„Heidelberg ist bereits jetzt sehr gut für das Deutsche Turnfest aufgestellt“
Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner ist begeistert über den Zuschlag für die Metropolregion
Das weltweit größte Wettkampf- und Breitensportereignis, das Internationale Deutsche Turnfest, findet 2013 in der Metropolregion Rhein-Neckar statt. Damit hat sich der Deutsche Turner-Bund erstmals nicht für eine Stadt, sondern eine ganze Region als Austragungsort entschieden.
Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner freut diese Entscheidung sehr: „Heidelberg ist eine Stadt des Sports. Mit über 120 Sportvereinen, 22 städtischen Sportanlagen und 40 Sport- und Gymnastikhallen bieten wir eine exzellente Infrastruktur für die Ausrichtung eines derart großen Events. Hinzu kommt, dass wir bereits eine Menge an Erfahrung bei der Durchführung solch großer und großartiger Sportereignisse haben. Und dank unserer zahlreichen Partner vom Sportkreis und den Vereinen, auch in den Nachbarkommunen, sind wir bereits jetzt sehr gut für das Deutsche Turnfest aufgestellt. Ich persönlich finde es großartig, dass die Metropolregion und mit ihr Heidelberg 2013 als innovative und leistungsfähige Sportstandorte in den Blick der weltweiten Öffentlichkeit rücken werden.“
Austragungsort großer Sportveranstaltungen
Tatsächlich kann Heidelberg bereits auf große Sportveranstaltungen zurückblicken: 1972 fanden die Weltspiele der Menschen mit Behinderung statt. Aktuell findet am 13. und 14. Dezember in der Rhein-Neckar-Halle in Eppelheim zum dritten Mal in Folge das Deutsche Turnliga-Finale statt, das von der Kunstturngemeinschaft Heidelberg (KTG) e.V. ausgerichtet und von der Sportregion Rhein-Neckar unterstützt wird. 16 Mannschaften aus den Bundes- und Regionalligen der Männer und Frauen werden hier zum Wettkampf um die Deutsche Vereinsmeisterschaft, Klassenerhalte und Aufstiege antreten, darunter Olympia- und Weltmeisterschaftsteilnehmer. Auch Fabian Hambüchen hat seine Teilnahme am Ligafinale zugesagt. Für das kommende Jahr ist eine internationale Ruderregatta geplant, an der Mannschaften von Elite-Universitäten aus der ganzen Welt gegeneinander antreten werden.
Und bereits zweimal war die Stadt Austragungsort für das Landesturnfest, dem größten Breitensportereignis des Landes. Nach 1970 zuletzt 2006, bei dem rund 20.000 Teilnehmer/innen zu Gast in Heidelberg waren. Angesichts der guten Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und den Turnerbünden hatte der Präsident des Badischen Turner-Bundes, Gerhard Mengesdorf, beim damaligen Finale schon darauf hingewiesen, es sei „eine Überlegung wert, in einigen Jahren das Deutsche Turnfest in der Metropolregion Rhein-Neckar stattfinden zu lassen“.
Die Stadt bietet mit der Konzentration an Sportstätten – dem Sportzentrum Nord, Sportzentrum West in Wieblingen, beim Kirchheimer Turnzentrum, mit Hallen und Anlagen der Universität, der Pädagogischen Hochschule und nicht zuletzt mit dem Olympiastützpunkt im Neuenheimer Feld – kurze Wege und optimale Bedingungen für die Sportlerinnen und Sportler. Darüber hinaus verfügt sie über eine Innenstadt mit idealen Vorführflächen, über eine gute Infrastruktur im öffentlichen Personennahverkehr und hat einen internationalen Ruf.
„Die Entscheidung für die Metropolregion und Heidelberg ist auch eine Auszeichnung für unsere jahrelangen Anstrengungen, die wir im Sportbereich unternommen haben“, so der Oberbürgermeister weiter. Schließlich fördere die Stadt den Sport in allen seinen Facetten: Seit über 30 Jahren sind bei der Stadt sportpädagogische Berater in den Grundsportarten Turnen, Leichtathletik und Schwimmen angestellt, mit denen erfolgreiche Arbeit geleistet worden ist. Denn neben dem Freizeitsport und der Unterstützung für Vereine liegt ein Schwerpunkt auf dem Heranführen von Kindern an den Sport.
Turnzentrum setzt Maßstäbe
Dazu wurde unter anderem 1988 das Turnzentrum Heidelberg gebaut, das nicht nur zu den führenden Nachwuchsleistungszentren in ganz Deutschland gehört, sondern mit dem Projekt „Kinder in Bewegung“ (KiB) Maßstäbe setzt, was die frühkindliche Bewegungserziehung schon in den Kindertagesstätten angeht. Bei dem gleichnamigen Projekt, 1999 als Turnschule vom Leiter des Turnzentrums Dieter Hofer initiiert, haben vier- bis sechsjährige Mädchen und Jungen die Möglichkeit, unter sportpädagogischer Anleitung ihren kindlichen Bewegungsdrang auszuleben und erste soziale Erfahrungen in einer Turngruppe zu machen – kombiniert mit einem kräftigenden, allseitigen und beweglich machenden Bewegungsangebot.
