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Heidelberg-Studie 2017: 72 Prozent finden E Services der Verwaltung wichtig

Ergebnisse der Umfrage vorgestellt

72 Prozent der Bürgerinnen und Bürger möchten mit Ämtern und Behörden möglichst viel über das Internet und per E-Mail regeln. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Heidelberg-Studie 2017. Vorgestellt wurde sie am 16. April 2018 von Erstem Bürgermeister Jürgen Odszuck, Nicole Huber, Leiterin des Referats des Oberbürgermeisters und Koordinatorin der digitalen Aktivitäten der Stadt Heidelberg, Angelika Hartmann, kommissarische Leiterin des Amts für Stadtentwicklung und Statistik, und Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen. Insgesamt 1.015 Heidelbergerinnen und Heidelberger wurden dafür im November 2017 telefonisch befragt.

Ein Schwerpunktthema war in diesem Jahr die Digitalisierung. Die Bürgerinnen und Bürger wurden beispielsweise zu ihrer Einstellung zu Zukunftstechnologien wie computergesteuerter Videoüberwachung und einer Mobilitäts-App für Heidelberg befragt. Zudem wurden Fragen zur Lebensqualität in Heidelberg, den bevorzugten Verkehrsmitteln und zur Kommunalpolitik gestellt. Hier die Kern-Erkenntnisse im Überblick:

1) 98 Prozent fühlen sich wohl

98 Prozent der Heidelbergerinnen und Heidelberger fühlen sich wohl in ihrer Stadt – der Wert ist damit seit fünf Jahren konstant. Die allermeisten Heidelbergerinnen und Heidelberger fühlen eine Verbundenheit mit ihrer Stadt. 79 Prozent der Befragten gaben an, sich mit Heidelberg stark verbunden zu fühlen (2016: 78 Prozent). Von den befragten Personen, die seit mehr als zehn Jahren in Heidelberg leben, finden 55 Prozent, dass sich die Lebensqualität im vergangenen Jahrzehnt verbessert habe. Das sind etwas weniger Befragte als im vergangenen Jahr (2016: 59 Prozent). Zudem blicken die Bürgerinnen und Bürger positiv in die Zukunft. 61 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich die Lebensqualität in Heidelberg in den nächsten zehn Jahren verbessern wird (2016: 62 Prozent).

2) Hohe Zufriedenheit mit der Arbeit des Oberbürgermeisters

Die Heidelbergerinnen und Heidelberger sind weiterhin zufrieden mit der Arbeit von Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. 68 Prozent der Befragten – und damit kaum weniger als im Vorjahr (70 Prozent) – gaben an, dass Prof. Würzner seine Sache als Stadtoberhaupt „eher gut“ mache. 13 Prozent teilen diese Meinung nicht (2016: 13 Prozent) und 19 Prozent wollen sich hier kein Urteil erlauben (2016: 17 Prozent). Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) ist genau wie im Vorjahr mit der Arbeit des Gemeinderats „(sehr) zufrieden“. 29 Prozent sind hingegen eher unzufrieden (2016: 26 Prozent) und 22 Prozent erlauben sich kein Urteil.

3) Die Bürgerbeteiligung halten 92 Prozent der Befragten für wichtig

Die Heidelbergerinnen und Heidelberger wollen an wichtigen Entscheidungen in ihrer Stadt beteiligt werden – und zwar über alle Altersgruppen hinweg. 92 Prozent der Befragten sagen, dass sie die Bürgerbeteiligung „(sehr) wichtig“ finden (2016: 91 Prozent). Einig sind sich bei dieser Frage alle Altersgruppen, tendenziell beide Geschlechter, alle Bildungsgruppen und die Bewohner der verschiedenen Stadtteile. Die Zufriedenheit mit der Bürgerbeteiligung, wie sie momentan in Heidelberg stattfindet, fällt insgesamt positiv aus: 58 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gaben an, (sehr) zufrieden damit zu sein, 28 Prozent sind in diesem Bereich eher unzufrieden. Letztmals wurde diese Frage im Jahr 2013 gestellt. Hier waren 55 Prozent (sehr) zufrieden und 33 Prozent eher unzufrieden.

