Umweltpreis der Stadt Heidelberg
Seit 2005 schreibt die Stadt Heidelberg alle zwei Jahre einen Umweltpreis aus. Der Umweltpreis ist mit 5.000 Euro dotiert, die auf mehrere Preiträger aufgeteilt werden können. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury.
Mit der Ausschreibung eines Umweltpreises möchte die Stadt Heidelberg Bürger/-innen, Institutionen, Vereine, Betriebe und andere motivieren zukunftsfähige Projekte anzustoßen und bekannt zu machen, die sich für den Umweltschutz einsetzen und gleichzeitig soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigen.
Umweltpreis 2011
Die Stadt Heidelberg hat bei der Vergabe des Umweltpreises 2011 den Schwerpunkt auf den nachhaltigen Konsum und den Fairen Handel gesetzt. Handeln, aber fair: Wie das geht, haben die Gewinner des Heidelberger Umweltpreises 2011 vorgemacht, die mit vorbildlichen Projekten einen Beitrag zur Entwicklung eines umweltfreundlichen, sozialverträglichen und ökonomischen Verbraucherverhaltens leisten. Insgesamt zwölf Bewerbungen wurden eingereicht. Der erste Platz ging an das Helmholtz Gymnasium (2.000 Euro). Den zweiten Platz erhielten das Studentenwerk Heidelberg und der Weltladen Heidelberg-Altstadt (je 1.500 Euro). Alle eingereichten Projekte wurden mit einer Urkunde ausgezeichnet und erhielten Gutscheine für die Fahrt mit dem Solarboot. Die Projekte:
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Helmholtz-Gymnasium
Jährlich sammeln die Fünftklässler des Helmholtz-Gymnasiums über eine Tonne Äpfel auf Heidelberger Streuobstwiesen und lassen daraus 750 Liter Apfelschorle herstellen, die sie dann in der Schule verkaufen. Die Umwelt-AG des Helmholtz-Gymnasiums führt währenddessen in den Streuobstwiesen Biotopschutz-Maßnahmen durch: Sie untersucht zum Beispiel die Entwicklung einer Streuobstwiese, die von Schafen beweidet wird, pflanzt Obstbäume nach und hängt Nistkästen auf. Durch dieses Projekt wird nicht nur ein aktiver Beitrag zum Erhalt der Flächen geleistet, den Schülern wird auch die hohe ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen näher gebracht.
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Studentenwerk Heidelberg
Schon seit den achtziger Jahren ist das Studentenwerk um Nachhaltigkeit und Umweltschutz bemüht. Es verwendet und verkauft frische, regional und biologisch produzierte und fair gehandelte Produkte (unter anderem jährlich acht Tonnen Fairtrade-Kaffee), führt Projekte zur Bewusstseinsbildung in den eigenen Medien, in Wohnheimen und in Kindertagesstätten durch und setzt sich für die energetische Sanierung und technische Optimierung der Mensen, Wohnheime und Kindertagesstätten ein. Dass die rund 30.000 Kunden des Studentenwerks zufrieden sind, zeigt die Wahl der Zeughaus-Mensa zur „Mensa des Jahres 2010“.
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Weltladen Heidelberg-Altstadt
Der Weltladen setzt sich bereits seit 35 Jahren mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern für den fairen Handel ein. Der gemeinnützige Weltladen hat nicht nur Fairtrade-Produkte in seinem Sortiment, sondern bietet auch ein umfangreiches Bildungsangebot rund um das Thema nachhaltiger Konsum für alle Altersstufen an. Hierzu gehören Lern-Erlebniseinheiten für Schulklassen, Workshops für Bildungsfachkräfte, konsumkritische Stadtführungen, der Verleih von Themenkoffern und Länderkisten sowie die Bereitstellung von Hintergrundinformationen zum Fairen Handel und damit zusammenhängenden entwicklungspolitischen Themen.
- weitere Bewerber
- Effata-Weltladen in der Südstadt
- Eine-Welt-Zentrum Heidelberg e.V.
- Fair und Quer
- Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST e.V.)
