Onuava und Codefy heißen die Sieger beim Heidelberger Gründungspreis 2023

Die beiden Start-ups überzeugten die Fachjury in den Kategorien „Mut“ und „Innovation“

Die Start-ups Onuava und Codefy sind die ersten Gewinner des Heidelberger Gründungspreises. Die beiden jungen Unternehmen wurden am Freitagabend, 17. November 2023, bei einer feierlichen Preisverleihung im Alten Hallenbad ausgezeichnet. „Herzlichen Glückwunsch an die Sieger des ersten Heidelberger Gründungspreises. Sie haben sich gegen starke Konkurrenz im Finale durchgesetzt und unsere Fachjury überzeugt“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner. Die beiden Gewinner erhielten einen Preis im Wert von jeweils 10.000 Euro. Das Preisgeld für die Kategorie „Mut“ wurde von der Sparkasse Heidelberg gestiftet und für die Kategorie „Innovation“ von der Heidelberger Volksbank.

Gruppenfoto bei der Preisverleihung.
Die Sieger des 1. Heidelberger Gründungspreises wurden am 17. November 2023 im Alten Hallenbad ausgezeichnet (von links): Marc Massoth (Leiter Amt für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft), Ines Hotz (Sparkasse Heidelberg), Dr. Julia Reichert, Katharina Jung (Gründerinnen Onuava GmbH, Sieger Kategorie „Mut“), Oberbürgermeister Eckart Würzner, Tianyu Yuan, Jakub Szypulka (Gründer Codefy GmbH, Sieger Katergorie „Innovation“), Christopher Lorenz (Heidelberger Volksbank) und Dr. Carsten Günther (Gründer Codefy GmbH). (Foto: Rothe)

„Mit der Auslobung des Heidelberger Gründungspreises wollen wir mutige und innovative Gründerinnen und Gründer belohnen und zugleich andere Menschen in unser Stadt motivieren, es ihnen nachzutun“, betonte Oberbürgermeister Würzner: „Heidelberg zählt bundesweit zu den Top-Standorten für Start-ups. Sie finden hier hervorragende Gründungsbedingungen vor. Mit dem Heidelberg Innovation Park stärken wir die Entwicklungsmöglichkeiten für innovative Neugründungen weiter. Denn Start-ups sind die Stammzellen einer Stadtgesellschaft: Aus ihnen heraus entstehen attraktive Jobs, eine positive Wirtschaftsentwicklung und finanzieller Spielraum für Angebote im Sozialen, Sport und in der Kultur.“

Sieger in der Kategorie „Mut“: Onuava

Die Onuava GmbH setzte sich in der Kategorie „Mut“ gegen die Mitfinalisten eloquio und living brain durch. Onuava wurde 2022 durch Dr. Julia Reichert und Katharina Jung gegründet, hat drei Mitarbeitende und ist im Stadtteil Bergheim zuhause. Das Start-up ist im Bereich digitale Gesundheitsleistungen und Mitarbeiter-Benefits tätig und bietet eine Plattformlösung an. Mit dieser können Unternehmen ihre Mitarbeitenden auf dem individuellen Weg zum Wunschkind unterstützen – durch Informationen, Beratung und finanziellen Zuschuss zu Kinderwunschbehandlungen. Die Mitarbeitenden bleiben dabei anonym, so dass Betriebe die Namen der Personen nicht erfahren, die sie unterstützen.
 
„Onuava stellt sich als junges Unternehmen mit einem beindruckenden und gesellschaftlich relevanten Geschäftsmodell der Herausforderung, sich mit einem Tabuthema im wirtschaftlichen Umfeld zu etablieren. Die beiden Gründerinnen haben bewährte Pfade verlassen und überzeugen persönlich durch ihre Marktkenntnisse und das Eingehen persönlicher Risiken. Das ist wirklich mutig und macht Onuava unseres Erachtens zu einem würdigen Sieger. Dieser Mut macht Hoffnung und zeigt stellvertretend, wie lebendig, kreativ und zukunftsorientiert sich die Heidelberger Gründungsszene zeigt. So wünsche ich auch allen anderen Kandidaten alles Gute für die unternehmerische Zukunft“, sagte Ines Hotz, Bereichsleiterin Firmen- und Gewerbekunden bei der Sparkasse Heidelberg und Jurymitglied.
 