4) Die wichtigsten Probleme in der Stadt sind der Verkehr und der Wohnungsmarkt

Wie in den Vorjahren nennen die Befragten als wichtigstes Problem den Verkehr. Mit 59 Prozent hat die Relevanz dieses Themas allerdings deutlich zugenommen. Interessant ist hier ein Rückblick auf die vergangenen Jahre: 2013 war der Verkehr von genauso vielen Befragten genannt worden, 2014 ging die Bedeutung etwas zurück (49 Prozent), erreichte 2015 einen Tiefstand (40 Prozent) und stieg 2016 erneut an (50 Prozent). Die Bewohner geben im Einzelnen vor allem den Verkehr allgemein (31 Prozent) und die Baustellen (11 Prozent) sowie den öffentlichen Nahverkehr (10 Prozent) an.
 
Die Wohnungsmarktsituation ist für 22 Prozent eines der wichtigsten Probleme in Heidelberg. Im Vorjahr waren es nur 19 Prozent. Weitere wichtige Probleme werden weitaus seltener genannt: Kriminalität/Ordnung sowie Stadtentwicklung (jeweils 5 Prozent), Flüchtlinge/Ausländer/Integration (4 Prozent), Einkaufsmöglichkeiten und Kinderbetreuung (jeweils 3 Prozent) sowie Bildung/Schule, Radfahrer-Verhalten und Konversion (jeweils 2 Prozent).

5) 74 Prozent sind umweltfreundlich mobil – beliebtestes Verkehrsmittel bleibt das Fahrrad

Die Heidelberger sind innerhalb ihrer Stadt überwiegend umweltfreundlich unterwegs: 35 Prozent legen innerstädtische Wege am liebsten mit dem Fahrrad zurück (2016: 34 Prozent). Auf Platz zwei landete der ÖPNV mit 29 Prozent (2016: 28 Prozent). Zehn Prozent der Befragten gaben genau wie im Vorjahr an, hauptsächlich zu Fuß unterwegs zu sein. 74 Prozent sind damit in der Stadt umweltfreundlich mobil (2016: 72 Prozent). 25 Prozent fahren vorwiegend mit dem Auto (2016: 26 Prozent). Diese Angaben sind abhängig vom Wohnort: In den Stadtteilen Altstadt, Bergheim, Weststadt und Bahnstadt wird das Auto nur von acht Prozent genutzt. Die Stadtteile Schlierbach und Ziegelhausen kommen auf 56 Prozent und erzielten bereits im Vorjahr einen Spitzenwert (63 Prozent).

6) Für Fahrräder und für den öffentlichen Nahverkehr soll mehr getan werden

Nie zuvor in den vergangenen Jahren haben so viele Heidelbergerinnen und Heidelberger befürwortet, mehr für den Radverkehr zu tun: 56 Prozent – und damit 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr – finden, dass für Fahrradfahrer mehr getan werden sollte. Möglicherweise ist dies eine Folge der Aktionen rund um das 200-jährige Jubiläum des Fahrrads im vergangenen Jahr. Für die Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs wünschen sich 53 Prozent (2016: 50 Prozent) Verbesserungen und für die Fußgänger 38 Prozent (2016: 35 Prozent).
 
Nur minimal weniger Befragte (67 Prozent; 2016: 69 Prozent) als zuletzt sind der Meinung, dass das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in Heidelberg ausreicht. 27 Prozent halten es für nicht ausreichend (2016: 24 Prozent), sechs Prozent machen keine Angabe.

7) 72 Prozent finden E-Services der Verwaltung wichtig

Die Bürgerinnen und Bürger finden es wichtig, mit Behörden möglichst viel über das Internet und per E-Mail regeln zu können, besonders die Jüngeren: Bei den unter 29-Jährigen sind dies 80 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen 90 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen 82 Prozent. Bei den Menschen ab 70 Jahren sind es lediglich 48 Prozent. Dazu passt das Engagement der Stadt Heidelberg, die digitalen Services auszubauen, wie beispielsweise durch Online-Bürgerbeteiligungsformate oder die digitale Bauakte.
 
