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Pressedienst der Stadt Heidelberg vom 27. Juli 2009

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Arbeiten an der „Grünen Welle“ gehen weiter

Weitere Teile des Projekts „Grüne Welle in Heidelberg“ werden schrittweise umgesetzt. Zur besseren Erreichbarkeit des Neuenheimer Feldes über die B 37, Ernst-Walz-Brücke und Berliner Straße werden zwischen dem ehemaligem Autobahnende und der Ernst-Walz-Brücke vier Ampelanlagen aufgerüstet. Für die erhöhten verkehrstechnischen Anforderungen sind neue Steuergeräte und eine leistungsfähigere Verbindung zum Verkehrsrechner erforderlich. Während der jeweils zwei bis drei Tage dauernden Arbeiten an einer Anlage sind provisorische Ampeln im Einsatz. Die Arbeiten dauern insgesamt etwa zwei Wochen. Leichte Beeinträchtigungen des Verkehrs sind nicht zu vermeiden.

Gleichzeitig wird damit begonnen, auf der B 37 im oben genannten Abschnitt, auf der Mittermaierstraße, der Bergheimer Straße und der Alten Eppelheimer Straße Induktionsschleifen für die Verkehrserfassung einzubauen. Die Induktionsschleifen werden jeweils auf dem betroffenen Fahrstreifen unter kurzzeitiger Sperrung geschnitten. Hierbei handelt es sich um punktuelle, kurzzeitige Bauaktivitäten. Dadurch, dass die Arbeiten während der Sommerferien, zu verkehrsschwachen Zeiten und in der Nacht stattfinden, können die Verkehrsbehinderungen auf ein Minimum beschränkt werden.


Gemeinsame Presseerklärung der Stadt und Polizeidirektion Heidelberg

Polizei und Stadt schließen erneut „Flatrate-Bordell“

Überprüfung ergab: 49 Prostituierte und 15 Männer angetroffen -  Polizei erteilt Platzverweise – Hygienische Missstände bestehen fort – Schließungsanordnung von Sonntagabend bestätigt

Am Montagmittag, 27. Juli 2009, erfuhren die Polizeidirektion und die Stadt Heidelberg, dass der Betrieb des Flatrate-Bordells „Pussy-Club“ entgegen einer am 26. Juli ergangenen mündlichen Anordnung der Stadt Heidelberg weitergeführt wurde. Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung von Kriminalpolizei und Bürgeramt der Stadt Heidelberg wurde eine mit 49 Frauen hoffnungslos überfüllte Einrichtung angetroffen, in der sich zudem noch 15 Männer („Freier“) aufhielten.

Alle Männer wurden von der Polizei des Platzes verwiesen. Den Frauen wurde der Aufenthalt dort weiterhin gestattet, da sie in den Räumlichkeiten nächtigen und keine sonstige Bleibe haben.

Nachdem das Bürgeramt der Stadt Heidelberg den Fortbestand der unhaltbaren hygienischen Zustände festgestellt hatte, wurde die am Sonntagabend mündlich erteilte Anordnung auf sofortige Schließung des Betriebs erneut verfügt.

Im Anschluss schloss die Polizei das Bordell und beschlagnahmte die Tageseinnahmen von etwas mehr als tausend Euro. Einer rumänischen Staatsangehörigen, die sich als Verantwortliche ausgab, wurde die Verfügung der Stadt Heidelberg bekanntgegeben. Daraufhin hängte sie ein Schild „geschlossen“ an die Eingangstür.

Unabhängig von der aktuell ergangenen Schließung des Flatrate-Bordells hat die Stadt Heidelberg bereits am 10. Juli eine Nutzungsuntersagung für den Betrieb des „Pussy-Club“ verfügt und ein Bußgeldverfahren wegen ordnungswidriger Werbung für Prostitution gegen die Betreiberin des Clubs eingeleitet.


Theatersanierung: Kurt Cerdini ist Ansprechpartner für die Bürger

Kurt Cerdini heißt der Baustellenbeauftragte für die Theatersanierung. Der 63jährige Polizeibeamte im Ruhestand wird für die nächsten drei Jahre Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger sein, die von der Baumaßnahme betroffen sind. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner stellte Cerdini am 27. Juli auf einer Pressekonferenz im Rathaus vor und zeigte sich begeistert vom neuen Baustellenbeauftragten: „Einen besseren hätten wir nicht finden können!“ Es sei ein Glücksfall für das Großprojekt, mit Cerdini einen Mann zu haben, der fachlich qualifiziert und sowohl den Altstädtern als auch dem Theater gleichermaßen zugetan sei.

