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Pressedienst der Stadt Heidelberg vom 22. September 2011

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Zweiter Bericht zur Sozialen Lage in Heidelberg: "Teilhabe sichern, auch bei kleinem Geldbeutel"

Titel Bericht zur Sozialen LageNach vier Jahren legt die Stadt Heidelberg im September 2011 ihren zweiten Bericht zur sozialen Lage vor. Der Bericht, der auf Daten von 2009 basiert, macht deutlich: Während in Baden-Württemberg jeder siebte armutsgefährdet ist, trifft dies in Heidelberg nur auf jeden dreizehnten Bewohner zu. Der Bericht wird im September/Oktober 2011 in den Gremien des Gemeinderats vorgestellt und diskutiert.

„Der Bericht zur sozialen Lage zeigt, dass das Armutsrisiko in Heidelberg erfreulich gering ist – es ist nur halb so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Aber auch in Heidelberg spiegeln sich die sozialen Problemlagen unserer Gesellschaft wider: dass beispielsweise Alleinerziehende stärker von Armut bedroht sind, die Altersarmut zunimmt oder dass günstiger und zugleich attraktiver Wohnraum knapp ist“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner. „Wichtig ist, dass wir uns die Situation gesellschaftlich benachteiligter Menschen genau ansehen und diese Mitmenschen gezielt unterstützen. Hier sind wir bereits auf einem guten Weg: Dank unserer Familienoffensive haben sich die Bildungschancen von Kindern verbessert und die Zahl der jungen Arbeitslosen liegt auf erfreulich niedrigem Niveau.“

Sozialbürgermeister Dr. Joachim Gerner ergänzte: „Für soziale Sicherung gibt die Stadt Heidelberg in diesem Jahr 143 Millionen Euro aus. Der aktuelle Bericht zur sozialen Lage zeigt: Dies ist gut investiertes Geld. Auch wenn wir als Kommune viele soziale Probleme, die primär mit der materiellen Existenzsicherung verbunden sind, nicht alleine lösen können, schaffen wir Rahmenbedingungen für mehr soziale Teilhabe und sozialen Ausgleich. Mit unseren vielfältigen Programmen und Maßnahmen wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern die Chance auf gerechte Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben offen halten – auch bei kleinem Geldbeutel.“

Stabiles soziales Netz

Die positive soziale Gesamtlage verdankt Heidelberg einerseits seiner guten Wirtschaftssituation, andererseits aber auch dem engmaschigen und stabilen sozialen Netz, das von den unterschiedlichen Partnern wie Sozialverbänden, Kirchen oder Stiftungen geknüpft wird. Zudem bietet die Stadt Heidelberg eine Fülle von Angeboten, die es in vielen anderen Städten so nicht gibt und die jeweils auf die spezifische Situation eines Menschen oder einer Familie zugeschnitten sind – auch über verschiedene Zuständigkeiten hinweg. Beispiele sind:

  • das weit überdurchschnittliche Betreuungsangebot für Kinder,
  • die flächendeckende Schulsozialarbeit an allen Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen,
  • der Heidelberg Pass+ mit vielen Vergünstigungen für einkommensschwache Familien,
  • die flächendeckende Einrichtung von Seniorenzentren in der Stadt.

Abbildung: Bezieher/-innen von Grundsicherungsleistungen nach SGB II und SGB XII* je 1.000 Einwohner am 31.12.2009Die Ergebnisse des Berichts im Einzelnen

  • Armutsrisiko in Heidelberg deutlich unter Landesdurchschnitt
    Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise hat Heidelberg mit 11.300 Menschen nicht mehr arme oder armutsgefährdete Menschen zu verzeichnen als im Jahr 2005. Im Gegenteil, der Anteil von Armut bedrohter Menschen lag mit 7,7 Prozent sogar auf etwas niedrigerem Niveau als vor vier Jahren (2005: 8,1 Prozent). Im Städtevergleich nimmt Heidelberg einen sehr guten Platz ein: Im Land sind 14,1 Prozent aller Bewohner armutsgefährdet, bundesweit sind es sogar 14,6 Prozent.
     
  • Trend zu immer höheren Bildungsabschlüssen
    Insgesamt haben sich die besonders guten Bildungschancen für Heidelberger Kinder weiter verbessert. Das gilt auch für ausländische Kinder. Nicht zuletzt durch erfolgreiche Schulsozialarbeit gibt es immer weniger Abgänger/-innen ohne Hauptschulabschluss, 2009 waren es nur noch 43 aus allen Schulen Heidelbergs. Der Anteil ausländischer Viertklässler, die aufs Gymnasium wechseln, stieg von 25,7 Prozent (2006) auf 31,2 Prozent (2010). Auch beim Mittleren Bildungsabschluss legten die ausländischen Schüler in Heidelberg zu, ihr Anteil stieg von 24,5 auf 36,8 Prozent.

