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Habib Tengour (Foto: Hartwig Klappert)

Habib Tengour:

Der Alte vom Berge

Donnerstag, 16. Mai 2019 um 19 Uhr: Lesung und Gespräch in französischer und deutscher Sprache, Übersetzung aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe

Hans Thill im Gespräch mit dem algerischen Autor und Kulturanthropologen Habib Tengour und seiner Übersetzerin Regina Keil-Sagawe über die Anfänge des Islamismus im persischen Mittelalter und sein aktuelles Remake.

In seinem Roman-Klassiker „Le Vieux de la Montagne“, der soeben auf Deutsch erschienen ist („Der Alte vom Berge“, Bremen, Sujet-Verlag 2019), setzt Tengour wie im Labor drei historische Gestalten in Szene: Hassan as-Sabah, Nizam al-Mulk und Omar Khajjam – den fanatischen islamistischen Sektenführer der Assassinen, den skrupellosen Machtpolitiker und den weltfernen Poeten und Wissenschaftler in seinem Elfenbeinturm. Von den Schauplätzen des orientalischen Mittelalters – Alamut, Nischapur, Bagdad, Qom – katapultiert er seine Figuren bald ins Pariser Emigrantenmilieu, bald ins Algerien der Gegenwart. Ein lyrisches „zapping“ quer durch Epochen und Kontinente, das den Blick für historische Parallelen schärft und im Spiegel des dekadenten, einst so glanzvollen Abbasidenreichs (750 – 1258) die Frage nach der Verantwortung der Intellektuellen angesichts ideologischer Verkrustung stellt.

Habib Tengour, 1947 in Algerien geboren, folgte seinen Eltern 1958 ins Pariser Exil, studierte Soziologie und wurde früh politisch sensibilisiert. In poetischer Prosa, Essays und Theaterstücken, spürt er dem kulturellen Gedächtnis Algeriens im Fadenkreuz west-östlicher Einflüsse nach. 2016 gewann er den Dante-Preis der EU für sein Gesamtwerk.

Moderation:
Hans Thill und Regina Keil-Sagawe