Kurt Cerdini (Foto: Rothe)

Für alle Fragen, Anregungen und Beschwerden rund um den Um- und Erweiterungsbau der Städtischen Bühne steht Kurt Cerdini ab sofort unter der Rufnummer 58-35555 montags und mittwochs von 14 bis 16 Uhr zur Verfügung, E-Mail: Kurt.Cerdini@Heidelberg.de. Ein Büro in Baustellennähe ist in Planung und wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Kurt Cerdini ist Pensionär, ein sehr umtriebiger allerdings – besonders, wenn es um „sein Heidelberg“ geht. Cerdini – der Name lässt es kaum vermuten – ist nämlich ein waschechter Heidelberger, genauer gesagt: Altstädter: Hier geboren, am Schlossberg aufgewachsen, Schüler der Friedrich-Ebert-Schule bis zum Wechsel auf das Gymnasium, in der Heiliggeistkirche konfirmiert und schließlich auch dort verheiratet. Der gelernte Büromaschinenmechaniker wechselte später zur Polizei. Seit über 40 Jahren ist Cerdini Vorstandmitglied in der Gewerkschaft der Polizei, Kreisgruppe Heidelberg, seit der Pensionierung Seniorenvertreter. Er war ehrenamtlicher Richter beim Finanzgericht Baden-Württemberg, ist Mitglied in mehreren Vereinen und Vereinigungen, selbstverständlich auch im Verein „Alt Heidelberg“. Mittlerweile ist der Vater einer Tochter und Großvater zweier Enkelkinder in die Weststadt gezogen. Sein Herz schlägt aber immer noch für die Altstadt.

Was ihn dazu motiviert hat, das Ehrenamt als Baustellenbeauftragter für die dreijährige Sanierungszeit anzunehmen? „Schon mein Beruf offenbart es: Mir war es im Leben immer ein Anliegen, im Dienst der Allgemeinheit zu stehen“, erzählt Kurt Cerdini. Jetzt mit der Theatersanierung sah er die Möglichkeit, mehr als bisher für „sein“ Heidelberg zu tun. Mit den Baustellen kennt sich Cerdini schon von Berufs wegen aus: Als Polizeibeamter hat er viele Jahre lang in der Verkehrsüberwachung gearbeitet, Klein- und Großbaustellen und die damit verbundenen Probleme waren sein täglich Brot. Bereits 1993 war er beim Bau der Polizeidirektion in der Römerstraße mehrere Monate als Baustellenbeauftragter tätig.

Und seine Liebe zum Theater? „Die ist während meiner Berufstätigkeit oft stiefmütterlich behandelt worden“, berichtet Cerdini. Nach seiner Pensionierung hat er das rasch geändert. Der bauliche Zustand des Theaters und die teilweise unzumutbaren Arbeitsplätze der Mitarbeiter überzeugten ihn davon, kurzerhand in den Freundeskreis einzutreten.

Kontakt:
Baustellenbeauftragter für die Theatersanierung
Kurt Cerdini
Telefon: 06221 58-35555
E-Mail: Kurt.Cerdini@Heidelberg.de
Sprechzeiten: Montag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr

Weitere Infos zur Theatersanierung unter www.heidelberg.de/theatersanierung .


Theatersanierung: Baustellenunterstützungsfonds für Gewerbetreibende

Die Theater- und Orchesterstiftung hat für Gewerbetreibende, die von der Theatersanierung betroffen sind, einen Baustellenunterstützungsfonds eingerichtet. Die Geschäftsstelle des Fonds ist beim Amt für Wirtschaftsförderung und Beschäftigung der Stadt Heidelberg eingerichtet, Ansprechpartnerin ist Nadine Klasen, Telefon 58-30005. Der Fonds dient der direkten Unterstützung beeinträchtigter Betriebe. Außerdem werden aus dem Fonds Marketingmaßnahmen finanziert, von denen alle Betriebe im Bereich der Theaterstraße profitieren. Die Wirtschaftsförderung ist Ansprechpartner für Probleme der Gewerbetreibenden und wird während der Bauzeit auch einen „Runden Tisch der Gewerbetreibenden“ einrichten.

Kontakt:
Baustellenunterstützungsfonds
Amt für Wirtschaftsförderung und Beschäftigung der Stadt Heidelberg
Nadine Klasen
Telefon: 58-30005

Weitere Infos zur Theatersanierung unter www.heidelberg.de/theatersanierung .