    Abbildung: Einwohner und geschätzte Armutsgefährdete in Heidelberg und Baden-Württemberg* 2009 nach Altersklassen„Damit arme und armutsgefährdete Kinder trotz ihrer schwierigen Lebenslage die größtmöglichen Teilhabechancen erhalten, ist weiterhin eine offensive Bildungspolitik wichtig, darunter Sprachförderung und Schulsozialarbeit“, so Dr. Gerner. „Erste Erfolge lassen sich zum Beispiel im Stadtteil Emmertsgrund nach jetzt vier Jahren Ganztagsgrundschule bei den Übergängen auf die weiterführenden Schulen feststellen: Hier gewinnen Realschule und Gymnasium an Bedeutung.“
     
  • Erhöhtes Armutsrisiko bei Kindern und Jugendlichen
    Bei der Betrachtung der Altersgruppen ist festzustellen, dass Kinder und Jugendliche das höchste Armutsrisiko tragen – damit liegt Heidelberg im bundesweiten Trend. Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren, die auf Sozialgeld angewiesen sind, stagniert gesamtstädtisch seit drei Jahren bei 12 Prozent, dennoch sind Anstiege in einzelnen Stadtteilen zu verzeichnen.

    Erfreulich ist, dass sich der Zugang zu Arbeit für junge Erwachsene verbessert hat. Ihre Arbeitslosenquote liegt mit 3,1 Prozent mittlerweile halb so hoch wie die durchschnittliche.
     
  • Lebenslage von Ausländern verbessert sich – aber nur langsam
    Aus dem Bericht geht auch hervor, dass sich die Lebenslagen von Ausländern dem gesamtstädtischen Durchschnitt annähern – wenn auch in kleinen Schritten. Galt 2005 noch jeder achte Ausländer als armutsgefährdet, ist es jetzt nur noch jeder neunte. Ihr Armutsrisiko ist dennoch höher als das der Gesamtbevölkerung.
     
  • Altersarmut steigt auch in Heidelberg
    Noch ist das Armutsrisiko bei den über 64-Jährigen mit rund 6 Prozent gering, es gibt jedoch Anzeichen, dass sich dies in absehbarer Zukunft ändert. Die Zahl der Empfänger/-innen von Grundsicherungsleistungen im Alter und bei Erwerbsminderung stieg um 18 Prozent seit 2005 bei den über 64-Jährigen (128 Personen) und um 39 Prozent bei den 50- bis 64-Jährigen (49 Personen). Die Zahl der über 49-Jährigen, die von Arbeitslosengeld II leben, ist im Berichtszeitraum um mehr als 300 Menschen auf insgesamt 1.600 gestiegen.

    „Auch wenn wir als Kommune auf die Höhe von Rente und Grundsicherung keinen Einfluss haben, können wir aktiv werden bei der Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben oder bei der Schaffung seniorengerechter Infrastruktur. Auf diese Themen werden wir uns in den kommenden Jahren noch stärker konzentrieren“, erklärte Bürgermeister Dr. Gerner.
     
  • Arm trotz Arbeit
    Auch in Heidelberg gibt es sie, die „working poor“. Über ein Viertel (28,1 Prozent) aller erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die Leistungen aus dem SGB II erhalten, sind gleichzeitig erwerbstätig, das sind mehr als 1.600 Menschen. Unter diesen arbeitenden Armen finden sich anteilig mehr Frauen und ausländische Mitbürger/-innen.
     
  • Armut bleibt räumlich konzentriert
    Bereits im letzten Bericht zur sozialen Lage wurde festgestellt, dass die von Armut gefährdeten Menschen sich auf bestimmte Stadtteile konzentrieren. Der Heidelberger Wohnungsmarkt ist seit jeher gekennzeichnet durch relativ starke räumliche Unterschiede im Mietpreisniveau und bei der Verteilung von Sozialwohnungen. Im Vergleich zu vor vier Jahren haben sich die Abstände zwischen den einzelnen Stadtteilen leicht vergrößert. 2009 bezogen rund 1.700 Haushalte Wohngeld, 60 Prozent unter ihnen waren schätzungsweise armutsgefährdet. Trotz Wohngeldzahlungen gibt es rund 500 Haushalte, die 35 Prozent ihres Einkommens oder mehr für die Miete aufwenden müssen.

