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„Höchste Zeit, unseren Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise grundlegend zu überdenken“

OB Prof. Dr. Würzner bei der Klimaschutz-Konferenz der C40 in Kopenhagen

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner bei den Beratungen des „C40 World Mayors Summit“ zum Klimaschutz in Stockholm, hier mit der Bürgermeisterin von Stockholm, Anna König Jerlmyr. (Foto: Stadt HD)
Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner bei den Beratungen des „C40 World Mayors Summit“ zum Klimaschutz in Stockholm, hier mit der Bürgermeisterin von Stockholm, Anna König Jerlmyr. (Foto: Stadt HD)

Den Städten kommt eine besondere Rolle zu, wenn es darum geht, die Vorgaben des Klimaschutzabkommens von Paris aus dem Jahr 2015 zu erreichen. Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Klimafachleute aus aller Welt haben beim „C40 World Mayors Summit“ vom 9. bis 12. Oktober 2019 über Strategien zum besseren und schnelleren Klimaschutz beraten. In Kopenhagen trafen sich mehr als 1.000 Delegierte aus 96 der weltweit im Klimaschutz besonders erfolgreichen Städte. 

Mit dabei war Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. Heidelberg ist im weltweiten Klimaschutz-Städtenetzwerk C40 als sogenannte „Innovator City“ geführt. Im Rückblick auf die Konferenz betonte OB Würzner: „Es ist höchste Zeit, unseren Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise grundlegend zu überdenken. Wir müssen uns noch viel mehr für Klimaschutz und Klimaanpassung engagieren. Beim C40-Kongress in Kopenhagen habe ich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt konkrete Handlungsoptionen entwickelt. Diese Netzwerkarbeit hat einen enormen Wert, wenn es darum geht, global an vielen Stellen und in vielen Kommunen gleichzeitig für den Klimaschutz aktiv zu sein.“. 

Klimaschutz-Visionen und konkrete Handlungsfelder

Um von einem theoretischen Ziel zu konkreten Handlungen zu kommen, brauche es die Exekutive in den Ländern, und die Kommunen hätten dabei große Gestaltungsmöglichkeiten, so Prof. Würzner weiter. Als Musterlösung stellte er den Fachleuten in Kopenhagen das Heidelberger Erfolgsprojekt „Bahnstadt“ vor. Klimaneutrales Bauen und Sanieren gilt international als eines der Handlungsfelder, in denen die höchsten Reduktionen beim Energieverbrauch und bei den CO<sub>2</sub>-Emissionen erreicht werden können. Vertreterinnen und Vertreter anderer Städte berichteten beispielsweise über Maßnahmen zur Luftreinhaltung, zur Klimaanpassung, zu Gesundheitsförderung und zur Energiewende. Die zahlreichen Visionen zum Klimaschutz wurden unter dem Motto „The future we want …“ in konkreten Maßnahmenbündeln zusammengefasst (https://c40summit2019.org/).  

Heidelberger Bekenntnis zu C40-Deklarationen

Heidelberg ist seit 2014 Mitglied im C40-Netzwerk und hat bereits die „Fossil Fuel Free Streets Declaration“ der C40 unterzeichnet, die sich gegen den Verbrauch fossiler Kraftstoffe richtet. Bei der diesjährigen Konferenz hat sich Heidelberg nun zudem zur „Clean Air Cities Declaration“ bekannt. Grundlage hierfür ist der „„Masterplan nachhaltige Mobilität für die Stadt“, den Heidelberg mit den Städten Mannheim und Ludwigshafen verabschiedet hat. Des Weiteren konnte Heidelberg mit seinem Null-Emissions-Stadtteil Bahnstadt der „Net Zero Carbon Buildings Declaration“ von C40 beitreten. Damit bekennt sich Heidelberg zu einer Reihe von ehrgeizigen Zielen, um die Stadt grüner, gesünder und erfolgreicher zu gestalten.

Über C40

Das C40-Städtenetzwerk vereint mehr als 90 der im Klimaschutz erfolgreichsten Städte weltweit. Diese repräsentieren mehr als 700 Millionen Bürgerinnen und Bürger und ein Viertel der Weltwirtschaft. Bürgermeister des C40-Netzwerks haben sich dazu verpflichtet, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um das Klimaabkommen von Paris zu erfüllen.

Das C40-Netzwerk wurde 2005 gegründet in der Überzeugung, dass das gemeinsame Engagement für den Klimaschutz weitaus erfolgreicher sein kann. Die Entwicklung bestätigt diese Annahme: Aus anfangs 18 Mitgliedern wurden zwischenzeitlich 96. Fasst man deren CO<sub>2</sub>-Emissionsreduktionsziele zusammen, so kommt man auf mehr als drei Gigatonnen CO<sub>2</sub> bis zu Jahr 2030 – das entspricht der Abschaffung von rund 600 Millionen Autos. 

Der „C40 World Mayors Summit“ findet alle drei Jahre statt und führt Bürgermeister sowie Delegationen aus den 96 Mitgliedstädten zusammen. In Kopenhagen wurde gezeigt, welche Maßnahmen besonders erfolgreich sind und den Klimaschutz weltweit beschleunigen können. Besondere Aufmerksamkeit galt hierbei den weltweiten Klimaschutzprotesten, die sich in vielen Städten in der Fridays for Future-Bewegung oder den ausgerufenen Klimanotständen zeigt.

Warum gerade Städte?

In Städten wird am meisten CO<sub>2</sub> ausgestoßen und am meisten Energie verbraucht. Die Stoffströme konzentrieren sich in Städten – somit sind Klimaschutzmaßnahmen, die in Städten angewandt werden, außerordentlich effizient. Da zu erwarten ist, dass bis im Jahr 2030 rund 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben wird, kommen lokale Klimaschutzmaßnahmen dem Großteil der Weltbevölkerung zu Gute. Kommunen in der ganzen Welt haben in der Regel Befugnisse, die konkret klimarelevante Faktoren beeinflussen können, beispielsweise beim Verkehr, bei Gebäuden, bei der Energie oder beim Abfall.

Heidelberg: Vorreiter im Klimaschutz

Als Mitglied der internationalen Städtenetzwerke C40 und Energy Cities hat sich Heidelberg bereits vor Jahren zum Pariser Abkommen verpflichtet. Das zentrale Ziel: Bis 2050 möchte Heidelberg – unter Beteiligung der gesamten Stadtgesellschaft – zur klimaneutralen Kommune werden. Im „Masterplan 100 % Klimaschutz“ sind Maßnahmen in allen Bereichen der Stadt entwickelt worden. Die Palette reicht von Großprojekten wie der Entwicklung des neuen Stadtteils Bahnstadt bis zu vielen ehrenamtlichen Projekten mit Hunderten von Akteuren (www.heidelberg.de/masterplan100). Derzeit arbeitet die Stadt an Maßnahmenvorschlägen für den nächsten Aktionsplan, der im Herbst im Gemeinderat diskutiert wird. Der Aktionsplan umfasst mehrere große Handlungsfelder des Klimaschutzes: Mobilität, Bauen und Sanieren, Energieversorgung sowie Konsum und Ernährung. 

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