Baumpflanzung in Bergheim zur Klimafolgenanpassung

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Heidelberg und der Region bereits deutlich spürbar, wie die lange Hitze- und Dürreperiode in diesem Sommer gezeigt hat. Das Umweltamt der Stadt Heidelberg hat eine Reihe von Förderprogrammen und Maßnahmen zur Klimaschutzanpassung aufgelegt. Derzeit initiiert und arbeitet das Amt an einem Hitzeschutzaktionsplan. Um das Mikroklima im Stadtteil Bergheim zu verbessern, wurden nun drei Feld-Ahorne durch den Regiebetrieb Gartenbau des Landschafts- und Forstamts gepflanzt. Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner und Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain erklärten bei einem Pressetermin am Freitag, 30. September 2022, die Hintergründe.

„Der Sommer 2022 war einer der heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung und reiht sich in die Hitzesommer der vergangenen Jahre ein – mit Ausnahme des Jahres 2021. In Folge dessen verlieren wir pro Jahr bis zu 300 Stadtbäume, vor allem junge Bäume und Bäume im Zuge von Absterbeprozessen aufgrund sekundärer Schadorganismen. Die Stadt Heidelberg hat deshalb bereits einige Klimawäldchen angelegt, zum Beispiel mit 100 Bäumen in der Bahnstadt und 300 Bäumen im Pfaffengrund. Auch mit der heutigen Baumpflanzung in Bergheim wollen wir unsere Stadt ein Stück weit resilienter machen“, sagte Oberbürgermeister Prof. Würzner.

„Es ist leider nicht einfach, geeignete Flächen für Klimawäldchen zu finden, da oft verschiedene Nutzungskonflikte bestehen. Deshalb ist ein ganzheitlicher Umgang mit dem Baumbestand so wichtig: Ausgefallene Bäume müssen nachgepflanzt und die Bestandsbäume erhalten werden. Wir appellieren deshalb auch an die Privatleute, ihre Gärten möglichst grün zu gestalten und zu entsiegeln“, ergänzte Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, Dezernent für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität.

Zwei Personen in Arbeitskleidung arbeiten an den neuen Feldahornen.
Mitarbeiter des Regiebetrieb Gartenbau des Landschafts- und Forstamts führen Arbeiten an den neuen Feldahornen bei den Neckarstaden aus. (Foto: Tobias Dittmer)

Die Stadt räumt deshalb Baumbegrünung einen hohen Stellenwert ein. Das Umweltamt hat seit 2019 – in diesem Jahr wurde der Klimaschutzaktionsplan vom Gemeinderat beschlossen – zahlreiche Bäume im Stadtgebiet gepflanzt. 1.500 Obstbäume wurden bereits an Bürgerinnen und Bürger verschenkt. Im Oktober 2022 sollen weitere 500 Bäume verschenkt werden. Auf den städtischen Naturschutzgrundstücken Bierhelderhof und Kohlhof wurden 90 Bäume gepflanzt sowie weitere auf anderen Naturschutzgrundstücken. Mit den Bäumen, die noch im Herbst verschenkt werden, hat das Umweltamt insgesamt mehr als 2.100 Bäume gepflanzt oder verschenkt. Das gesetzte Ziel im Klimaschutzaktionsplan sind 3.000 Bäume bis ins Jahr 2025.

Die Stadt bietet hierfür auch eine Reihe von Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger an. Eine Broschüren-Reihe des Umweltamts mit dem Titel „Natur in der Stadt“ gibt hilfreiche Tipps zur Gestaltung von Gärten. Außerdem wird bei Wohngebäuden die Dachbegrünung noch stärker mit Photovoltaik kombiniert. Hauseigentümerinnen und -eigentümer können kostenlose Beratung in Anspruch nehmen und bekommen Förderung für Maßnahmen. Mehr dazu im Internet unter www.heidelberg.de/klimageld.

Hintergrund

Am Hang an der Ecke Schurmanstraße/Bismarckstraße in Bergheim sind zwei Pappeln sturmbedingt eingegangen. Die drei neuen Feldahorne sind eine heimische Baumart, die besonders gut für das Stadtklima geeignet ist. Die Bäume sind wärmeliebend, windfest und ertragen auch Trockenstress. Außerdem sind sie prädestiniert für Vögel und nektarsuchende Insekten. Sie gelten somit als Zukunftsbaum in Zeiten des Klimawandels. Die Ahorne wiesen bei der Pflanzung eine Höhe von 4,5 Metern auf. Feldahorne verbessern nachweislich das Mikroklima und spenden Schatten. Ein vollausgewachsener Baum erreicht die Kühlleistung von bis zu zehn Klimaanlagen und kann die gefühlte Temperatur um 10 bis 15 Grad Celsius senken. Die Kosten für die drei Bäume belaufen sich auf insgesamt 6.600 Euro.

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