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OB-Referat - Digitale Stadt
Rathaus, Marktplatz 10
69117 Heidelberg
Telefon 06221 58-10000
Fax 06221 58-4618000

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Glasfaserkabel (Foto: zentilia/shutterstock.com)

Kleine Technik-Kunde

Breitband-Jargon verstehen

Typischerweise besteht das klassische Festnetz aus einer durchgängigen Kupferverkabelung. Ausnahme ist die Vermittlungsstelle (VSt). Die wird seit der Digitalisierung des Telefonnetzes bereits mit Glasfaser angebunden. 


Fibre-to-the-Curb (FTTC)

Fibre-to-the-Curb (FTTC) bedeutet "Glasfaser bis zum Bordstein/Straßenrand". Ein typisches Beispiel dafür ist die VDSL-Infrastruktur der Deutschen Telekom in den Großstädten Deutschlands.

Fibre-to-the-curve (Grafik: Stadt Heidelberg)

In der FTTC-Architektur endet das Glasfaserkabel in einem grauen Kasten – dem so genannten Kabelverzweiger (KvZ), der am Straßenrand steht. Von diesem Anschlussverteiler aus werden die vorhandenen Kupferkabel bis zum Kunden (TA) weiter verwendet. Im Kabelverzweiger ist dafür ein aktive Komponente installiert, die die Signale von Glasfaser auf Kupferkabel beziehungsweise umgekehrt umsetzt. Dazu unterscheidet sich auf beiden Seiten die Übertragungstechnik. Die Umsetzung ist recht aufwendig und erfordert aktive Komponenten. Die Kupferleitungen sollten nicht länger als 850 Meter sein.

Weil die Hauptkabel im städtischen Bereich in Leerrohren verlegt sind, lassen sich hier Glasfaserkabel kostengünstig einziehen. Dazu werden Kanaldeckel geöffnet und in einem freien Leerrohr Glasfaserkabel bis zum nächsten Kanaldeckel eingezogen.

Problematisch ist die Verkabelung zwischen Vermittlungsstelle (VSt) und Kabelverzweiger dann, wenn das Kupferkabel direkt im Erdreich vergraben ist. Der Austausch durch ein Glasfaserkabel ist somit nicht so einfach möglich. Für die Verlegung eines Glasfaserkabels muss dann in der Regel das Erdreich aufgegraben werden. Die Kosten für einen Kilometer liegen bei bis zu 70.000 Euro.


Fibre-to-the-Building (FTTB)


Fibre-to-the-Building (FTTB) bedeutet "Glasfaser bis zum Gebäude. Die FTTB-Architektur sieht vor, dass das Glasfaserkabel innerhalb des Gebäudes endet, in dem der Kunde seinen Anschluss hat. Genauer gesagt endet das Glasfaserkabel am Abschlusspunkt Linientechnik (APL), beziehungsweise am Hausübergabepunkt (HÜP) oder in der Nähe davon. Der APL befindet sich meistens im Keller des Gebäudes. Innerhalb des Gebäudes wird die vorhandene Kupferverkabelung verwendet, um bis in die Wohnungen zum Teilnehmeranschluss (TA) zu kommen. Dort wird ein integriertes Zugriffsgerät (Integrated Access Device - IAD) angebracht, an dem die Endgeräte angeschlossen werden.

fibre-to-the-building (Foto: Stadt Heidelberg)

Die FTTB-Architektur kommt vorwiegend im städtischen Bereich zum Einsatz. Meist steht der Kabelverzweiger oder die Vermittlungsstelle direkt vor dem Gebäude. Innerhalb des Gebäudes werden die einzelnen Wohneinheiten über die bestehende hausinterne Kupferverkabelung mit Internet versorgt.


Fibre-to-the-Home (FTTH)

Fibre-to-the-Home (FTTH) bedeutet "Glasfaser bis in die Wohnung" und ermöglicht Bandbreiten von 1.000 Mbit/s Download und mehr. Die FTTH-Architektur sieht vor, dass das Glasfaserkabel in den Wohnungen des Kunden am Teilnehmeranschluss (TA) endet. In der Regel ist das eine Anschlussdose in der Wand, die sich an einer zentralen Stelle in der Wohnung befindet.

