Logo facebook Logo Twitter Logo YouTube Logo RSS Logo YouTube Logo Instagram Logo Stage

„Wir hätten uns keinen besseren Dezernenten wünschen können“: Bürgermeister Hans-Jürgen Heiß verabschiedet

Dezernent für Konversion und Finanzen geht nach 36 Jahren bei der Stadt Heidelberg in den Ruhestand

Nach 36 Jahren im Dienst der Stadt Heidelberg ist Hans-Jürgen Heiß am Mittwoch, 13. Oktober 2021, im Spiegelsaal des Verwaltungsgebäudes Prinz Carl von Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Seit 2013 ist Hans-Jürgen Heiß als Dezernent für Konversion und Finanzen verantwortlich für die Entwicklung der ehemaligen US-Flächen in Heidelberg und den städtischen Haushalt, seit 2015 auch als Geschäftsführer für die Entwicklungsgesellschaft Campbell Barracks mbH. Zuvor war er bereits zehn Jahre beim Kämmereiamt tätig, davon sechs Jahre als Leiter.

Oberbürgermeister Würzner, Bürgermeister Heiß und Ehefrau Beate Heiß mit Blumenstrauß in der Hand
Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (rechts) verabschiedete Hans-Jürgen Heiß, Bürgermeister für Konversion und Finanzen, in den Ruhestand und wünschte ihm und Ehefrau Beate alles Gute für die Zukunft. (Foto: Philipp Rothe)

Der 62-Jährige hat während seiner Amtszeit maßgeblich die Neubelebung und Nachnutzung der einstigen US-Areale in Heidelberg mit großem Erfolg vorangetrieben. Daneben zeichnete er unter anderem für die Aufstellung und Verabschiedung von acht Doppelhaushalten der Stadt verantwortlich sowie den Nachtragshaushalt 2020, der die Corona-Auswirkungen auffing. Zahlreichen Gremien gehört er seit vielen Jahren an, unter anderem den Aufsichtsräten der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GGH, der Stadtwerke Heidelberg und von Rhein-Neckar-Verkehr. Zum 31. Oktober 2021 endet die Amtszeit von Hans-Jürgen Heiß als Bürgermeister für Konversion und Finanzen. Als Geschäftsführer der Konversionsgesellschaft wird er der Stadt Heidelberg aber noch eine Weile weiter zur Verfügung stehen und den geplanten Ankauf von Patrick-Henry-Village (PHV) vorantreiben.

OB Würzner: „Jahrhundertchance genutzt: Großer Anteil an erfolgreicher Konversion“

Oberbürgermeister Prof. Würzner dankte Bürgermeister Heiß für dessen „Lebensleistung“ bei der Stadt Heidelberg: „Die Kämmerei ist eines der wichtigsten Ämter der Verwaltung. Für dieses Schlüsselamt hätten wir uns keinen besseren Dezernenten wünschen können. In Ihrer gesamten Amtszeit hat die Stadt sehr nachhaltig investiert und entwickelt. Unsere Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen sind hervorragend aufgestellt. Dabei hatten Sie stets das Wohl der Menschen in Heidelberg im Blick.“ Der Oberbürgermeister würdigte daneben dessen Wirken bei der Entwicklung der ehemaligen US-Flächen: „Dass wir dafür ein eigenes Dezernat auf Zeit geschaffen haben, hat sich als goldrichtig erwiesen. Ebenso goldrichtig war die Besetzung der Dezernentenstelle mit Ihnen. Die Konversion ist eine Jahrhundertchance. Wenn ich mir die erfolgreiche Entwicklung anschaue, dann habe ich keinen Zweifel: Wir haben diese Chance genutzt. Und daran haben Sie einen großen Anteil.“

Bürgermeister Heiß: „Ich hatte immer großartige Menschen um mich herum“

Bürgermeister Heiß bedankte sich bei Oberbürgermeister Prof. Würzner, dem Gemeinderat, ehemaligen Vorgesetzten, den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und seinen engsten Mitarbeitern um seinen langjährigen Stellvertreter Matthias Jäger und seinen Nachfolger Wolfgang Polivka. „Ich hatte immer großartige Menschen um mich herum: Vorgesetzte, von denen ich viel lernen konnte und die mir viel Vertrauen geschenkt haben. Und Mitarbeitende, die sich enorm engagiert und mir den Rücken freigehalten haben“, sagte Heiß, der in seiner Ansprache auf seine Zeit bei der Stadt zurückblickte: „Wir standen während meiner Amtszeit vor großen Herausforderungen, etwa die Auswirkungen der Finanzkrise, Corona und die Sanierungsrückstände in der Infrastruktur und bei unserem Theater. Wir haben unterschiedliche Finanzierungsmodelle entwickelt, konnten dadurch unsere Handlungsfähigkeit aufrechterhalten und die dringend notwendigen Maßnahmen angehen. Wir haben sehr viel in den Ausbau, die Sanierung und die Modernisierung unserer Infrastruktur in allen kommunalen Leistungsfeldern investiert.“ Zum Abschied richtete er eine abschließende Bitte an Gemeinderat und Verwaltung: „Behalten sie die Finanzen der Stadt im Auge und gehen sie sorgsam damit um.“