- Wolf Verlag GmbH
- Riccarda Retsch
- Landhausschule
- Initiative Kritischer Konsum
- TSV Handschuhsheim
Informationen zu den Umweltpreisen 2005, 2007, 2009
Umweltpreis 2009
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Mit dem Umweltpreis 2009 wurden Projekte rund um das Thema "Nachhaltigkeit" ausgezeichnet. Den ersten Preis teilten sich der DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal 1926 e.V. und der Heidelberger Partnerschaftskaffee e.V. (je 1500 Euro), den zweiten Preis erhielten HeidelbergCement, die Gärtnerei Wildwuchs und der Abwasserzweckverband (je 500 Euro). Ein Sonderpreis für Eigeninitiative (zwei Saisonkarten für das Tiergartenschwimmbad) ging an Alisa Seyffer und Friderike Faller.
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Die ausgezeichneten Projekte 2009
- DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal 1926 e.V.: Umweltschutz im Sportverein
Das Umweltteam des Sportvereins hat seit seiner Gründung 2001 ein Umdenken auf allen Ebenen des Vereins bewirkt. So konnten Einsparungen im Trinkwasser von 71%, im Strom von 42% und im Erdgas von 49% erreicht werden. In dem 2007/8 in Eigenleistung gebauten Energiesparvereinsheim, das neben einer sehr gut gedämmten thermischen Hülle eine innovative Anlagentechnik aufweisen kann, wurden CO2-Einsparung von jährlich 78% erreicht. Zusätzlich führt das Umweltteam Umweltschutz-Aktionen mit den Jugendgruppen des Vereins durch.
- Heidelberger Partnerschaftskaffee e.V.
Heidelberger Partnerschaftskaffee e.V. hat ein partnerschaftliches Netzwerk von Kleinbauern in Mittelamerika bis zum Vertrieb in Deutschland aufgebaut. Rohkaffee aus ökologischem Anbau wird Kleinbauern in Mittelamerika zu Preisen, die über denen den fairen Handels liegen, abgekauft und in Heidelberg verkauft. Pro verkauftem kg Kaffee wird 1 Euro zur Projektförderung in Mittelamerika eingesetzt, z.B. für Bildungsmaßnahmen oder zur Umstellung von konventionellem Anbau auf Bioanbau. In Heidelberg stellt der Heidelberger Partnerschaftskaffee Informationen und Bildungsangebote über Welthandel, Kaffeeanbau und die Lebenssituation der Produzenten zur Verfügung.
- HeidelbergCement: KIS – Kooperation Industrie und Schule
HeidelbergCement initiiert gemeinsame Aktivitäten von Mitarbeitern mit Lehrern und Schülern an 15 Heidelberger Schulen. In den Schulen finden Vorträge, Diskussionen und Projektarbeiten zu Themen wie Architektur, Bauen, Wirtschaft oder Nachhaltigkeit statt. Im Zementwerk können Schüler die Produktion und Weiterverarbeitung von Zement erfahren. In Steinbrüchen von HeidelbergCement findet Anschauungsunterricht in den Fächern Geologie und Biologie statt. So erhalten Schüler Einblicke in die Wirtschaft und in den Industriekonzern HeidelbergCement, Impulse zur Berufsorientierung und Interesse an Wirtschaft und Industrie.
- Gärtnerei Wildwuchs e.V.: Ökologischer Landbau
Die Gärtnerei Wildwuchs im Neuenheimer Feld wird von den ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern ökologisch bewirtschaftet. Sie bauen Gemüse, Obst und Kräuter an, halten Hühner und Bienen, erproben verschiedene Konservierungstechniken und unterstützen mit ihren regionalen, saisonalen, ökologischen Produkten die studentische Lebensmittelkooperative „Appel un‘ Ei“. Auch Informationsveranstaltungen über ökologische Landwirtschaft und Gentechnik werden organisiert. Zudem findet jährlich eine einwöchige Kinderfreizeit statt.
