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Anonymer Fragebogen in acht Sprachen für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, ist online

EU-Modellprojekt „GUIDE4YOU“ will in Heidelberg das Unterstützungssystem verbessern

Individuelle und schnelle Unterstützung für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind: Die Stadt Heidelberg hat Anfang November 2019 das durch die Europäische Union (EU) finanzierte Modellprojekt „GUIDE4YOU“ gestartet. Ziel ist es, betroffenen Frauen besonders in der Akutphase nach einem Übergriff den Zugang zu Hilfe zu erleichtern und sie individuell durch die einzelnen Stellen des Hilfesystems zu begleiten. Denn trotz eines überdurchschnittlich gut ausgebauten Unterstützungssystems in Heidelberg finden viele Frauen keinen Zugang zu der Hilfe, die sie benötigen.

Um einen Einblick in die individuellen Bedarfe und Wünsche von Frauen an das Hilfesystem zu bekommen, steht ab sofort ein Online-Fragebogen zur Verfügung, den jede betroffene Frau anonym und vertraulich ausfüllen kann. Der Fragebogen kann bis Ende Juli 2021 im Internet unter www.heidelberg.de/guide4you ausgefüllt werden – auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch, Russisch, Arabisch und Rumänisch. An der Umfrage teilnehmen kann jede Frau, die schon einmal in ihrem vertrauten Umfeld eine Erfahrung mit körperlicher und/oder sexueller Gewalt gemacht hat. Der Online-Fragebogen erfasst die persönlichen Erfahrungen, Wünsche, Ängste und Entscheidungsfaktoren, die Frauen darin beeinflussen, ob sie sich Hilfe suchen oder nicht.

Die SRH Hochschule Heidelberg wertet die Daten aus. Neben dem Fragebogen gibt die neue Projekt-Webseite ausführliche Informationen zu „GUIDE4YOU“, den Kooperationspartnerinnen und -partnern sowie Infos zu den Notkontakten in Heidelberg. Die Website ist auch auf Englisch verfügbar (www.heidelberg.de/en/guide4you).

Fragen zum Projekt beantworten Projektleiterin Dr. Marie-Luise Löffler (Telefon 06221 58-15520, E-Mail marie-luise.loeffler@heidelberg.de) und ihre Mitarbeiterin Jana Christ (Telefon 06221 58-15522, E-Mail jana.christ@heidelberg.de), beide vom städtischen Amt für Chancengleichheit.

Ab Mai 2020 gibt es zwei persönliche Ansprechpartnerinnen für betroffene Frauen

Ab Mai 2020 gibt es zudem zwei Lotsinnen, die als persönliche Ansprechpartnerinnen betroffene Frauen individuell beraten und durch das örtliche Hilfesystem begleiten. Weitere Informationen zu den Lotsinnen werden in Kürze bekanntgegeben.
 
Kooperationspartner des von der EU finanzierten Projekts sind das Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg, die Fakultät für Angewandte Psychologie der SRH Hochschule Heidelberg und die Klinik für Allgemeine Psychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg. Auch die Polizei und die Interventionsstelle für Frauen unterstützen die Umsetzung.

Die Stadt Heidelberg setzt sich dafür ein, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen

Jede vierte Frau zwischen 16 und 85 Jahren in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt innerhalb einer Beziehung. An jedem zweiten bis dritten Tag stirbt eine Frau an den Folgen von Gewalt, die von ihrem Partner oder Ex-Partner ausgeübt wurde. Die Dunkelziffer ist dabei noch viel höher. Die Stadt Heidelberg setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, Gewalt gegen Frauen im öffentlichen und privaten Raum zu bekämpfen (www.heidelberg.de/chancengleichheit). So wurden bereits zahlreiche Initiativen, Strukturen und Gremien – wie das Heidelberger Interventionsmodell, das Frauen-Nachttaxi oder der städtische Runde Tisch gegen Gewalt im Geschlechterverhältnis – etabliert, um durch kontinuierliche Präventionsarbeit sowie Hilfe- und Schutzmaßnahmen für Betroffene gegen diese Gewalt vorzugehen. Mehr als 750.000 Euro werden von der Stadt für Präventionsmaßnahmen und helfende Projekte jedes Jahr ausgegeben.