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Wissenschaft und Forschung in Heidelberg entwickeln sich dynamisch

Mehr als 200 Einrichtungen mit über 60.000 Mitarbeitenden und Studierenden

Wissenschaftliche Mitarbeiterin.
Wissenschafts- und Forschungsstandort Heidelberg: Mehr als 22.000 Mitarbeitende zählen die wissenschaftlichen Einrichtungen – in Laboren und Forschungsbereichen, aber auch in nichtwissenschaftlichen Tätigkeiten. (Foto: Dittmer)

Die Wissenschaftsstadt Heidelberg entwickelt sich dynamisch, zählt zu den internationalen Topstandorten und hat sehr gute Zukunftsaussichten. Das ist das Ergebnis einer neuen Bestandsaufnahme zur Wissenschaftslandschaft, die von der Stadt in Kooperation mit den Heidelberger Wissenschaftseinrichtungen ausgearbeitet wurde. Die Untersuchung verbindet erstmals Daten von 13 im Stadtgebiet ansässigen Institutionen mit der amtlichen Statistik.

„Die Studie zeigt eine deutliche Stärkung des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Heidelberg in den vergangenen Jahren. Die Zahl der wissenschaftlichen Einrichtungen und der Beschäftigten in wissensintensiven Bereichen wachsen kontinuierlich an“, sagte Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner bei der Vorstellung der Ergebnisse am 30. September 2021 im Rathaus gemeinsam mit Dr. Gabriela Bloem und Stefan Lenz vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik sowie Irmintraud Jost vom Amt für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft. „Die Aussichten sind sehr gut, dass sich die dynamische Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Heidelberg fortsetzt. Wissenschaft und Forschung sind der Motor unserer Stadt. Die wissenschaftlichen Einrichtungen brauchen daher gute Perspektiven und ausreichend Flächen zur Weiterentwicklung“, betonte Oberbürgermeister Prof. Würzner.

Die zentralen Ergebnisse …

… zu den Wissenschaftseinrichtungen

  • Im Stadtgebiet von Heidelberg liegen mehr als 200 wissenschaftliche Einrichtungen und Forschungsinstitute. Insgesamt wurden von den Wissenschaftsinstitutionen mehr als 38.000 Studierende und 22.000 Mitarbeitende Die Mitarbeiterzahlen wachsen dabei kontinuierlich an. Die zuletzt eingenommenen Finanzierungsmittel summieren sich auf knapp 1,8 Milliarden Euro.
  • Mehr als 35 Prozent der Studierenden und 40 Prozent der Mitarbeitenden wohnen in Heidelberg. In Summe stehen somit bis zu 22.000 Heidelbergerinnen und Heidelberger mit den Wissenschaftseinrichtungen unmittelbar in Verbindung, das entspricht etwa einem Fünftel der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Der Anteil der Studierenden, die eine Promotion in Heidelberg anstreben, ist konstant hoch. Im bundesweiten Vergleich 2020 promovierten mit 8.600 Personen die größte Zahl an Doktoranden an der Universität Heidelberg.
  • Unter den Mitarbeitenden der Wissenschaftseinrichtungen entfallen zwei Drittel auf nichtwissenschaftliches Personal. Unter dem wissenschaftlichen Personal lässt sich im Vergleich ein größerer Anteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit, ein geringerer Frauenanteil und eine höhere Akademikerquote feststellen.

… zu wissensintensiven Dienstleistungen und forschungsstarken Industrien

  • In Heidelberg sind mehr als 000 Wirtschaftsbetriebe aus wissensintensiven Dienstleistungsbereichen sowie forschungs- und entwicklungsintensiven Industriebranchen angesiedelt. Der räumliche Schwerpunkt liegt in den Stadtteilen Weststadt, Bergheim, Neuenheim, Altstadt, Handschuhsheim und Rohrbach.
  • Am Arbeitsort Heidelberg sind rund 500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gemeldet. Von 2010 bis 2020 sind insgesamt 11.500 neue Beschäftigungsverhältnisse entstanden, ein Anstieg um 15 Prozent. Die wissensintensiven Dienstleistungsbereiche sind eine Triebfeder dieser Entwicklung: Die Anzahl der in Heidelberg entstandenen Beschäftigungsverhältnisse von 11.500 entspricht genau der absoluten Zunahme in den wissensintensiven Dienstleistungen. Die Zahl der Beschäftigten mit akademischem Abschluss ist seit 2013 in Heidelberg um 23,6 Prozent gestiegen.
  • Auf den Wirtschaftszweig der wissensintensiven Dienstleistungen entfielen in Heidelberg zuletzt knapp 65 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse. In Baden-Württemberg sind im Vergleich nur 38 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse in diesem Bereich angesiedelt.
  • Der Anteil der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag 2019 bei
    15 Prozent und ist unter den Mitarbeitenden der Wissenschaftseinrichtungen besonders hoch (18 Prozent).
  • Im Innovationsindex des Statistischen Landesamtes belegt Heidelberg mit dem Wert 59,2 den ersten Platz der Stadtkreise – unter anderem vor Stuttgart (57,3), Karlsruhe (39,1), Freiburg (34,9) und Mannheim (34,0). Auf diesem Spitzenniveau zeigt sich für Heidelberg zudem der zweitstärkste Aufwärtstrend unter allen Stadtkreisen in Baden-Württemberg.
  • Ergänzend zu der Bestandsaufnahme wurde im Rahmen der Heidelberg-Studie 2020 eine Telefonbefragung unter rund 1.100 Heidelbergerinnen und Heidelbergern durchgeführt: Vier von fünf Befragten (81 Prozent) stimmten dabei der Aussage zu, dass Wissenschaft und Forschung Wachstumsflächen brauchen, damit der Wissenschaftsstandort Heidelberg konkurrenzfähig bleibt. Drei von fünf Befragten (61 Prozent) bewerten es positiv, dass Heidelberg größer wird.

13 Wissenschaftseinrichtungen waren beteiligt

Für die Bestandsaufnahme haben sich 13 Wissenschaftseinrichtungen beteiligt: Universität Heidelberg, Universitätsklinikum Heidelberg, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL), die drei Max-Planck-Institute für Astronomie, Kernphysik sowie ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS), SRH Hochschule, Hochschule Fresenius Heidelberg, Hochschule für Jüdische Studien, Pädagogische Hochschule Heidelberg, Schiller University. Die Datenerhebung erfolgte durch das Amt für Stadtentwicklung und Statistik in enger Kooperation mit dem Amt für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft. Darüber hinaus wurden Indikatoren der amtlichen Statistik dargestellt, die Forschung und Entwicklung im wirtschaftlichen Bereich erfassen.

Die Stadt Heidelberg will Wissenschaft und Forschung am Standort weiter bestmöglich fördern. Dafür bietet die Bestandsaufnahme eine umfassende Grundlage. Diese untersucht das Zusammenspiel von Stadtgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtverwaltung. Auf dieser Grundlage können strategische Planungen der Stadtentwicklung stattfinden, die Innovationspotenziale ausschöpfen und den Wissenschaftsstandort sowie die wissensintensive Wirtschaft stärken.

Die gesamte Studie ist online zu finden unter www.gemeinderat.heidelberg.de > Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft am 6. Oktober 2021 > Tagesordnungspunkt 6

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