Die Start-ups eloquio und living brain hatten es ebenfalls ins Finale geschafft: Die eloquio GmbH besteht seit Anfang 2022 und ist im Bildungswesen tätig. Das in Wieblingen angesiedelte Start-up mit acht Mitarbeitenden will Kinder in Kindergärten und Grundschulen über Musik für die deutsche Sprache begeistern. Das Unternehmen arbeitet dafür mit professionellen Musikerinnen und Musikern zusammen. Die 2019 gegründete living brain GmbH in Wieblingen ist in der Med-Tech-Branche angesiedelt und hat elf Mitarbeitende. Das Unternehmen entwickelt wissenschaftlich fundierte, personalisierte und mobile Therapie in virtueller Realität, um Menschen mit kognitiven Defiziten bei ihrem Kampf zurück in den Alltag zu unterstützen.

Sieger in der Kategorie „Innovation“: Codefy

In der Kategorie „Innovation“ verwies die Codefy GmbH die Mitkonkurrenten AaviGen und blue activity auf die Plätze. Codefy ist ein Start-up im Bereich Künstliche Intelligenz in der Altstadt. Das 2019 durch Tianyu Yuan, Jakub Szypulka und Dr. Carsten Günther gegründete Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnik mit 16 Mitarbeitenden hat eine Software entwickelt, die mittels KI Justiz, Verwaltungen und Betrieben hilft, Gerichts- und Verwaltungsverfahren sowie Vertragsprüfungen zu beschleunigen und abzusichern. Dem Unternehmen zufolge können Kunden mithilfe der Software auch große Dokumentenmengen in einem Bruchteil der sonst benötigten Zeit auf rechtliche, betriebswirtschaftliche und technische Anforderungen prüfen.
 
„Ich habe mit vielen tollen Bewerbungen gerechnet, aber dass die Spitzengruppe so eng beieinanderliegt, hat mich positiv überrascht. Codefy hat sich in einem Kopf-an-Kopf-Rennen, wie es knapper nicht hätte sein können, durchgesetzt und wir – die Heidelberger Volksbank – freuen uns, dieses Start-up mit 10.000 Euro unterstützen zu können. Eine tolle Idee, die durch ein erstklassiges, dynamisches Gründerteam zu einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell geformt wurde und einen großen Impact haben wird“, sagte Christopher Lorenz, Bereichsleiter bei der Heidelberger Volksbank und Jurymitglied.
 
Geschlagen geben mussten sich im Finale AaviGen und blue activity: Die AaviGen GmbH mit Sitz im Neuenheimer Feld wurde 2019 gegründet und hat neun Mitarbeitende. Das Biotechunternehmen verfolgt die Entwicklung einer Gentherapie zur Behandlung von Herzmuskelschwäche – einer Krankheit, die als häufigste Todesursache in Industrienationen gilt und für die es bisher keine kurative Therapie gibt. Die blue activity GmbH in der Bahnstadt ist ein CleanTech-Start-up aus der Wasserbranche, das Bioökonomie statt Chemie für eine umweltfreundliche Wasserbehandlung in der Industrie entwickelt hat und bereits bei Konzernen einsetzt. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet und hat derzeit vier Mitarbeitende.

Mehr als 50 Unternehmen bewarben sich um den ersten Heidelberger Gründungspreis

Insgesamt hatten sich mehr als 50 Unternehmen um den 1. Heidelberger Gründungspreis beworben. Die Fachjury hatte daraus die sechs Finalisten ausgewählt, die sich am Nachmittag des 17. November in Form eines „Pitches“ der Fachjury präsentierten. Bei der feierlichen Preisverleihung am Abend konnten sie sich auch nochmal den geladenen Gästen und dem Fachpublikum öffentlichkeitswirksam präsentieren.
 
Bewerben konnten sich Gründerinnen und Gründer, die im Zeitraum vom 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2023 ihr Start-up gegründet und dessen Hauptsitz in Heidelberg angemeldet haben: In der Kategorie „Mut“ werden Unternehmen ausgezeichnet, die sich getraut haben, bewährte Wege zu verlassen – beispielsweise durch die Transformation oder Weiterentwicklung von bestehenden Geschäftsmodellen, Produkten oder Dienstleistungen. Auch herausfordernde Startbedingungen in der Gründung finden hier Beachtung. In der Kategorie „Innovation“ werden Bewerberinnen und Bewerber ausgezeichnet, die sich durch technologie- und wissensbasierte Gründungen hervortun sowie einen hohen Innovationsgrad und Skalierungspotenzial – das Potenzial zu wachsen und sich zu entwickeln – besitzen.
 
Der „Heidelberger Gründungspreis“ wurde durch die Stadt Heidelberg – unter Federführung des Amtes für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft – gemeinsam mit den Heidelberg Start-Up Partners, der IHK Rhein-Neckar und dem Technologiepark Heidelberg konzipiert.

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