Fibre-to-the-home (Foto: Stadt Heidelberg)

Bei Einfamilienhäusern gibt es keinen Unterschied zwischen FTTB und FTTH. Hier endet das Glasfaserkabel in der Regel immer hinter der Hauseinführung, wo der Abschlusspunkt Linientechnik (APL) angebracht wird. Für die daran anschließende Heimvernetzung braucht es ein Glasfaserkabel das die optischen Eigenschaften von Glasfaserkabel und die Biegsamkeit von Kupferkabel hat. In den Anwendungsbereichen von FTTH kommen wesentlich kleinere Biegeradien vor, als bei üblichen Glasfaser-Installationen.

FTTH bedeutet nicht, dass von der Vermittlungsstelle bis zu jedem Kunden ein Glasfaserkabel verlegt wird. Von der FTTC-Architektur ausgehend werden die Kupferkabel vom Kabelverzweiger bis zum Teilnehmeranschluss des Kunden durch ein Glasfaserkabel ersetzt. Im Kabelverzweiger wird durch einen optischen Splitter das Lichtsignal für alle ausgehenden Glasfaserkabel dupliziert.

Auf der untersten Ebene der Glasfaserverkabelung konkurrieren zwei Systeme: Passive Optical Networks (PON) und Ethernet Point-to-Point (PtP). PON ist eine Punkt-zu-Mehrpunkt-Topologie in Gruppen zu je 32 oder 64 Teilnehmern. Hier teilen sich die Teilnehmer eine gemeinsame Glasfaser-Zuführung. In der PtP Topologie erhält jeder Teilnehmer seine eigene Glasfaser vom nächsten Netzknoten (VSt).


Fibre-to-the-Desk (FTTD)

Fibre-to-the-Desk (FTTD) bedeutet "Glasfaser bis zum Schreibtisch". Es handelt sich dabei um eine sogenannte "Vollverglasung", bei der die gesamte Übertragungsstrecke, von der Vermittlungsstelle (VSt) bis zum Schreibtisch, aus Glasfaser besteht. Das bedeutet, auch von der Anschlussdose (TA) bis zum Endgerät (TE) wird ein Glasfaserkabel verwendet.

Fibre-to-the-desk (Foto: Stadt Heidelberg)

Überblick der Bandbreiten je Technologietyp:

Technologie
Download
Upload
FTTC-Vdsl
50 Mbit/s
10 Mbit/s
FTTC-Vectoring
100 Mbit/s
50 Mbit/s
FTTC-Coaxial
400 Mbit/s
10 Mbit/s
FTTB
200 Mbit/s
200 Mbit/s
FTTH
1.000 Mbit/s
1.000 Mbit/s
FTTD
*theoretisch, aber aktuell
limitiert durch Geräte
40.000 Mbit/s
40.000 Mbit/s

Dark Fiber

Bei Dark Fiber handelt es sich um verlegte, aber unbenutze Glasfaserkabel, die von Anwendern angemietet werden können. Dark Fiber haben keine Infrastruktur und werden von Providern für den Backbone-, Anschluss- und den Weitverkehrsbereich angeboten und müssen vom Kunden mit der entsprechenden Infrastruktur, also mit optisch „aktiven“ Komponenten versehen werden.

Häufig werden Dark Fiber von Versorgungsunternehmen bei der Verlegung von Starkstromkabeln direkt mitverlegt. Ein Dark Fiber wird ohne jeglichen Dienst (TV, Internet, Telefonie) als Punkt-zu-Punkt-Verbindung angeboten. Die Mieter – in der Regel Telekommuniaktionsunternehmen – müssen ihre eigene Infrastuktur installieren und ihre Dienste selbst aufsetzen.

Auch nicht genutzte Glasfaserkapazitäten werden als Dark Fiber bezeichnet, da bei unbenutzten Glasfasern keine Lichtsignale übertragen werden und die Faser somit „dunkel“ ist.


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