    Dazu Oberbürgermeister Dr. Würzner: „Die Preise auf dem Heidelberger Wohnungsmarkt sind für sozial Benachteiligte ein großes Problem, dessen sind wir uns bewusst. Mit unseren Maßnahmen zum Baulandmanagement und zur Wohnbauförderung, für die wir allein in diesem Jahr 900.000 Euro zur Verfügung stellen, versuchen wir, dem entgegenzuwirken. Darüber hinaus gilt es auch, neuen, günstigen Wohnraum zu schaffen. Der Abzug der US Army eröffnet hier gute Chancen, die wir nutzen möchten.“

Chancen auf Teilhabe schaffen

Um allen Bürgerinnen und Bürgern gute Chancen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, wird die Stadt Heidelberg ihr bisheriges Engagement fortsetzen und es weiter entwickeln, insbesondere bei der Förderung von Jugendlichen und Kindern, bei Angeboten für Ältere und für Menschen mit Behinderung.

  • Heidelberger Maßnahmen-Paket erhalten
    In Heidelberg gibt es eine Vielzahl wirksamer sozialer Maßnahmen, beispielsweise die Familienoffensive, das überdurchschnittliche Betreuungsangebot für Kinder, die flächendeckende Schulsozialarbeit an allen Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen, der Heidelberg Pass+ mit vielen Vergünstigungen für einkommensschwache Familien, wie zum Beispiel die Beitragsfreiheit im letzten und vorletzten Kindergartenjahr, die kleinräumig differenzierte Anerkennung der Wohnkosten bei SGB II-Empfängern, die flächendeckende Ausstattung mit Seniorenzentren und anderes mehr. Dieses bestehende Angebot soll erhalten und passgenau auf Basis der vorliegenden Ergebnisse weiter entwickelt werden. Dazu gehört auch die Umsetzung des Gleichstellungsaktionsplanes und des kommunalen Integrationsplans.
     
  • Förderung von Kindern und Jugendlichen
    In der aktuellen Studie „Jugend im demografischen Wandel“ des KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg) wird der Zeitraum bis 2020 als ein Jahrzehnt bewertet, in dem zukunftssichernde Investitionen in die nachwachsende Generation von entscheidender Bedeutung sein werden. Deshalb werden Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch umfassende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die gezielte Förderung von Kindern und Jugendlichen im Erziehungs- und Bildungssystem sowie die Familienförderung weiterhin oben auf der städtischen Agenda stehen.
     
  • Teilhabechancen von Älteren garantieren
    Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Förderung der Teilhabe älterer Menschen am kulturellen und sozialen Leben immer wichtiger. Um die Menschen dort abzuholen, wo sie leben und ihre sozialen Bezüge haben, sind verschiedene Maßnahmen geplant: Anpassung der wohnortnahen Infrastruktur an die Bedürfnisse älterer Menschen, Schaffung aktivierender Angebote sowie Gewährleistung der ambulanten und (teil-)stationären Versorgung.
     
  • Inklusion vorantreiben
    Die individuelle Unabhängigkeit, die Teilhabe in der Gesellschaft sowie Chancengleichheit von Menschen mit Behinderung („Inklusion“) sollen nach und nach verwirklicht werden. Auf dem Weg zur Inklusion gibt es innerhalb der Bildungsregion Heidelberg vielfältige Erfahrungen mit gemeinsamem Lernen von behinderten und nicht behinderten jungen Menschen. Eine Arbeitsgruppe des Amtes für Schule und Bildung der Stadt Heidelberg unter Beteiligung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, des Staatlichen Schulamtes Mannheim und Heidelberger Schulleitungen erarbeitet derzeit eine entsprechende Konzeption zum Themenbereich Inklusion.

Daten und Fakten zu bestehenden sozialen Leistungen der Stadt Heidelberg

Zur Substanzsicherung des sozialen Netzes wendete die Stadt Heidelberg im Jahr 2010 143 Millionen Euro auf. Diese entfallen unter anderem auf folgende Leistungen:

  1. Krippen und Kindertagesstätten
    43 Millionen Euro jährlich, davon
    - 15,6 Millionen Euro für städtische Kitas,
    - 11 Millionen Euro an freie Träger im Krippenbereich,
    - 14,4 Millionen Euro an freie Träger im Rechtsanspruchsbereich (Kindergärten),
    - 2,2 Millionen Investitionsförderung an freie Träger.
     
  2. Jugendhilfe
    14,4 Millionen Euro, davon
    - 12,1 Millionen Euro für Hilfen zur Erziehung und Eingliederungshilfen,
    - 1,66 Millionen Euro für Zuschüsse an die Jugendzentren,
    - 570.000 Euro für Erziehungsberatung.
     