- Abwasserzweckverband: Prozesswasserbehandlungsanlage
Zur Behandlung des Abwassers wurde ein innovatives biologisches Verfahren zum ersten Mal in Deutschland installiert: das Verfahren der Deammonifikation. Durch dieses Verfahren wurden beim Energieverbrauch monatliche Einsparungen von 100.000 kWh erzielt. Außerdem hat dieses Verfahren zum Vorteil, dass es keiner Chemikalien oder externe Kohlenstoffquellen benötigt. Dadurch, dass beim biologischen Abbau keine CO2-Emissionen entstehen, werden im Vergleich zu anderen Verfahren jährliche 1200 t CO2 eingespart.
- Alisa Seyffer und Friderike Faller: Kann Kuchen Energie sparen?
Die beiden Schülerinnen der 7. Klasse wollten herausfinden, ob verschiedene Backformen einen unterschiedlichen Energiebedarf aufweisen und wie viel Energie man beim Backen mit der richtigen Backform sparen kann. Sie haben den Energieverbrauch beim Backen der gleichen Menge Teig in sieben verschiedenen Kastenformen gemessen und entdeckt, dass so man tatsächlich Energie sparen kann.
Pressemeldung...
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Umweltpreis 2007
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Der Umweltpreis 2007 wurde für vorbildliche innovative Projekte mit Kindern, Jungendlichen und Schulen im Bereich Umweltbildung ausgeschrieben. Die Gesamtsumme von 5.000 Euro teilen sich Renate Exner (1. Preis) mit ihrer alljährlichen Krötenhilfsaktion (1.500 Euro), die Initiative Zooerlebnis (2. Preis) mit dem Bildungstag für Sonder- und Förderschulen (1.000 Euro) und das Englische Institut und der Heidelberger Biotopschutz (2. Preis) für die gemeinsame Bachpatenschaft für das Mühltal (1.000 Euro). Den dritten Platz (je 500 Euro) belegen die Landhausschule für ihre Umweltprojekte, die Johannes-Gutenberg-Schule für ihre Solarprojekte und das Hectorseminar für die Biotoppatenschaft Steinberg.
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Die ausgezeichneten Projekte 2007
- Krötenhilfsaktion mit Renate Exner
Seit 15 Jahren schart Renate Exner jedes Frühjahr zu Beginn der Krötenwanderung viele Kinder und Jugendliche, um mit ihnen vor allem in den Abendstunden die Amphibienauf dem Weg zu Ihren Laichgewässern zu schützen. Die Tiere werden über Straßen getragen und dabei auch statistisch erfasst.
- Initiative Zooerlebnis: Bildungstag im Zoo für Sonder- und Förderschulen
Die Initiative Zooerlebnis im Heidelberger Tiergarten veranstaltet seit 2006 Zooführungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, um bei ihnen die Aufmerksamkeit für Natur und Umwelt zu schärfen. Finanziert wird der Besuch von der Anja und Markus Adam-Stiftung für Tier- und Artenschutz. Nach 820 Kindern und Jugendlichen 2006 soll 2007 die Zahl auf 1.500 steigen.
- Englisches Institut und Heidelberger Biotopschutz: Bachpatenschaft für das Mühltal
Das Englische Institut und der Verein Heidelberger Biotopschutz betreuen seit langer Zeit gemeinsam das Gelände rund um den Bach im Mühltal. Sie erforschen Amphibienarten, pflegen deren Laichgewässer, untersuchen die Qualität des Bachwassers und pflegen das Wiesengelände. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren erfahren hier Umweltbildung vor Ort.
- Landhausschule: Umweltprojekte
In der Schule wird viel und kontinuierlich das Thema Umwelt behandelt. Beispielsweise wird jedes Jahr zu Schulbeginn ein Fahrplan für die Umwelt erarbeitet, es gab eine Aufklärungskampagne über Recyclingpapier und Nistkästen wurden gesäubert. An der Schule gibt es ein E-Team, die Umweltadler, und vergangenes Jahr wurde ein Umweltmanagementsystem eingeführt.