27 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben bereits einen elektronischen Personalausweis. Bei der Gruppe der unter 40-Jährigen ist die Anzahl mit 34 bis 36 Prozent etwas höher. Allerdings haben insgesamt erst zwei Prozent die Funktion bereits genutzt – bei der jüngsten Altersgruppe bis 29 Jahre sind es zumindest sechs Prozent.

8) 40 Prozent würden eine Heidelberger Mobilitäts-App begrüßen

Eine App speziell für Heidelberg, die auf dem Smartphone den schnellsten Weg anzeigt und dabei Angebote des öffentlichen Nahverkehrs, Carsharing und Leihräder berücksichtigt – für 40 Prozent der Heidelbergerinnen und Heidelberger wäre ein solcher Service ein Gewinn. Besonders wichtig wäre eine solche Anwendung für die bis 29-Jährigen (53 Prozent). Bei den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern liegen die Autofahrer knapp vorne: 43 Prozent würden die App begrüßen, während es bei den Fahrradfahrern 41 Prozent sind und bei den Nutzern des öffentlichen Personennahverkehrs 40 Prozent.

9) Mehr als zwei Drittel befürworten computergesteuerte Videoüberwachung

70 Prozent der Heidelbergerinnen und Heidelberger fänden es gut, wenn Computerprogramme eingesetzt werden, die bei Videoüberwachungen von Kriminalitätsschwerpunkten an öffentlichen Plätzen automatisch Gefahrensituationen erkennen. 24 Prozent lehnen diese neue Technik ab, 6 Prozent machen dazu keine Angabe. Je höher das Alter der Befragten, desto höher die Zustimmung: Während sich bei den unter 50-Jährigen 64 bis 66 Prozent dafür aussprechen, befürworten 77 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und 80 Prozent der über 70-Jährigen den Einsatz. Auch hinsichtlich des Bildungsgrades gibt es Unterschiede: Die neue Technik befürworten 85 Prozent der Hauptschulabsolventen, 78 Prozent der Heidelberger mit mittlerem Bildungsabschluss und 63 Prozent der Hochschulabsolventen.

10) 37 Prozent erwarten bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf durch Digitalisierung

Kein klares Meinungsbild ergibt sich, wenn es um den Einfluss der Digitalisierung auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben geht: 37 Prozent der Heidelbergerinnen und Heidelberger finden, durch die zunehmende Nutzung von Internet und Computeranwendungen verbessere sich die Vereinbarkeit, 31 Prozent meinen, sie verschlechtere sich, 24 Prozent denken, dadurch verändere sich nicht viel. Unterschiede gibt es jedoch bei den verschiedenen Altersgruppen: Bei den 30- bis 50-Jährigen erkennen 52 bis 53 Prozent eine Verbesserung der Vereinbarkeit. Bei den bis 29-Jährigen sind es 43 Prozent; die Werte nehmen mit zunehmendem Alter ab (31 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen bis 15 Prozent bei den über 70-Jährigen).

Hintergrund:

Die Heidelberg-Studie 2017 wurde im Auftrag der Stadt Heidelberg von der Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH in Mannheim vom 13. bis 22. November 2017 durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine telefonische Umfrage unter 1.015 Befragten, die ihren Wohnsitz in Heidelberg haben. Es wurden Deutsche und deutschsprachige Ausländer ab 16 Jahren befragt. Die aktuelle Heidelberg-Studie 2017 ist im Internet unter www.heidelberg.de/gemeinderat, Sitzung des Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschusses am 25. April 2018, zu finden. 

Die Heidelberg-Studie 2017 ist die zwölfte Befragung zur Lebenssituation in Heidelberg in dieser Reihe; die erste Heidelberg-Studie wurde 1994 durchgeführt. Die früher erschienenen Heidelberg-Studien sind unter www.heidelberg.de/heidelberg-studie nachzulesen.