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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

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UNESCO City of Literature / Kulturamt
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69117 Heidelberg
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Übersetzende Poeten

„Poets Translating Poets – Versschmuggel mit Südasien“ am 12. Oktober live in der Theaterwerkstatt Heidelberg

Afzal Ahmed Syed, Jahrgang 1946, ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Urdu-sprachigen Dichter. Er ist bekannt für seinen experimentellen Stil. Afzal Syed hat in den 70er Jahren zwei Bürgerkriege miterlebt, 1971 in Dhaka und als Austauschstudent in Beirut. Seit Jahrzehnten lebt er in der im steten Wandel begriffenen Stadt Karachi. Die Erfahrung von Gewalt und Krisen ist in sein Werk eingeschrieben. (Foto: Madiha Aijaz)
Afzal Ahmed Syed (Foto: Madiha Aijaz)

Südasiatische und deutschsprachige Dichter sind mit ihren gegenseitigen Übersetzungen auf bundesweiter Lesereise. Das ambitionierte transkulturelle Projekt des Goethe-Instituts und des Berliners Hauses für Poesie in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission gastiert am 12. Oktober 2016 auch in der UNESCO City of Literature Heidelberg. Die Veranstaltung in der Theaterwerkstatt Heidelberg, Klingenteichstraße 8, beginnt um 20 Uhr.

Amar Sindhu ist Schriftstellerin und Professorin. Sie stammt aus der Volksgruppe der Sindhi. Bekannt ist sie für ihren schonungslosen Menschenrechtsaktivismus, ihre uneingeschränkte Unterstützung für unterprivilegierte Menschen und ihre Fähigkeit, in allen Lebenslagen klar und deutlich ihre Meinung zu sagen. Sie hat den Lehrstuhl für Philosophie an der Sindh University in Jamshoro inne. (Foto: Madiha Aijaz)
Amar Sindhu (Foto: Madiha Aijaz)

20 Sprachen, 51 Dichterinnen und Dichter, 187 Gedichte sowie 287 Übersetzungen umfasst das Projekt „Poets Translating Poets – Versschmuggel mit Südasien”. Deutschsprachige Lyriker haben zusammen mit Dichterkollegen aus Indien, Bangladesch, Pakistan und Sri Lanka in gemeinsamen Workshops ihre Texte in die jeweils andere Sprache übersetzt. Die Ergebnisse dieses poetischen Austauschs werden nun in einer bundesweiten Lesereise vom 15. September bis 30. Oktober 2016 in mehreren deutschen Städten präsentiert. Initiiert wurde das Projekt vom Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Haus für Poesie, vormals Literaturwerkstatt Berlin, und in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. Durch die Zusammenführung südasiatischer und deutscher Dichterinnen und Dichter schafft „Poets Translating Poets – Versschmuggel mit Südasien“ neue literarische Netzwerke und öffnet neue Wege für transkulturelle Verständigung.  

Am 12. Oktober sind in Heidelberg mit dabei die Dichterinnen und Dichter Amar Sindhu (Pakistan, Sindhi), Afzal Ahmed Syed (Pakistan, Urdu), Sanga Says (Indien, Mizo), Andreas Altmann (Berlin) und Christian Filips (Berlin). Örtliche Veranstalter sind das Kulturamt der Stadt Heidelberg sowie das Südasien-Institut der Universität Heidelberg. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Hans Harder. 

Das Prinzip „Versschmuggel“

In „Poets Translating Poets" wird Poesie mit Poesie übersetzt. In Deutschland ist dieses Prinzip als „Versschmuggel" bekannt: Dichterinnen und Dichter arbeiten paarweise zusammen und übertragen mit Hilfe von Interlinearübersetzern jeweils die Gedichte des Anderen in die eigene Sprache. Es entsteht ein direkter Austausch, der ein „Schmuggeln“ von stilistischen Zusammenhängen und poetischen Traditionen ermöglicht. Die Autoren lesen sich ihre Gedichte vor, nehmen sie Wort für Wort und Bild für Bild auseinander. Sie fragen nach kulturellen Konnotationen, um den Kern, das Bauprinzip, die Wortakrobatik und den Klang der Gedichte in der eigenen Sprache lebendig zu machen. Mittler im Gespräch zwischen den Dichtern sind die Interlinearübersetzer: Ihre Aufgabe ist es, die Originaltexte Zeile für Zeile weitgehend wörtlich zu übersetzen und syntaktische und grammatikalische Bezüge hervorzuheben, ohne eine eigene Interpretation des Gedichts vorzunehmen. 

Versschmuggel mit Südasien

Das Goethe-Institut brachte den Versschmuggel in Zusammenarbeit mit der Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie nach Südasien: Bei „Poets Translating Poets – Versschmuggel mit Südasien” erkundeten die Dichterinnen und Dichter in gemeinsamen Workshops von Juli 2015 bis April 2016 die Vielfalt der Lyrik in 20 Sprachen auf dem indischen Subkontinent. Es entstand ein Forum für Dichterinnen und Dichter aus unterschiedlichen Weltregionen, in dem diese sich über ihre Texte, die literarischen Traditionen ihrer Herkunftsländer und Sprache austauschten.  

Nach den Workshops in Südasien ist das Projekt nun nach Deutschland gekommen, wo die teilnehmenden Dichterinnen und Dichter ihre Ergebnisse in Lesungen, auf Buchmessen oder als Fotoessays präsentieren, ergänzt durch eine Klanginstallation. Im Anschluss an den Auftakt im Juni 2016 auf dem 17. Internationalen Poesiefestival Berlin finden im Herbst 2016 an zwölf Veranstaltungsorten von Bremen über Berlin bis Heidelberg und München Poesie-Lesungen mit anschließenden Diskussionen statt.  

Der südasiatische Projekthöhepunkt ist ein dreitägiges Poesiefestival im November 2016 in Mumbai, weitere Veranstaltungen in Chennai folgen. Eine Anthologie mit ausgewählten Poesie-Übersetzungen ist Ende Juli 2016 im Heidelberger Draupadi-Verlag erschienen.
 
Alle Gedichte aus dem Projekt in Originalfassung und Übersetzung, zahlreiche Essays, Kurzbiografien sowie ausführliche Informationen sind auf der Website www.goethe.de/ptp einsehbar.

Weitere Infos

Bild von Amar Sindhu zum Download
Bild von Afzal Ahmed Syed zum Download 
PDF mit Biographien zu den Autoren  (279,1 KB)

(Erstellt am 30. September 2016)