Theatersanierung: Ersatzspielplatz am Krahnenplatz

Gute Nachrichten für Kinder und Eltern in der Altstadt: Für die Zeit der Theatersanierung wird eine Ersatzspielfläche auf dem Krahnenplatz in der Nähe des Marstalls eingerichtet. Sie ersetzt vorübergehend den Spielplatz Theaterstraße, der aus Gründen der Verkehrssicherheit während der Theatersanierung geschlossen werden muss. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner hatte sich für die Ersatzlösung zum Wohle der Altstadt-Kinder stark gemacht. Der Haupt- und Finanzausschuss gewährte auf seiner Sitzung am 23. Juli 44.000 Euro außerplanmäßige Mittel für die Einrichtung der Spielanlage, auf der man künftig klettern, rutschen und im Sand buddeln kann. Die Anlage wird mit einem Zaun geschützt. Mit der Einrichtung der Spielfläche kann voraussichtlich Ende September begonnen werden.


„Hilde Domin hat den Namen Heidelbergs als Stadt der Literatur in die Welt getragen“

Am 27. Juli wäre Hilde Domin 100 Jahre alt geworden. Für die Stadt Heidelberg war das Anlass, die international renommierte Lyrikerin mit einem Festakt am gleichen Tag im Hilde-Domin-Saal der Stadtbücherei zu würdigen.

Für Hilde Domin war Heidelberg fast 50 Jahre lang bis zu ihrem Tod 2006 Wohnort und Lebensmittelpunkt. Die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin führte gerade junge Leute in einer besonderen Weise an Literatur heran. Weil Hilde Domin die Nachwuchsförderung ein großes Anliegen war, stand der Festakt anlässlich ihres 100. Geburtstages unter diesem Motto.

Hilde Domin (Foto: Stadt Heidelberg)

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner würdigte in seiner Begrüßungsrede Hilde Domins herausragende Bedeutung für die Stadt: „Hilde Domin, Heidelberger Bürgerin seit der Rückkehr aus dem Exil von 1960 bis zu ihrem Tode im Februar 2006 und Ehrenbürgerin der Stadt, war eine herausragende Schriftstellerin, gelesen und bewundert von Menschen aller Generationen. Sie hat das kulturelle Leben der Stadt unendlich bereichert und den Namen Heidelbergs als Stadt der Literatur in die Welt hinausgetragen. In Würdigung ihrer literarischen Verdienste hat die Stadt Heidelberg anlässlich ihres 80. Geburtstages den Preis „Literatur im Exil“ gestiftet, deren erste Preisträgerin sie selbst war. Nach ihrem Tod wurde er ihr zu Ehren in „Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil“ umbenannt.“

Die Junge Filmemacherin Anna Ditges, deren Filmporträt über Hilde Domin („Ich will Dich“) 2007 erstmals in den Kinos lief, schilderte in ihrer Festrede, was Hilde Domin aus ihrer Sicht charakterisierte :ihre Zivilcourage, ihr Vertrauen auf die innere Stimme, „die Liebe über alles zu stellen, sie allem zugrundezulegen und zur Ewigkeit zu erklären. Das ist in höchstem Maße Hilde Domin für mich.“

Oberstufenschüler des Kurses „Literatur und Theater“ des Hölderlin-Gymnasiums brachten ihre persönliche Hommage an Hilde Domin zur Aufführung. Die musikalische Umrahmung gestaltete ein Ensemble der Musik- und Singschule Heidelberg.

Hilde Domin

Hilde Domin wurde 1909 in Köln geboren. In Heidelberg, Köln und Berlin studierte sie zunächst Jura, dann politische Wissenschaften, Soziologie und Philosophie unter anderem bei Karl Jaspers und Karl Mannheim. 1932 emigrierte sie gemeinsam mit Erwin Walter Palm zunächst nach Rom. 1936 heirateten die beiden. Nach 22jährigem Exil in Italien, England und in der Dominikanischen Republik, wo sie als Lehrerin, Dozentin, Übersetzerin und Fotografin tätig war, kehrte sie 1954 nach Deutschland zurück. In der Dominikanischen Republik hatte sie das Schreiben für sich entdeckt, ihr erster Gedichtband erschien 1959. Innerhalb weniger Jahre galt Hilde Domin als eine der bedeutendsten deutschen Lyrikerinnen. Ihre Werke wurden bisher in 21 Sprachen übersetzt. Seit 1961 lebte Domin als freie Schriftstellerin in Heidelberg. Ihr zu Ehren wurde 1992 der Preis der Stadt Heidelberg „Literatur im Exil“ ausgelobt.

Veranstaltungshinweis

  • Filmporträt Hilde Domin „Ich will Dich“
    Regie: Anna Ditges
    Kommunales Kino im Kulturhaus Karlstorbahnhof
    28. und 29. Juli, jeweils 19.30 Uhr


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