Kommunaler Integrationsplan: Ausländerrat/Migrationsrat gibt grünes Licht
Der Ausländerrat/Migrationsrat der Stadt Heidelberg (AMR) hat sich bei seiner Sitzung am Mittwoch, 20. Oktober 2010, einstimmig für den Kommunalen Integrationsplan ausgesprochen. Das Gremium hat dem 80-seitigen Dokument eine Liste mit neuen oder bereits enthaltenen Zielen und Maßnahmen beigefügt, die dem Ausländerrat/Migrationsrat besonders wichtig sind. Dazu zählen unter anderem die Förderung der Mehrsprachigkeit in Schule und Familie, die Einrichtung eines mobilen Gemeindedolmetscherdienstes, die interkulturelle Öffnung der Musik- und Singschule, die Einrichtung eines interkulturellen Zentrums, Zusammen mit dieser AMR-Stellungnahme geht der Integrationsplan nun in die weiteren politischen Beratungen. Abschließend entscheidet der Gemeinderat am 2. Dezember 2010 über den Integrationsplan.
Integration fördern und weiterentwickeln
Der Kommunale Integrationsplan ist in den vergangenen drei Jahren unter Federführung der Stadt Heidelberg auf breiter Basis von vielen Beteiligten aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Institutionen aufgestellt worden. Der Integrationsplan soll als Grundlage dienen, die Integration von Ausländer/-innen und Menschen mit Migrationshintergrund in Heidelberg zu fördern und weiterzuentwickeln. Welche Maßnahmen konkret umgesetzt und finanziert werden können, wird sich im weiteren politischen Prozess und in den Haushaltsberatungen zeigen.
Weitere Beschlüsse
- Einstimmig beschloss der Ausländerrat/Migrationsrat, bei einem Tandemprojekt mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband beziehungsweise der Freiwilligenbörse Module eines Informationsportals zum Thema Integration zu erstellen. Der Schwerpunkt soll dabei bürgerschaftliches und freiwilliges Engagement von Migrantenselbstorganisationen sein. Das Gremium stellt dafür insgesamt 6.000 Euro zur Verfügung.
- Das Gremium hat bei drei Enthaltungen beschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Eine-Welt-Zentrum einen „Interkulturellen Kalender 2011“ herauszugeben. Der Wandkalender soll einen Überblick über die bedeutendsten Fest- und Feiertage der verschiedenen Religionen und Kulturen geben sowie wichtige internationale und nationale Festtage sowie die wichtigsten lokalen Veranstaltungen und Termine enthalten. Das Projekt wird mit 1.500 Euro unterstützt.
- Der Ausländerrat/Migrationsrat empfiehlt dem Ausschuss für Integration und Chancengleichheit mit elf Ja-Stimmen bei sieben Enthaltungen, dem Interkulturellen Bildungszentrum Mannheim gGmbH für das Projekt „Ausbildungsverbund Heidelberg“ einen Zuschuss in Höhe von 44.650 Euro zu gewähren. Das Projekt verfolgt das Ziel, Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund in Heidelberg als Ausbildungsbetriebe zu gewinnen.
- Der Ausländerrat/Migrationsrat beschloss einstimmig, für seine alljährliche Nikolausaktion für die Bewohner/-innen der Flüchtlingsunterkünfte 2.500 Euro aus seinem Budget zur Verfügung zu stellen.
Ausführliche Informationen zum Ausländerrat/Migrationsrat gibt es auf der städtischen Homepage unter www.auslaenderrat.heidelberg.de , Wissenswertes zum Thema Integration gibt es unter www.heidelberg.de/integration .
Mehr Parkplätze an der S-Bahn-Station Pfaffengrund/Wieblingen
An der S-Bahn-Station Pfaffengrund/Wieblingen sind Stellplätze sehr gefragt. Die Stadt Heidelberg hat deshalb einen zweiten Parkplatz mit 45 neuen P+R Plätzen angelegt und das Angebot damit verdreifacht.
In diesem Zusammenhang ist auch die Zu- und Abfahrt neu geregelt worden: Die kleine Straße, die vom Kurpfalzring zum Bahngelände hinabführt, wird zur Einbahnstraße hangabwärts und ist damit künftig nur noch Zufahrt. Die Ausfahrt ist von beiden Parkplätzen über den Wieblinger Weg nach allen Richtungen möglich. Die entsprechende Beschilderung wird am Montag, 25. Oktober 2010, aufgestellt.
Skizze der veränderten Ein- und Ausfahrten (PDF-Datei, 428 KB)
Gärtnergepflegtes Grabfeld auf dem alten Friedhof Wieblingen eingeweiht
Die Stadt Heidelberg erweitert in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner ihr Angebot an gärtnergepflegten Gräbern. Neben den Friedhöfen Bergfriedhof, Handschuhsheim und Kirchheim steht ab sofort ein solches Angebot auch auf dem alten Friedhof in Wieblingen an der Wallstraße zur Verfügung. Dort sind jetzt Sarg- und Urnenbeisetzungen in einer gärtnerisch gepflegten Anlage möglich. Dr. Ernst Baader, Leiter des Landschafts- und Forstamts der Stadt Heidelberg, Ellen Oswald, Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG, und Günter Trapp, Vorsitzender des Stadteilvereins Wieblingen, stellten das Grabfeld am Donnerstag, 21. Oktober 2010, offiziell der Öffentlichkeit vor.
Entlastung der Angehörigen
Das Besondere daran: Die Gräber können ausschließlich über ein Komplettangebot inklusive der Kosten für die dauerhafte Grabpflege erworben werden. In Zeiten wachsender Mobilität ist es für Angehörige von Verstorbenen oft schwierig, eine Grabstätte selbst zu pflegen. Die Angehörigen können wählen, ob sie ein Grab mit oder ohne Blumenbeet möchten. Das Blumenbeet wird dreimal im Jahr – Frühjahr, Sommer, Herbst – neu bepflanzt. Wünschen die Angehörigen kein Blumenbeet, wird das Grab durchgehend mit Bodendeckern bepflanzt.
Grabstätten dieser Art immer beliebter
Gärtnergepflegte Grabfelder gibt es schon auf mehr als 200 badischen Friedhöfen. Die Betreuung der Grabstätten erfolgt in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG. Die Genossenschaft wurde im 1963 gegründet und ist eine von 27 Treuhandstellen beziehungsweise Friedhofsgärtnergenossenschaften in Deutschland. Das erste gärtnergepflegte Grabfeld in Heidelberg wurde auf dem Bergfriedhof angelegt.
Der alte Friedhof in Wieblingen
Der alte Friedhof Wieblingen entstand Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Gemeinderat der Stadt Heidelberg beschloss 1968 die Schließung des alten Friedhofes zum Jahr 1987. Nach diesem Zeitpunkt mussten die Verstorbenen in Wieblingen auf dem neuen Friedhof beigesetzt werden. Zehn Jahre später folgte der Gemeinderat dem Wunsch der Heidelberger, den alten Friedhof wieder zu öffnen.
Noch Fragen?
Auskünfte zu den gärtnergepflegten Grabfeldern gibt es bei der Friedhofsverwaltung der Stadt Heidelberg unter Telefon 06221 58-28050. Ausführliche Informationen zu den Heidelberger Friedhöfen gibt es im Internet unter www.heidelberg.de/friedhof .