Inzwischen wurde das Angebot in Kooperation mit Heidelberger Kindertagesstätten ausgeweitet: Zweimal wöchentlich nutzen derzeit fünf Kindertagesstätten aus Kirchheim, Rohrbach und der Weststadt das Bewegungsangebot des Turnzentrums, das in Zusammenarbeit mit dem Sportkreis Heidelberg angeboten wird. Außerdem besuchen die sportpädagogischen Berater jährlich die Sportstunden der ersten Klassen der Heidelberger Schulen und Schulen in Umlandgemeinden, um Schülerinnen und Schüler für Sport zu interessieren und gegebenenfalls Talente, nicht nur im Turnen, ausfindig zu machen. Weiterhin führt das Projekt KiB Aus- und Weiterbildungen für Erzieher/innen und Übungsleiter durch, die vom Badischen Turnerbund anerkannt werden. So ist ein weiteres Ziel von KiB, seine Erfahrungen auch in die Metropolregion weiterzutragen.
Das Turnzentrum ist eines von drei Nachwuchsstützpunkten des Deutschen Turner-Bundes in Baden-Württemberg und einer von fünf deutschlandweit. Es wird sowohl von der Heidelberger Universität zum Training für seine Hochschulmannschaft genutzt als auch zur Abnahme des Sportabiturs. Auch die Heidelberger Turnvereine belegen täglich in den Abendstunden die Einrichtung.
Um das vielfältige Angebot des Turnzentrums noch weiter ausbauen zu können, plant die Stadt Heidelberg für 2010 eine Erweiterung des Turnzentrums, die mit rund 3,2 Millionen Euro im Haushaltsplanentwurf veranschlagt ist und bis zu den Deutschen Turnmeisterschaften 2013 fertiggestellt sein soll.
Weitere Informationen zum Sport und den Sportangeboten in Heidelberg gibt es im Internet unter www.heidelberg.de, zum Turnzentrum unter http://turnzentrum.heidelberg.de und zum Projekt „Kinder in Bewegung“ unter http://kib.heidelberg.de .
Branchentreffen des Handwerks: Verwaltung stellt Maßnahmen für 2009 vor
Mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Brachentreffens des Handwerks überrascht, zu dem Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, Erster Bürgermeister Bernd Stadel und der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Beschäftigung, Ulrich Jonas, am Donnerstag, 27. November, eingeladen hatten.
Der Katalog sieht folgende konkrete Angebote der Verwaltung vor:
- die Einführung einer so genannten Clearingstelle für Beschwerden beim Amt für Wirtschaftsförderung, die sich ausschließlich an die Handwerksbetriebe richtet und ab Januar 2009 ihre Arbeit aufnehmen soll;
- die fortgesetzte Unterstützung des Handwerks bei der Rekrutierung von Nachwuchs, beispielsweise durch Informationen zu Ausbildungsberufen im Stadtblatt sowie die Vergabe eines Ausbildungspreises an die besten Auszubildenden Heidelbergs, der am 11. Dezember erstmals von der Stadt vergeben wird;
- die Ausschöpfung der Wertgrenzen für das jeweils einfachste Vergabeverfahren. Die Grenzen liegen aktuell bei freihändig zu vergebenen Aufträgen bei 20.000 Euro, bei beschränkten Vergaben bei 75.000 Euro;
- die Prüfung, ob die Aufteilung von Aufträgen in mittelstandsgerechte Teillose möglich ist, so dass sich Bewerbungen auch für Unternehmen lohnen, die auf wenige Produkte spezialisiert sind;
- die Einführung einer Stoffpreisgleitklausel. Damit übernimmt die Verwaltung einen Teil des Risikos, wenn ein Unternehmen aufgrund von außergewöhnlich stark gestiegenen Rohstoff-Preisen das ursprünglich unterbreitete Angebot nicht einhalten kann;
Eine weitere Maßnahme ist die Einführung von so genannten „Previewkonferenzen“. Auf diesen Konferenzen sollen zukünftig den lokalen und regionalen Handwerksbetrieben Investitionsmaßnahmen der Stadtverwaltung frühzeitig vorgestellt und erläutert werden. Damit will die Verwaltung eine größere Transparenz über Auftragsvergaben der öffentlichen Hand schaffen und den lokalen Bewerbern einen zeitlichen Vorsprung gegenüber externen Bewerbern verschaffen. Derzeit werden bereits 85 Prozent aller städtischen Aufträge an lokale und regionale Betriebe vergeben.
In diesem Zusammenhang stellte der Oberbürgermeister den Anwesenden die städtischen Investitionsmaßnahmen vor, die allein in den kommenden zwei Jahren geplant sind mit einem Volumen von über 69 Millionen Euro (2009) und 65 Millionen Euro (2010). Dazu zählen die Schulsanierungen, Großprojekte wie die Baugebiete Bahnstadt, Schollengewann und Im Bieth, die Theatersanierung und die vorbereitenden Maßnahmen für das Projekt „Stadt an den Fluss“. „Diese Zahlen zeigen, dass wir gerade auch für Sie ein Wirtschaftsförderprogramm geplant haben, dass antizyklisch zu der derzeitigen angespannten Wirtschaftslage in Deutschland ist“, betonte der Oberbürgermeister in seiner Rede.
Mit dem vorgestellten Maßnahmenkatalog kommt die Stadt den meisten der Forderungen und Wünsche entgegen, die die Kreishandwerkerschaft an die Verwaltung gestellt hatte. Gleichwohl machte der Oberbürgermeister auch deutlich, wo die Grenzen der städtischen Möglichkeiten liegen: So werde es weder eine direkte Bevorzugung noch eine finanzielle Unterstützung etwa in Form eines „Qualitätsbonus“ für lokale und regionale Betriebe geben können.
In Heidelberg sind derzeit 1.122 Handwerksbetriebe ansässig, 25 mehr als in den Vorjahren. Das sind rund 11 Prozent aller in der Stadt gemeldeten Gewerbebetriebe (derzeit 10.671).