  3. Bildung
    - annähernd 1 Million Euro für Ganztagsschulen
    - 4,2 Millionen Euro für die verlässliche Grundschule,
    - 16,8 Millionen Euro für Infrastruktur der Schulen und Schulsanierungen.
     
  4. Sozialausgaben
    - 39 Millionen Euro für Sozialhilfe (SGB XII),
    - 19 Millionen Euro für Kosten der Unterkunft,
    - 3,2 Millionen Euro für Zuschüsse an die freie Wohlfahrtspflege,
    - 270.000 Euro für verbilligte Karten im Nahverkehr.
     
  5. Weitere Maßnahmen
    - Sprachförderung
    108.000 Euro für Sprachförderung in Kitas und 260.000 Euro in Klasse 1 und 2, 150.000 Euro für HÜS (Heidelberger Unterstützungssystem Schule)
    - Mittagessen
    550.000 Euro für kostenloses Mittagessen in Kitas für Inhaber des Heidelberg Pass + (950 Kinder), 287.000 Euro für „1-Euro-Mittagessen“ in Grund-, Haupt- und Förderschulen (440 Kinder)
    - Kindergartenbeiträge
    270.000 Euro für Beitragsfreiheit im letzten Kitajahr (290 Kinder), generelle Beitragsübernahme für die Kita bei Nachweis der Bedürftigkeit
    - Schulsozialarbeit
    600.000 Euro für Schulsozialarbeit an allen Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen
    - Ermäßigungen
    15.000 Euro für ermäßigten Mitgliedsbeitrag von Kindern und Jugendlichen mit Heidelberg Pass + in Sportvereinen, hinzu kommen das kostenlose Ferienprogramm, Ermäßigungen in Kultureinrichtungen, bei Bädern, im Zoo, und vieles mehr.


Der ausführlichen Bericht zur Sozialen Lage in Heidelberg als Download erscheint hier in Kürze.


OB Würzner fordert stärkeres finanzielles Engagement des Landes im Bereich der Kleinkindbetreuung

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner zu Besuch in einer Kita mit Kleinkindbetreuung (Foto: Rothe)Im Zuge der aktuellen Debatte zwischen dem Land und den baden-württembergischen Städten um die Finanzierung der Kleinkindbetreuung fordert Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner ein stärkeres finanzielles Engagement des Landes. „Es kann nicht sein, dass das Land einerseits von den Kommunen die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz bis zum Jahr 2013 fordert, aber im Gegenzug nicht zu einer deutlicheren finanziellen Unterstützung bereit ist“, sagte Würzner. 

Dabei steht Heidelberg im Bereich der Kleinkindbetreuung im Vergleich zu anderen Kommunen gut da: Mit 41,6 Prozent im Kindergartenjahr 2011/2012 hat die Neckarstadt die höchste Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren in allen westlichen Bundesländern. Der Ausbau der Betreuungsplätze geht kontinuierlich weiter. Ziel ist es, bis zum Jahr 2013 in Heidelberg im Kleinkindbereich eine Betreuungsquote von rund 50 Prozent zu erreichen.

„Wir profitieren jetzt von unseren Entscheidungen der letzten Jahre im Bereich der Kleinkindbetreuung. Heidelberg hat dafür Investitionen in Millionenhöhe getätigt.“ Aktuell investiert die Stadt Heidelberg in den gesamten Bereich der Kinderbetreuung jährlich 43 Millionen Euro, davon 15,6 Millionen Euro für städtische Kindertagesstätten, 11 Millionen Euro an freie Träger im Krippenbereich und in der Kindertagespflege, 14,4 Millionen Euro an freie Träger im Rechtsanspruchsbereich (Kindergärten), und 2,2 Millionen Euro an freie Träger für bauliche Investitionen.

„Jetzt ist das Land am Zuge, sich auch finanziell zum weiteren Ausbau der Kinderbetreuung zu bekennen“, forderte Würzner.


8. Heidelberger Bauforum: Studierende entwickeln im Wettbewerb Ideen zu "Wissen schafft Stadt"

Logo Heidelberger BauforumDie Förderung des interdisziplinären Dialogs im Bauwesen soll Studentinnen und Studenten zum konstruktiven Dialog und kreativen Teamplaying anregen sowie fachübergreifende Denk- und Arbeitsweisen fördern. Aus diesem Grund hat die HeidelbergCement AG begleitend zum jeweiligen Kongressthema des Heidelberger Bauforums einen Studentenwettbewerb ins Leben gerufen, der sich in diesem Jahr mit dem Thema „Wissen schafft Stadt“ beschäftigte. 

