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Broschüre Konversion in Heidelberg - den Wandel gestalten (PDF-Datei, 2,3 MB) |
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stadtblatt-Interview: Bernd Stadel, Erster Bürgermeister, zur Konversion Heidelberg |
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Oft gefragt: Konversion US-Flächen in Heidelberg
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Was bedeutet Konversion?
Der Begriff der Konversion beschreibt den Übergang eines bestimmten Zustandes in einen neuen. Im Bereich der Stadtentwicklung steht Konversion für den Veränderungsprozess von Flächennutzungen. Zumeist wird darunter die Umwandlung von ehemaligen militärischen Flächen in zivile Folgenutzungen verstanden. In Heidelberg haben vor allem die derzeit militärisch genutzten Flächen einen herausragenden Stellenwert für die künftige Stadtentwicklung. Es gibt aber auch andere Konversionsprozesse in Heidelberg, wie die Umnutzung des ehemaligen Heinsteinwerkes oder des Furukawa-Geländes.
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Wann wird die US Army aus Heidelberg abziehen und was bedeutet das für die Stadt?
Im Juni 2010 kündigte die US Army an, ihre Standorte in Heidelberg bis 2015 aufzulösen. Damit werden mehr als 200 Hektar Fläche in Heidelberg frei. Insgesamt gibt es auf den von den Amerikanern genutzten Flächen über 2.300 Wohnungen. In Heidelberg leben rund 8.000 Angehörige der Army und ihre Familien, rund 1.000 deutsche Zivilangestellte arbeiten bei den US-Streitkräften.
Aus dem Abzug ergeben sich interessante Perspektiven und Chancen, da enorme Flächen im Vergleich zum Stadtkörper neu entwickelt werden können. Die Flächen liegen zum Teil außerhalb der Siedlungsgebiete wie Patrick Henry Village, einige Flächen aber auch mitten im Stadtgebiet. Die Integration in die Stadtteile stellt eine große städtebauliche Herausforderung dar. So machen Mark Twain Village und Campbell Baracks rund ein Drittel der Südstadt aus.
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Welche neuen Nutzungsmöglichkeiten sind geplant?
Es sind noch keine Festlegungen getroffen, wie die Flächen in Zukunft genutzt werden sollen. Dies soll gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und erarbeitet werden. Hier wird es sicherlich viele Ideen und innovative Ansätze geben. Grundsätzlich sind Nutzungen als Wohnraum, Gewerbeflächen, für Wissenschaft und Forschung denkbar, aber auch Freiflächen und Erholungsräume werden eine wichtige Rolle spielen. Entwickelt werden muss auch eine gute Infrastruktur mit Kindergärten, Sporteinrichtungen, öffentlichem Nahverkehr und Nahversorgung.
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Plant die Stadt Heidelberg den Erwerb der Flächen, die größtenteils dem Bund gehören?
Eigentümer der Flächen ist der Bund, genauer die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImMA). Diese hat bereits angekündigt, die Flächen verkaufen und nicht selbst nutzen zu wollen. Der Bund strebt nach eigenen Aussagen eine möglichst wirtschaftliche Verwertung der Flächen an.
Im Hinblick auf den Kauf von Flächen durch die Stadt sind noch keine Entscheidungen gefallen. Diese Fragen werden erst im Laufe des Planungsprozesses behandelt werden können, wenn man sich über die beabsichtigte zukünftige Nutzung im Klaren ist.
Die Preise hängen von vielen Modalitäten ab, unter anderem von der zukünftigen Nutzung, der jeweiligen Lage, dem Zustand von Flächen und Gebäuden, usw. Bei der Entwicklung der zukünftigen Nutzung ist eine Zusammenarbeit mit Partnern sicherlich förderlich. Dazu gibt es diverse Möglichkeiten, wie zum Beispiel privater Ankauf, PPP-Projekte (Public-Privat-Partnership), Entwicklungsgesellschaften, aber auch rein städtische Flächen zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben.
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Gibt es bereits einen Überblick über Altlasten und mögliche Sanierungskosten?
Bis zum Abzug der Amerikaner haben die Kommunen keinen Zugriff auf die Areale. Deshalb sind noch keine zuverlässigen Daten vorhanden. Gründliche Untersuchungen sind zu gegebener Zeit noch durchzuführen. Es ist davon auszugehen, dass Kontaminationen von Boden und Gebäuden stellenweise vorhanden sind, z.B. durch Kraft- und Schmierstoffe auf dem Airfield oder den Patton Barracks. Das Ausmaß an Kosten zur Beseitigung von Kontaminationen kann derzeit jedoch nicht eingeschätzt werden.
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Gibt es Immobilien, die weiter genutzt werden können, oder muss alles abgerissen werden?