- Johannes-Gutenberg-Schule: Solarprojekte
An der Berufsfachschule wird eifrig mit Solarzellen hantiert, um das Interesse für erneuerbare Energien zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler bauen dort seit Jahren verschiedene Modelle mit Solarmotoren zusammen. Entstanden sind bisher das Solarmobil Speedy, ein Solarboot oder auch eine netzunabhängige, solarbetriebene Bewässerungsanlage. Auch mit Brennstoffzellentechnik beschäftigt man sich an der Schule.
- Hectorseminar: Biotoppatenschaft für den Steinberg
In den Naturwissenschaften besonders befähigte Schüler/innen werden im Hectorseminar gezielt gefördert. Die 11- bis 18-Jährigen haben mit der Patenschaft für den Steinberg in Handschuhsheim die Aufgabe übernommen, die Grundstücke zu pflegen, Tiere und Pflanzen zu dokumentieren und weitere Naturschutzaktivitäten durchzuführen.
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Umweltpreis 2005
Der Umweltpreis 2005 wurde für Projekte zum Thema Energie, Klimaschutz und Bauen ausgeschrieben. Den ersten Preis teilten sich die Albert-Schweitzer-Schule mit ihrem Öko-Audit (1.500 Euro) und die Bäckerei Riegler für ihre Energiesparbackstube (1.500 Euro). Den zweiten Preis erhielten das Null-Emissions-Gebäude "Der Turm" (1.000 Euro) und die Familie Bold/Schmidt (1.000 Euro) für die ökologische Sanierung ihres 100 Jahre alten Privathauses in Ziegelhausen.
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Die ausgezeichneten Projekte 2005
- Albert-Schweitzer-Schule: Öko-Audit
Beschreibung des Projektes
- Aufbau eines Umweltmanagementsystems,
- Jede Klasse wählt einen Schüler/in als Umweltbeauftragten,
- Kontinuierliche Arbeit der Biogeier in den Klassen 1-10,
- Einbeziehung von Energiethemen in den Unterricht,
- Umweltziele: Reduzierung des Stromverbrauchs um 5% bis Ende 2007 (Basisjahr 2004),
- Reduzierung des Heizenergieverbrauchs um 3% bis Ende 2007 (Basisjahr 2004),
- Optimierung des Mobilitätsverhaltens,
- Jährliche Durchführung von Umweltprojektwochen und des Day of the Earth.
- Bäckerei Riegler: Energiesparbackstube
Das Bäckereigewerbe ist mit zehn Prozent des gesamten Energiebedarfs des Handwerks das energieintensivste aller Gewerke. Ein Großteil der verwendeten Energie aber gelangt ungenutzt in Form von Abwärme in die Atmosphäre. Um dieser Tatsache rechnen zu tragen wurde die Energieversorgung am neuen Produktionsstandort der Bäckerei Riegler aus Heidelberg so geplant, dass die eingesetzte Energie rationeller genutzt wird. Die neue, 1.500 Quadratmeter große Backhalle wurde im Januar 2002 bezogen. Dabei sind verschiedene Systemkomponenten zur rationellen Energienutzung zum Einsatz kommen, die in ihrer Gesamtheit als Demonstrations- und Referenzobjekt für eine energieeffiziente Bäckerei in Deutschland stehen kann.
- Null-Emissions-Gebäude "Der Turm"
Der niedrige Heizwärmebedarf wird durch folgende Maßnahmen erreicht: kompakte Bauweise, Fensteranteil von nur 45 Prozent, hohe Dämmstärken, kontrollierte Raumlüftung durch eine zentrale Abluftanlage und Zuluftelemente in der Fassade. Die elektrische Energie für die Wärmepumpe wird durch die auf dem Dach angebrachte Photovoltaikanlage erzeugt. Beheizung und Kühlung erfolgen 100 Prozent emissionsfrei. Sommerliche Kühlung erfolgt ausschließlich über natürliche Kältequellen: Nachtlüftung und Erdsonden.
- Familie Bold/Schmidt: ökologische Sanierung Privathaus
Beschreibung des Projektes
- Ökologische Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses,
- Erhalt der typischen Dachform (Rudeldach),
- Anpassung an Ensemble,
- Sanierung in Lehmstampfbauweise