Mietmonitoring: 1.000 mal Verdacht auf überhöhte Miete

Eine knapp einjährige Auswertung zeigt, dass über 50 Prozent der Online-Wohnungsinserate in Heidelberg eine überhöhte Miete aufweisen. 

Von September 2024 bis August 2025 wertete ein Freiburger Unternehmen im Auftrag der Stadt knapp 2.000 Wohnungsinserate von Online-Plattformen aus. Der Gemeinderat hatte 2024 die Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Eindämmung von überhöhten Mieten auf dem Heidelberger Wohnungsmarkt beschlossen.

Schlüsselbund mit Geldscheinen

Ortsübliche Miete überschritten

Bei knapp 1.000 Inseraten wurde eine überhöhte Miete (mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete) vermutet. Fast 300 davon überschritten sogar die Grenze zum Mietwucher (mehr als 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete). Allerdings bildet das Monitoring nur einen kleinen Ausschnitt des Gesamtgeschehens auf dem Mietwohnungsmarkt ab. Die Verwaltung nahm proaktiv Kontakt zu den Vermietenden auf und wies sie auf die vermuteten, unangemessen hohen Mietforderungen hin. 

Selbständiges Melden möglich

Neben dem neu eingerichteten Mietmonitoring wurde es Mietenden auf der Webseite www.heidelberg.de/wohnen ermöglicht, bei Verdachtsfällen Kontakt zur Stadt aufzunehmen. Die Mieterhaushalte haben jederzeit die Möglichkeit, zu entscheiden, ob ein formales Verfahren gegen den Vermieter eingeleitet werden soll oder nicht.

Norbert Großkinsky, Leiter des Teams Strategische Wohnungsentwicklung, betont:  „Ein großer Wermutstropfen bleibt. Aufgrund der momentanen Rechtslage ist die Ausnutzung eines geringen Wohnungsangebots zum Zeitpunkt des Abschlusses des Mietvertrags darzulegen und gegebenenfalls zu beweisen.“

Auf der städtischen Webseite können Mietende und Vermietende unter www.heidelberg.de/mietspiegel ermitteln, welche Miethöhe angemessen ist.