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Neubau des Wohn- und Geschäftsquartiers „Meilen.Stein“ in der Bahnstadt

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck besuchte die Baustelle

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (2.v.l.) informiert sich über den Baufortschritt im Quartier „Meilen.Stein“ in der Bahnstadt. Die städtische Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbh Heidelberg (GGH) entwickelt das Projekt – bis zum Jahresende soll es fertiggestellt sein. (Foto: Rothe)
Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (2.v.l.) informiert sich über den Baufortschritt im Quartier „Meilen.Stein“ in der Bahnstadt. Die städtische Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbh Heidelberg (GGH) entwickelt das Projekt – bis zum Jahresende soll es fertiggestellt sein. (Foto: Rothe)

Die ersten Mieterinnen und Mieter haben ihre Wohnungen im Quartier „Meilen.Stein“ Anfang August 2019 bezogen. Ohne eine öffentliche Straße überqueren zu müssen, gelangen sie künftig in Büros, Geschäfte und Restaurants, in eine Kindertagesstätte, einen parkähnlichen Innenhof und ein Hotel. Die städtische Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbh Heidelberg (GGH) entwickelt das Projekt in der Bahnstadt zwischen Langer Anger, Grüner Meile und Da-Vinci-Straße – bis zum Jahresende soll es fertiggestellt sein. Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck informierte sich am Mittwoch, 4. September 2019, über den Fortschritt der Arbeiten.

„Das Projekt ,Meilen.Stein‘ ist ein Musterbeispiel der modernen Quartiersentwicklung“, sagte Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck. „Während in vielen europäischen Großstädten manche Stadtviertel wegen der Funktionstrennung – hier wohnen, dort arbeiten – zu bestimmten Tageszeiten wie ausgestorben wirken, wird das Quartier in der Bahnstadt zu jederzeit belebt sein. Den Bewohnerinnen und Bewohnern bringt es durch die kurzen Wege ein hohes Maß an Lebensqualität.“

„Der ,Meilen.Stein‘ ist unser bislang vielfältigstes Projekt“, sagt Peter Bresinski, Geschäftsführer der GGH. „Inspiriert ist es von den Idealen der mittelalterlichen europäischen Stadt. Die bis heute beliebten alten Städte zeichnen sich dadurch aus, dass die Menschen hier gleichzeitig wohnen, arbeiten, sich bilden und ihre Freizeit verbringen können – und sich dabei auch treffen und einander kennen. Das ist es, was eine lebendige Stadt ausmacht und was die Bewohner solcher Quartiere schätzen.“

Insgesamt 185 Wohnungen entstehen

Im Januar 2017 hat die GGH mit dem Bau dieses großen Projektes im Passivhausstandard begonnen. Benachbart zum Bildungs-, Betreuungs- und Bürgerhaus B³ entstehen auf dem insgesamt 11.972 Quadratmeter großen Grundstück 185 Mietwohnungen, eine Kindertagesstätte mit 50 Plätzen, 16 Gewerbeeinheiten, zwei Restaurants, ein Bürogebäude sowie ein privat geführtes Hotel mit 84 Zimmern, Bar und Tagungsräumen.

Die Wohnungen bieten eine große Grundrissvielfalt und haben ein bis vier Zimmer. 43 Wohnungen sind barrierefrei zugänglich und mit dem Rollstuhl nutzbar. In der sich nahezu vollflächig unter der Bebauung erstreckenden Tiefgarage werden 271 Stellplätze für Kraftfahrzeuge hergestellt, davon zehn mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge vorgerüstet. Ober- und unterirdisch wird es insgesamt mehr als 470 Fahrradabstellplätze geben. Aus 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entstehen 15.065 Quadratmeter Wohn- und 7.364 Quadratmeter Gewerbefläche. Die voraussichtlichen Gesamtkosten betragen circa 70 Millionen Euro.

Klinkerfassaden und eine Kolonnade

Nicht nur die Vielfalt der Nutzungen und Angebote ist etwas Besonderes, auch die Architektur sticht hervor. Die Gebäude wurden von Stephan Höhne Architekten aus Berlin entworfen. Sie hatten sich damit 2014 in einem Wettbewerb zur Bebauung des Grundstücks klar gegen drei hochkarätige Mitbewerber durchgesetzt. Ein wesentlicher Teil des Verfahrens war ein Workshop in Heidelberg, in dem an zwei Tagen die Architekten ihre Entwürfe direkt mit Vertretern von GGH und Stadtplanungsamt diskutierten und weiterentwickelten.

Gebaut werden elf fünfgeschossige Häuser, die sich um einen parkartigen Innenhof gruppieren. Die Eckgebäude sind mit ihren abgerundeten Kanten und geklinkerten Fassaden besonders markant. Die mittleren Gebäude erhalten Putzfassaden. Entlang der Da-Vinci-Straße wird eine eingeschossige Kolonnade mit mittigem Torhaus integriert. Die Kolonnade ermöglicht den kleinteiligen Läden und gastronomischen Nutzungen eine wettergeschützte Vorzone und betont den Tordurchgang in den Innenhof.

Innenhof als kleiner englischer Garten

Der Innenhof wird von dem Heidelberger Landschaftsarchitekten Wolfgang Roth nach dem Vorbild englischer Gärten gestaltet. Mit Erhebungen und geschwungenen Wegen orientiert er sich an natürlichen Landschaften und bildet damit einen Kontrast zur geometrischen Klarheit der Architektur.

Das Hotel soll unter der Marke „Qube Hotel“ geführt werden. Mit den Kinderzentren Kunterbunt ist ein Betreiber für die Kindertagesstätte gefunden. Im Bürohaus sind acht von zehn Einheiten vergeben, für die Geschäfte und Restaurants laufen Verhandlungsgespräche mit Interessenten. Einige Wohnungen sind noch zu vermieten.

Bau läuft auf vollen Touren

Die ersten Wohnungen im westlichen Block wurden Anfang August 2019 fertiggestellt und bezogen, der Bezug der Bürogebäude im ersten bis vierten Obergeschoss erfolgt seit Anfang September 2019. Die Kindertagesstätte am Langen Anger wird den Betrieb am 1. Oktober 2019 aufnehmen. Die Fertigstellung des östlichen Blocks soll bis Ende November erfolgen, die Fertigstellung des Hotels bis Jahresende. Die Freianlage im Innenhof soll bis Mitte November abgeschlossen sein.

Der Rohbau wurde von der Heidelberg-Mannheimer Arbeitsgemeinschaft Altenbach/Streib errichtet. Auch weitere wichtige Gewerke konnten an regionale Firmen beauftragt werden, wie zum Beispiel die Heizungs- und Sanitärinstallation, Estrichbau und Fliesenarbeiten. Wie im Passivhaus erforderlich, erhalten alle Wohnungen eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage – hier in Form von teilzentralen Anlagen ohne Geräteinstallation in den einzelnen Wohnungen. Die Tiefgaragendecke wird intensiv begrünt, alle Dächer erhalten eine extensive Begrünung.

Weitere Infos

www.heidelberg.de/baustellentour
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