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Karen Duve (Foto: Kerstin Ahlrichs)

Karen Duve:

Fräulein Nettes kurzer Sommer

Freitag, 17. Mai um 19 Uhr im Spiegelzelt auf dem Uniplatz

Karen Duve ist ein lakonischer wie gnadenlos sezierender Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff gelungen. Er erzählt von den letzten Romantikern, die deutsche Märchen sammelten, während die gute alte Ordnung um sie herum zerfiel.

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Fräulein Nette ist eine Nervensäge! Dreiundzwanzig Jahre alt, störrisch und vorlaut. Sie ist das schwarze Schaf, das nicht in die Herde ihrer adligen Verwandten passt. Während ihre Tanten und Cousinen am Kamin sitzen und sticken, zieht sie mit einem Berghammer bewaffnet in die Mergelgruben, um nach Mineralien zu stöbern. Die Säume ihrer Kleider sind verschmutzt. Das Schlimmste aber ist ihre scharfe Zunge. Wenn die Künstlerfreunde ihres Onkels August zu Besuch kommen, über Kunst und Politik sprechen, mischt sie sich ungefragt ein. Ein Göttinger Poet fühlt sich hingezogen zu der Nichte seines besten Freundes. Seine Annäherungsversuche im Treibhaus bleiben durchaus nicht unerwidert. Allerdings ist er nicht der Einzige. Es folgt eine Liebeskatastrophe mit familiärem Flächenbrand. Historisch genau und so bitter-ironisch geschrieben wie es nur Karen Duve kann.

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane „Regenroman“ (1999), „Dies ist kein Lie­beslied“ (2002) und „Macht“ (2016) waren Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch „Anständig essen“, 2014 die Streitschrift „Warum die Sache schiefgeht“. Die Verfilmung ihres Romans „Taxi“ kam im Sommer 2015 ins Kino.