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Ein Platz zu Ehren Anna Blums

Heidelberg würdigt seine Ehrenbürgerin mit dem „Anna-Blum-Platz“ in der Theaterstraße ​

Die Freifläche neben dem ehemaligen Anwesen der Anna Blum in der Theaterstraße 10 (Blums Hof) in der Heidelberger Altstadt einschließlich des künftigen städtischen Spielplatzes wird „Anna-Blum-Platz“ benannt. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 26. März 2015, einstimmig beschlossen. „Durch ihr soziales Wirken und ihre Wohltätigkeit gegenüber der Stadt Heidelberg ist es nur folgerichtig, die Freifläche neben ihrem ehemaligen Anwesen nach Anna Blum zu benennen“, heißt es in der Begründung. Außerdem wird diese Fläche von den dortigen Anwohnerinnen und Anwohnern bereits jetzt Anna-Blum-Platz genannt.

Einsatz für Frauen und Kinder aus ärmeren Schichten ​

Anna Blum wurde am 12. Oktober 1843 in Heidelberg als Anna Helwerth geboren, wo sie zeitlebens mit ihrem Ehemann Wilhelm Blum wohnte. Am 3. Juli 1917 verstarb sie und wurde auf dem Bergfriedhof in Heidelberg begraben. Eine besondere Bedeutung in der Heidelberger Geschichte erlangte Anna Blum durch ihr soziales Engagement und ihre Wohltätigkeit. Sie wirkte in zahlreichen wohltätigen Vereinen mit, in denen sie sich besonders für Frauen und Kinder aus ärmeren Schichten einsetzte. Ab 1875 war sie Schriftführerin des Badischen Frauenvereins und setzte sich für die Gleichstellung von Männern und Frauen ein. Dank ihrer Geldspenden wurden eine Schwimm- und Badeanstalt für die ärmere Bevölkerung sowie ein Volksfrauenbad am Neckar in Heidelberg errichtet. Für ihr soziales Wirken wurde sie anlässlich ihres 70. Geburtstages am 24. Oktober 1913 als erste Frau zur Ehrenbürgerin der Stadt  Heidelberg ernannt.
 
In ihrem Testament (Vermächtnis der Anna Blum) verfügte sie, dass ihr Anwesen in der Theaterstraße 10 und ein größerer Geldbetrag der Stadt Heidelberg als Stiftungsvermögen zufallen sollten. Da sich das Gebäude nicht für die zugedachte Aufgabe (Altersheim für „alte, arme, weibliche Personen“) eignete und die hinterlassenen Kapitalien durch die Inflation nach dem 1. Weltkrieg und die Währungsreform 1948 aufgezehrt wurden, fasste der Gemeinderat am 10. September 1981 den Beschluss, die rechtlich unselbstständige Stiftung „Blum’sches Vermächtnis“ aufzuheben. Entsprechend der Stiftungssatzung fiel dabei das Stiftungsvermögen an die Stadt Heidelberg. Bis zum Verkauf im Jahre 2009 an die Theater- und Orchesterstiftung Heidelberg wurde das Anwesen ausschließlich für gemeinnützige Zwecke genutzt, nach Umbau und Sanierung beherbergt es die Verwaltung des Theaters.