Die Preisverleihung fand im Rahmen des Bauforums am 22. September 2011 in Leimen statt. Durchgeführt und betreut wurde der Wettbewerb vom Lehrstuhl „Städtebau und Entwerfen“ der Universität Stuttgart, der in Absprache mit dem Stadtplanungsamt Heidelberg einen Masterplan für die Stadt Heidelberg zum Thema des Wettbewerbs gemacht hat. Teilgenommen haben Studierende des Fachbereichs Architektur im Rahmen einer Studienarbeit.

Zukunftsvision für das Jahr 2030

Wie müssen Orte beschaffen sein, damit sie zwischen Wissenschaftswelt und Stadtgesellschaft vermitteln können? Unter dieser Fragestellung sollten die Studierenden räumliche Strategien entwickeln, mit denen die unterschiedlichen Wissenschaftsstandorte in Heidelberg besser integriert und miteinander vernetzt werden können. Ziel des Ideenwettbewerbs war es, für Heidelberg eine Vision als Wissenschaftsstadt im Jahr 2030 zu entwickeln, die sich am Leitbild der „europäischen Wissenschaftsstadt“ orientiert. Die Studierenden hinterfragten dabei nicht nur bestehende städtebauliche und architektonische Planungen in Heidelberg, sondern entwarfen und verknüpften sie mit neuen Ansätzen. Ganz konkret wurden anschließend mehrere Flächen zwischen dem bestehenden Campus im Neuenheimer Feld und dem neuen Campus in der Bahnstadt näher untersucht. Dabei hatten die Studierenden nicht nur bauliche Themen im Blick, sondern berücksichtigten auch kulturelle, wirtschaftliche und soziale Fragestellungen.

In der Jury des Wettbewerbs waren vertreten: Lehrstuhlinhaber der Hochschule Stuttgart und Fachhochschule Frankfurt, Vertreter des Bereiches Landschaftsarchitektur, Vertreter des Stadtplanungsamtes Heidelberg sowie ein freier Journalist. Der Wettbewerb ist mit 5.000 Euro dotiert.

  • Till Krüger (1. Preis)
    Um Heidelberg als Wissenschaftsstadt am Neckar nachhaltig profilieren zu können, regt Preisträger Till Krüger ein Umdenken bezüglich der innerstädtischen Verkehrsführung an. In seinem Entwurf schlägt er eine Bündelung des Hauptverkehrs durch eine Innenstadtumfahrung und eine fünfte Neckarbrücke vor. Für Krüger gilt der Neckar als Herzstück und Rückgrat der Wissenschaftsstadt. Die Erweiterung der Hauptstraße in Ost-West-Richtung entlang der Bergheimer Straße verbindet demnach in Form eines Wissenschaftsboulevards die Hochschulstandorte wie Perlen an einer Schnur.
      
  • Jennifer Maier (1. Preis)
    Schwerpunkt des Entwurfs von Preisträgerin Jennifer Maier ist es, den Austausch zwischen den Bewohnern Heidelbergs, den Angestellten und den Studenten im Campus am Neuenheimer Feld zu verstärken. Dabei sollen gezielt Schnittstellen zwischen der Bevölkerung und der Universität in unterschiedlichen Bereichen des alltäglichen Lebens wie Freizeit, Unterhaltung, Erholung und Kultur geschaffen werden. Als erste Maßnahme empfiehlt die Preisträgerin etwa den Bau eines neuen Uniforums mit Uniplaza am westlichen Ende der Ernst-Walz-Brücke mit Zugang zum Neckar. Dieses soll als Eingangsbereich für den Campus dienen.
      
  • Andreas Lerchl und Stephan Wildermuth (2. Preis)
    In ihrem Entwurf verstehen die beiden Preisträger Andreas Lerchl und Stephan Wildermuth Heidelberg als Vorbild für andere Wissenschaftsstädte, nicht nur in Bezug auf die Wissenschaften, sondern auch auf die Lebensqualität und eine ressourcensparende Lebensweise. Der Neckar wird dabei als Schlüssel gesehen, um die Stadt besser zu vernetzen. Hier sollen demnach zahlreiche kleine Parks und Hauptfahrradwege entstehen. Die beiden Preisträger sehen in ihrem Entwurf zudem den Ausbau der Fahrradwege im gesamten Stadtgebiet vor. Hierdurch soll die Vernetzung der wissenschaftlichen Einrichtungen und der Stadtteile verstärkt werden.

weitere Informationen unter www.heidelberger-bauforum.de

Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Heidelberg und der HeidelbergCement AG




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