenten für Familie, Soziales und Kultur, Dr. Joachim Gerner, gegründet. Seither saßen Vertreter des Jugendgemeinderates und der Verwaltung an einem runden Tisch und diskutierten intensiv Perspektiven für ein mögliches Zentrum für Jugend und Kultur im ehemaligen Bahnbetriebswerk und die Möglichkeit einer verträglichen Nachbarschaft von Notwohnungen und Kultur. Im November 2009 erhielt die Gruppe den Arbeitsauftrag von Gemeinderat und Jugendgemeinderat, die Realisierung eines Jugendkulturzentrums in einzelnen Bauabschnitten zu untersuchen und die Frage einer möglichen Trägerstruktur zu präzisieren.

Instandsetzung kostet 2,7 Millionen Euro

Bürgermeister Dr. Gerner: „Unser Arbeitsauftrag ist erfüllt, die Fakten liegen auf dem Tisch. Wenn wir das Bahnbetriebswerk in Teilen instandsetzen und als Jugendkulturzentrum nutzen wollen, kostet das mindestens 2,7 Millionen Euro.“ Die vorgelegte Planung bietet Raum für einen größeren Veranstaltungssaal, für Büros und Möglichkeiten, sich zu treffen sowie für Band-Proberäume im Keller. Die Politik ist nun gefragt, ob sie im nächsten Doppelhaushalt 2011/2012 diese Investition tätigen will. Angesichts der angespannten Haushaltslage empfiehlt die Verwaltung das Projekt für zwei Jahre auszusetzen. Dr. Joachim Gerner: „Man muss deutlich sagen, dass mit der genannten Investitionssumme lediglich eine Instandsetzung finanziert werden kann, die gewährleistet, dass das Gebäude überhaupt nutzungsfähig ist, dass es nicht durchs Dach regnet, dass die Fassade gesichert ist und die alten Leitungen ausgetauscht werden. Bodenbeläge, Farben, Bühneneinbauten und alles andere, was dort vonnöten wäre, sind in dieser Summe nicht enthalten.“

Parallel zum Bahnbetriebswerk befasste sich die Arbeitsgruppe auch mit kurzfristig nutzbaren Interimsräumen. Erfolge blieben bislang leider aus. Dr. Joachim Gerner: „Die Verwaltung wird die Jugendlichen auch weiter intensiv bei ihrer Suche nach entsprechenden Räumlichkeiten unterstützen und alle Möglichkeiten prüfen, die für ein solches Vorhaben geeignet sind. Der Jugendgemeinderat ist sicher auch für jedes private Angebot dankbar.“

Gemeinnütziger Verein soll Träger sein

Was die Trägerschaft eines möglichen Jugendkulturzentrums anbelangt, konnten Verwaltung und Jugendgemeinderat einer einvernehmlichen Lösung näherkommen. Wunsch des Jugendgemeinderates war es, das Jugendkulturzentrum möglichst in eigener Verantwortung zu betreiben. In der Arbeitsgrupe „Bahnbetriebswerk“ konnte man sich darauf verständigen, dass Träger eines Zentrums für Jugend und Kultur ein gemeinnütziger Verein sein soll, der eine Finanzplanung vorlegen und über die Verwendung von Zuschussmitteln Rechenschaft geben muss. Bei der Programm- und Finanzplanung wird er durch einen Beirat beraten. Der Trägerverein kümmert sich unter anderem auch um gute Beziehungen zur Nachbarschaft und arbeitet mit der Drogenabwehr der Polizei zusammen. Bürgermeister Dr. Joachim Gerner: „Auf dieser Basis kann ein Zentrum für Jugend und Kultur einen Freiraum für die Entfaltung vielfältiger Projekte bieten.“


Theatersanierung: weitere Abbrucharbeiten

Die Theatersanierung geht zügig voran: Ab 20. September 2010 finden noch einmal Abbrucharbeiten am ehemaligen Foyer und Bühnenturm statt. Jetzt werden die Teile entfernt, die aus statischen Gründen so lange stehen bleiben mussten, bis die Neubebauung angegliedert war. Außerdem wird in einem Teilbereich der Friedrichstraße der Holzzaun durch einen mobilen Gitterzaun ersetzt, damit Fertigbetonteile problemlos angeliefert werden können. Die Anlieferung findet jeweils in den frühen Morgenstunden statt.

Wie weit die Arbeiten am neuen Heidelberger Theater konkret fortgeschritten sind, kann man via Webcam im Internet unter www.heidelberg.de/theatersanierung verfolgen.



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