Das kann erst nach entsprechenden Untersuchungen abschließend geklärt werden. Der Wärmeschutz entspricht sicher nicht dem heutigen Heidelberger Standard, und der allgemeine Gebäudestatus ist in den meisten Fällen bislang nicht bekannt.
Möglicherweise sind teilweise Zwischennutzungen ohne großen Aufwand möglich, um dringende Erfordernisse abzufangen. Langfristig ist ein erheblicher Sanierungsaufwand und im Falle der Unverträglichkeit aus wirtschaftlichen, umweltrelevanten oder anderen entscheidenden Kriterien auch teilweise ein Abriss der Substanz nicht auszuschließen. Dies muss aber noch gründlich untersucht werden.
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Sollen die Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden und wenn ja, in welcher Form?
Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist ein ganz wesentliches Element im Planungsprozess. Auf verschiedene Art und Weise werden die Heidelberger/-innen ihre Ideen und Vorstellungen einbringen können – ob auf Veranstaltungen, über Werkstätten oder via Internet. Über direkte Mitwirkungs- und Beteiligungsveranstaltungen soll nicht nur das bürgerschaftliche Interesse geweckt, sondern auch Kreativität und persönliches Engagement gefördert werden, um Lösungen zu entwickeln, mit denen sich die Bürgerinnen und Bürger identifizieren können.
Da der Dialog im Vordergrund steht, wurde der Prozess auch „Dialogischer Planungsprozess“ genannt, der in drei Phasen bis 2014 gestaltet wird. Auf der Arbeitsebene findet die Diskussion im Entwicklungsbeirat statt. Hier bringen über 30 Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft ihre Erfahrungen und Kompetenzen in die Arbeit an strategischen und qualitativen Leitlinien ein. Mit den Arbeitsergebnissen des Beirats kann man sich im dialogischen Informationsaustausch über elektronische und gedruckte Medien sowie in öffentlichen Veranstaltungen auseinandersetzen. Dabei können Interessierte und Betroffene ihre Anliegen, Bedenken, Meinungen, Anregungen, Ideen und Visionen einbringen. Auch diese Ergebnisse werden wiederum in den Entwicklungsbeirat eingebracht, dort bearbeitet und veröffentlicht.
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Warum sind die Leitlinien zur Konversion so allgemein gehalten und nicht konkreter gefasst?
Die Leitlinien sind eine Orientierung, ein Wegweiser, wie mit den Flächen im Allgemeinen umgegangen werden soll. An ihnen kann bei den kommenden Planungsschritten immer wieder überprüft werden, ob man noch auf dem richtigen Pfad ist. Zudem sind die Leitlinien auch immer eine Prüfinstanz, um sicher zu gehen, dass kein wichtiges Thema unter den Tisch fällt und alle Ziele berücksichtigt werden – wie etwa Wohnen, Kultur, Verkehr oder Wirtschaft.
In der zweiten Phase des dialogischen Planungsprozesses werden die einzelnen Areale genauer betrachtet und damit auch die Ziele deutlich spezifiziert. Dazu bedarf es aber noch weiterer Analysen, beispielsweise zur Baustruktur, die unter anderem bei den sogenannten „Vorbereitenden Untersuchungen“ erhoben werden.
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Was ist aus den Bürgerideen geworden, diese waren doch oft sehr konkret?
Die Ideen der Bürgerinnen und Bürger waren ein zentraler Impulsgeber zur Erarbeitung der Leitlinien. Die Leitlinien entstanden ja nicht im luftleeren Raum, sondern wurden insbesondere abgeleitet aus allgemeinen städtischen Zielen, dem Stadtentwicklungsplan, sowie den Bürgerideen. Diese werden auch in den nächsten Planungsphasen an geeigneter Stelle immer wieder herangezogen, um zu sehen, was wo umgesetzt werden kann.
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An wen können sich Bürger/-innen wenden, die konkrete Fragen und Ideen haben?
Bei der Stadt Heidelberg gibt es ein Team, das sich um die Konversion der US-Flächen kümmert. Sie stehen für Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung.
Abteilung Entwicklungsmanagement der Stadt Heidelberg
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Was bedeutet der Abzug der Amerikaner für die Metropolregion?
Es besteht reger Austausch und Abstimmung innerhalb der Region, um die Entwicklungsprozesse koordiniert zu steuern. Insgesamt werden in der Metropolregion über 750 Hektar Fläche frei. Ob sich der sogenannte Flächenüberhang in Zukunft als Problem darstellt, werden die Märkte und die jeweiligen Interessenlagen zeigen. Die Metropolregion Rhein-Neckar besitzt jedoch ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial und ist innovativen Entwicklungen zugeneigt. Vor diesem Hintergrund kann die Herausforderung Konversion mit gutem Grund optimistisch angegangen werden.
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