Stadträtin Prof. Schuster: „Botschafter einer modernen Verwaltungskultur“

Stadträtin Prof. Dr. Anke Schuster lobte in ihrer Ansprache die kooperative, kollaborative und vertrauensvolle Art von Heiß. „Deine Besorgtheit um das finanziell stabile Fundament von Heidelberg gepaart mit dem so wichtigen Weitblick – der Stadt aber auch Raum zur Weiterentwicklung, zu Innovation zu lassen – hat Heidelberg zu dem gemacht, was es heute ist: eine traditionelle wie moderne Stadt, eine wachsende wie bewahrende Stadt. Heidelberg trägt an so vielen Stellen Deine Handschrift, insbesondere natürlich auf den großen Entwicklungsflächen: der Bahnstadt, den Konversionsflächen Mark-Twain und Hospital – und auf PHV wird sie ebenfalls sichtbar sein“, sagte Prof. Schuster. Mit seinem Wertekanon basierend auf Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit, Wertschätzung des Gegenübers und Leidenschaft für die Sache sei Heiß Botschafter einer modernen Verwaltungskultur.

Seine berufliche Karriere bei der Stadt Heidelberg hatte Hans-Jürgen Heiß am 1. September 1985 im Personal- und Organisationsamt gestartet. Der erste Kontakt mit der Stadtverwaltung geht sogar noch länger zurück: 1979 bis 1983 absolvierte der gebürtige Heidelberger eine Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bei der Stadt Heidelberg und ein Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl. Nach zwei Jahren bei der Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg kehrte er nach Heidelberg zurück.

Erfolgreiche Konversion: Bahnstadt, Südstadt, hip, Hospital und Zukunftsstadtteil PHV

Unter der Ägide von Bürgermeister Heiß wurde die brachliegende Fläche des ehemaligen Güter- und Rangierbahnhofs zur Bahnstadt entwickelt – dem 15. Stadtteil mit künftig rund 6.800 Einwohnern. Drei von fünf früheren US-Flächen – Mark-Twain-Village/Campbell Barracks (Südstadt), US Hospital und der Heidelberg Innovation Park (hip) auf den ehemaligen Patton Barracks – wurden unter seiner Regie bereits in weiten Teilen entwickelt. Das Besondere dabei: Die Stadt hat die Flächen selbst angekauft, um die Entwicklung steuern zu können. Für die vierte Fläche PHV sind die Planungen von Stadt und Internationaler Bauausstellung zu einem Zukunftsstadtteil mit Wohnraum für 10.000 Menschen und 5.000 Arbeitsplätzen weit vorangeschritten.

Auf der Konversionsfläche Südstadt wächst bereits jetzt in Zusammenarbeit mit der GGH und genossenschaftlichen Trägern ein neues Quartier mit rund 1.400 Wohnungen, 70 Prozent davon als bezahlbarer Wohnraum. In die Planungen für Gewerbeflächen, Schulen, Kitas, Kultur- und Freizeiteinrichtungen wurden Bürgerinnen und Bürger eng eingebunden. Karlstorbahnhof, Mark-Twain-Center, die Chapel als Bürgerzentrum, „Der Andere Park“ und die neue Spiellandschaft beleben das Quartier. Auf den ehemaligen Patton Barracks entsteht mit dem hip ein Hotspot für Innovationen aus den Bereichen IT, digitale Medien und Bioinformatik. Die neue Großsporthalle SNP dome wurde eröffnet. Das frühere Hospital-Gelände entwickeln Stadt und GGH zu einem Wohnquartier mit grünem Herz und rund 600 Wohnungen, davon 50 Prozent im preiswerten Segment.

Nachfolge: Wolfgang Polivka übernimmt Amt für Finanzen, Liegenschaften und Konversion

Mit Auflösung des Dezernates für Konversion und Finanzen zum 1. November 2021 werden das Kämmereiamt und das Amt für Liegenschaften und Konversion zum Amt für Finanzen, Liegenschaften und Konversion zusammengelegt. Leiter wird Wolfgang Polivka, bisheriger Leiter des Amtes für Liegenschaften und Konversion.

Foto zum Download