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Achim Fischer
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69117 Heidelberg
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Konversion Südstadt: Entwürfe für Spiellandschaft an der Bahnlinie treffen auf breite Zustimmung

Diskussionen bei Bürgerforum über mehr Wohnraum und Anbindung der Beruflichen Schule

Der zentrale Platz der Lärmschutz- und Spiellandschaft in MTV Nord mit Wasserspiel (links), Rutschen, einer Leuchtturm-Nachbildung und einem optionalen Kiosk (rechts) (Grafik: TH Treibhaus Landschaftsarchitektur).
Der zentrale Platz der Lärmschutz- und Spiellandschaft in MTV Nord mit Wasserspiel (links), Rutschen, einer Leuchtturm-Nachbildung und einem optionalen Kiosk (rechts) (Grafik: TH Treibhaus Landschaftsarchitektur).

Zwei Themen standen bei einem Bürgerforum zur Entwicklung der Konversionsfläche Mark Twain Village Nord am Mittwoch, 5. Oktober, im Fokus: Zum einen Änderungen im Bebauungsplanentwurf, der nun Anfang des Jahres 2017 noch einmal öffentlich ausgelegt wird. Zum anderen die Planungen für eine Lärmschutz- und Spiellandschaft im Nordwesten des Quartiers an der Bahnlinie. Rund 150 Besucher beteiligten sich in der Turnhalle der Pestalozzischule an den Diskussionen und gaben ihre Rückmeldungen zu den Vorschlägen der Planer.

Planungen für Lärmschutz- und Spielelandschaft

Durchweg positive Resonanz erhielt die Planung des Hamburger Landschaftsarchitekturbüros TH Treibhaus für die Lärmschutz- und Spiellandschaft im Nordwesten des Quartiers entlang der Bahnlinie. Zu den Gleisen hin wird eine Lärmschutzwand gebaut, davor verläuft ein Radweg und dann entfaltet sich ein vielfältiges Areal mit zahlreichen Spielmöglichkeiten und Freiflächen. Bei den Gestaltungselementen haben sich die Architekten von den Romanen Mark Twains inspirieren lassen. So heißen beispielsweise eine Reihe von Wackeltieren „Tante Pollys Schafherde“ und ein Wasserspiel hat den Namen „Tom und Hucks Floß“.
 
Der spielerische Mittelpunkt des Areals ist ein Platz mit Rutschen, Kletterfelsen und einem kleinen Leuchtturm, wie er auch in Mark Twains Heimatstadt Hannibal im US-Bundesstaat Missouri steht (siehe Grafik zum Download). Am Rand des Platzes gibt es die Option für einen Kiosk mit Toiletten. Den Abschluss der Landschaft im Süden bildet dann eine Skatebowl, wo sich Jugendliche mit Skateboards oder Inline-Skates treffen können. Ein bereits bestehendes Rasenspielfeld soll zudem erhalten werden und künftig dem Freizeit- oder Vereinssport zur Verfügung stehen.    

Änderungen im Bebauungsplanentwurf

Für das Gesamtgebiet MTV Nord gibt es bereits einen Bebauungsplanentwurf, der im Januar 2016 öffentlich ausgelegt wurde und nun in Teilbereichen überarbeitet und dann erneut ausgelegt wird. Nach der letzten Offenlage zählte man beim Stadtplanungsamt insgesamt 45 eingegangene Stellungnahmen: 15 forderten, mehr Wohnraum im Quartier zu schaffen, zwei wandten sich gegen eine Verdichtung – darunter auch der Stadtteilverein Südstadt.
 
Tatsächlich hatten vorherige Überplanungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf rund 2.000 Quadratmeter Wohnfläche gekostet. „Wir haben aufgrund des wohnungspolitischen Konzepts für die Südstadt nun untersucht, wo es städtebaulich vertretbar ist, zusätzlichen Wohnraum in MTV-Nord zu schaffen“, erklärte Silke Klein vom Stadtplanungsamt. Der Vorschlag laute daher nun, westlich der Römerstraße an einigen der geplanten Neubauten die Geschosszahl von vier auf fünf und die Gebäudetiefe von neun auf zehn Meter zu erhöhen. Die maximale Gebäudehöhe würde man gerne auf 16 Meter festsetzen. Die Rückmeldungen im Bürgerforum waren dazu geteilt, es gab kein einheitliches Stimmungsbild. Viele hielten den Vorschlag für akzeptabel, betonten aber auch, dass nicht weiter nachverdichtet werden sollte.  
 
Eine weitere Änderung betrifft die im Quartier nachzuweisenden privaten Stellplätze. Hier ist es nun nach einer Neufassung der Landesbauordnung möglich, dass pro Wohneinheit nicht mehr ein vollwertiger Stellplatz, sondern aufgrund städtebaulicher, verkehrlicher oder flächensparender Gründe eine reduzierte Anzahl nachgewiesen werden kann. Die Stadt möchte dies für einige Teilflächen nutzen und stattdessen die Angebote für Radfahrer und Nutzer des ÖPNV ausweiten – zum Beispiel durch mehr Fahrradabstellplätze, leistungsstarke Radachsen und gute Busanbindungen. „Wir würden diesen Vorschlag gerne dort umsetzen, da die Herstellung autoarmer Quartiere auch ein Handlungsziel für die Südstadt war“, begründete Silke Klein den Vorschlag. Die Zahl der Stellplätze beschreibe auch nur eine Untergrenze. Wenn ein Bauherr mehr Stellplätze herstellen wolle, könne er das machen.  

Das Thema Parkplätze wird auch für die Schüler der Julius-Springer-Schule wichtig. Diese zieht zum Beginn des neuen Schuljahres in die Gebäude der bisherigen Mark Twain Schule, die aktuell saniert werden. An ihrem bisherigen Standort war die ÖPNV-Anbindung mit Haltestellen von S-Bahn und Straßenbahn direkt vor der Tür nahezu ideal. Künftig liegt die Schule einen guten Kilometer weiter weg. Direkt bei der Schule werden 136 Parkplätze ausgewiesen. Einige Bürger äußerten ihre Skepsis, ob diese Zahl für eine berufliche Schule ausreiche. Mehrmals wurde daher die Anregung gegeben, dass man ein auf die Schülerinnen und Schüler abgestimmtes ÖPNV-Angebot machen müsste.     
 
Heidelbergs neuer Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck war am Ende seines ersten Bürgerforums zur Konversion voll des Lobes für die Mitarbeit der Besucher: „Ich danke Ihnen für ihr Durchhaltevermögen, ihre Diskussionskultur und ihr Engagement für den Stadtteil. Er hat es verdient, hier gibt es noch viel zu gestalten. Es war mein erstes Bürgerforum und ich hoffe, dass es so konstruktiv weitergeht.“ Die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger werden nun für die erneute Offenlage des Bebauungsplanentwurfs Anfang 2017 geprüft.       

Weitere Infos

Grafik zum Download (238,8 KB)
www.konversion.heidelberg.de