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UNESCO City of Literature / Kulturamt
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Poesie der Roma und Sinti

Doppelvorstellung am Samstag, 18. Mai 2019 um 13 Uhr (Eintritt frei)

Teil 1: Reinhold Lagrene: Djiparmissa – Klassische deutsche Gedichte auf Romanes

Erzählungen auf Romes’, der Sprache der Roma, wurden bisher nur mündlich weitergegeben. Zum ersten Mal erschien 2018 ein Buch mit klassischen deutschen Gedichten in Romanes’ und deutscher Sprache, aus dem Lagrenes Witwe, Illona Lagrene liest. Auf dem Podium sitzt als Gesprächspartner Manfred Metzner, in dessen Heidelberger Verlag „Das Wunderhorn“ „Djiparmissa“ erschienen ist.

Lesung und Gespräch in Romanes’ und deutscher Sprache

Das deutsche Romanes ist durch die europäische Sprachencharta als einzigartiger Bestandteil des kulturellen Erbes Europas anerkannt und geschützt. Sie wird in den Familien mündlich weitergegeben und ist eine wichtige kulturelle Ressource der Minderheit. Reinhold Lagrene (gest. 2016) hat sich viele Jahre lang für den Erhalt und die Pflege des deutschen Romanes’ engagiert. Er war lange Zeit selbst literarisch tätig und setzte mit seinen Erzählungen und Gedichten Maßstäbe in der Verwendung des deutschen Romanes’. Mit seinen Übersetzungen zeigt er, dass das Romanes eine Sprache ist, deren Lebendigkeit und Vielfalt sich ebenso für den lyrischen Ausdruck eignet wie die Sprache der von ihm übersetzten Werke.

Ilona Lagrene (Foto: Informationszentrum Deutscher Sinti und Roma
Ilona Lagrene

Ilona Lagrene ist seit über 40 Jahren in der Sinti und Roma-Bürgerrechtsbewegung aktiv. Bis zum heutigen Tag sieht sich Ilona Lagrene verpflichtet, die Menschenrechte in Deutschland  zu stärken. Sie erhielt für ihre Arbeit
zahlreiche Preise und führt die Arbeit ihres verstorbenen Mannes fort.

Manfred Metzner (Foto: privat)
Manfred Metzner

Manfred Metzner lebt als Verleger (Verlag Das Wunderhorn) in Heidelberg. 2000 – 2010 Vorsitzender der Kurt-Wolff-Stiftung. 2006 – 2014 Lehrbeauftragter für Kulturvermittlung und Verlagswesen an den Universitäten Heidelberg und Mannheim. 2008 Ernennung durch den französischen Staatspräsidenten zum „Officier dans l’ordre national du mérite“. 1994 – 2016 Gründungsleiter der Heidelberger Literaturtage. Am Freitag, den 17. Mai 2019 spricht Manfred Metzner bei den Literaturtagen mit Torsten Casimir über das Kulturgut Buch und seine Zukunft.

Teil 2: Die Morgendämmerung der Worte: Moderner Poesie-Atlas der Roma und Sinti

Im zweiten Teil der Veranstaltung, lesen der Autor Ruždija Sejdovic und seine Übersetzerin Melitta Depner Texte aus der Anthologie „Die Morgendämmerung der Worte“ (Gedichte aus aller Welt, herausgegeben von Wilfried Ihrig und Ulrich Janetzki im Verlag „Die Andere Bibliothek“).

Es ist der Ertrag einer jahrelangen Suche in den Antiquariaten und Bibliotheken Europas, das Ergebnis einer literaturwissenschaftlichen Forschung an den Quellen: Die Poesie der Roma und Sinti, Lovara, Kalderasch, Gitanos, Gypsies, Travellers oder Jenischen. Nie zuvor wurde die Vielfalt einer schwer zu fassenden Literatur so umfassend dargestellt. Die Anthologie nimmt nicht nur jene lyrischen Selbstzeugnisse auf, die in einer der Varianten von Romanes oder Romani verfasst worden sind, sondern auch Gedichte, die aus etwa 20 Sprachen ins Deutsche übertragen wurden, viele davon zum ersten Mal.

Ruždija Russo Sejdović (Foto: privat)
Ruždija Russo Sejdović

Ruždija Russo Sejdović ist Schriftsteller und stammt aus Montenegro. Seit 1988 lebt er in Deutschland und veröffentlichte mehrere Lyrikbände, Dramen und Kurzprosa. Er schreibt auf Romanes und lehrt Romanes im Kölner Schulprojekt Amaro Kher. Für seine Verdienste erhält er den Ehrenamts-Preis „Rheinischer Archivarius 2018“.

Melitta Depner (Foto: Birgit Halliger-Keller)
Melitta Depner

Melitta Depner, ihr Schwerpunkt liegt auf Lyrik-Übersetzungen, vorwiegend Romaliteratur ins Deutsche, Englische, Rumänische und Italienische. Im März 2016 gewann sie den vom Romano Centro, Wien, ausgeschriebenen
Übersetzungswettbewerb in Romanes’.

In Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.

Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma