Familien für Bereitschaftspflege gesucht!
Das Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg sucht Familien oder Paare, die in der Lage sind, einen Säugling oder ein Kleinkind für einen vorübergehenden Zeitraum, manchmal auch mit einer daraus entstehenden Dauerperspektive, bei sich aufzunehmen, wenn dessen Eltern sich in schwierigen Lebenssituationen oder Krisen befinden. Eine Bereitschaftspflegefamilie sollte Krisenerfahrung und Lebensfreude besitzen sowie das Interesse, eine Herausforderung anzunehmen. Geboten werden eine individuelle und ausführliche Begleitung durch die Mitarbeiter/innen der Pflegestellenvermittlung und -betreuung sowie kontinuierliche Fortbildungen und eine finanzielle Vergütung. Weitere Auskünfte unter Telefon 06221 58-37770 (Frau Thormann).
Lesestart geht weiter
Die ungewöhnliche Heidelberger Initiative zur Sprach- und Leseförderung von Babys und Kleinkindern geht in die zweite Runde: Pressemitteilung von Stiftung Lesen
Heidelberg/Mainz, 1. Februar 2008. Rund 1.500 Kinder wurden im letzten Jahr in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg geboren. Genau so viele Eltern erhielten darum in der Klinik im Rahmen des Projektes „Lesestart – Heidelberg schenkt Kindern Zukunft“ einen besonderen Willkommensgruß für ihre Babys: ein kostenloses Lesestart-Set.
Nun geht das erfolgreiche Kooperations-Projekt, das Dank der Unterstützung der Manfred Lautenschläger Stiftung realisiert werden konnte, in die zweite Runde. Alle Eltern, deren Kinder im Jahr 2007 in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg das Licht der Welt erblickt haben, bekommen jetzt das zweite Lesestart-Set mit neuen, weiterführenden Informationen zum Thema „Sprach- und Leseentwicklung“ in der Stadtbücherei geschenkt.
„Man kann gar nicht früh genug anfangen, das Vorlesen in den Familienalltag einzubauen“, erklärt Manfred Lautenschläger. „Umso mehr freut es mich, dass unser Projekt in der Universitäts-Frauenklinik so erfolgreich angelaufen ist und viele Eltern dankbar und begeistert die „Lesestart“-Sets aufgenommen haben“, führt Lautenschläger fort, der seit Jahren Projekte der Stiftung Lesen fördert.
Unter deren Federführung steht auch die Heidelberger Initiative. Die bundesweit tätige Mainzer Stiftung ist Experte in Sachen Leseförderung und hat dank eines eigenen Institutes für Lese- und Medienforschung auch die Möglichkeiten aktuelle Daten und Fakten zu erheben. Zuletzt war das im November 2007 für die Studie „Vorlesen in Deutschland 2007, die die Deutsche Bahn AG gemeinsam mit der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Stiftung Lesen in Auftrag gegeben hat. Die repräsentative Studie ergab, dass 42 Prozent der Eltern von Kindern unter zehn Jahren nur unregelmäßig vorlesen und fast ein Fünftel überhaupt nicht.
„Regelmäßiges Vorlesen in der Familie in Deutschland ist also keineswegs selbstverständlich und das „beste Vorlesealter“ verstreicht oft ungenutzt“, bedauert Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen.
Und Sabine Bonewitz, Lesestart-Projektleiterin der Stiftung Lesen ergänzt: „Darum sind Projekte wie das Heidelberger Lesestart-Projekt enorm wichtig und unverzichtbar, wenn man wirklich alle Eltern auf die einfache und preiswerte Bildungschance hinweisen möchte, die Vorlesen ihren Kindern bietet“.
Das „A & O“ um Kinder in ihrer Gesamtentwicklung zu stärken ist liebevolle Zuwendung. Gerade das Bilderbuchbetrachten bietet dafür die besten Voraussetzungen und fördert ganz beiläufig das Einfühlungsvermögen, die Sprachentwicklung und die kognitiven
Fähigkeiten von Kindern. „Wir freuen uns sehr, dass wir Dank dieser Aktion den „jungen“ Eltern, im letzten Jahr die ersten wichtigen Anregungen zur individuellen Förderung ihrer Kinder vermitteln konnten, erklärte Prof. Dr. Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg.
Neue und weiterführende Anregungen finden diese Eltern nun im zweiten Material-Set, das sie das ganze Jahr über kostenlos in der Stadtbücherei abholen können. Zu den Sets gehören ein zweiter Vorleseratgeber mit vielen neuen Tipps, ein neues Ravensburger Bilderbuch, eine Aufkleberserie und eine „Leselatte“, in der neben der Größe des Kindes auch seine „Bilderbuch-Vorlieben“ eingetragen werden können.
„Wir sind sehr glücklich, das Projekt nun in unserer Stadtbücherei fortführen zu können“, sagte Ingrid Kohlmeyer, die Direktorin der Stadtbücherei Heidelberg. „Auf diese Weise können wir die Eltern, bei der Abholung des zweiten kostenlosen Lesestart-Sets, gleichzeitig auf unser umfangreiches, vielfältiges Angebot von Bilder- und Vorlesebüchern hinweisen, das ihnen zur Verfügung steht.“
Vorbild für das Heidelberger Projekt ist das sächsische Modellprojekt, das die Stiftung Lesen gemeinsam mit dem Sozialministerium des Freistaates Sachsen, dem Bundesfamilienministerium und dem Ravensburger Buchverlag durchführt. Und ab Sommer 2008 haben viele Kinder in ganz Baden-Württemberg Gelegenheit in den Genuss eines Lesestart-Sets zu kommen: Dank der Unterstützung zahlreicher Verlage, Institutionen und Unternehmen der Druck- und Papierbranchen – u. a. auch der Heidelberger Druckmaschinen AG – werden in zwei aufeinander folgenden Jahren bundesweit 500.000 Einjährige mit einem ähnlichen Lesestart-Set versorgt, das Eltern beim Kinderarzt im Rahmen einer kinderärztlichen Untersuchung erhalten.
Mehr Infos zum Thema „Lesestart“ finden Interessierte im Internet unter www.lesestart-deutschland.de
Ansprechpartner für die Presse
Stiftung Lesen
Sabine Bonewitz, Pressesprecherin
im Referat Familie Kindertagesstätte
Tel: 06131 28890 - 39
Sabine.bonewitz@stiftunglesen.de