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Planung für Rad- und Fußwegbrücke über den Neckar geht weiter

Erstplatziertes Team beauftragt / Brückenhöhe am Nordufer und Rettungsweg werden überarbeitet

Schnell und komfortabel mit dem Fahrrad aus dem Heidelberger Süden ins Neuenheimer Feld: Das soll künftig die neue Rad- und Fußwegverbindung über den Neckar möglich machen. Zu ihrer Gestaltung hatte die Stadt Heidelberg in Kooperation mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg einen zweistufigen Wettbewerb ausgeschrieben. Nun soll die Planung weiter vorangetrieben werden: Der Gemeinderat hat am 10. Februar 2021 mehrheitlich beschlossen, das erstplatzierte Team „schlaich bergermann partner“ (sbp), „LAVA Berlin“ und „Latz + Partner“ mit den weiteren Planungsleistungen bis zur Genehmigungsplanung zu beauftragen. Dabei sollen unter anderem die Höhe am Nordufer und die Führung der Notfallrettungsumfahrt überarbeitet werden. Außerdem stimmte der Gemeinderat der Beauftragung der begleitenden Untersuchungen und Gutachten zu sowie der mit diesen Schritten verbundenen mittelfristigen Finanzplanung.

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck: „Ich freue mich, dass wir das Wettbewerbsverfahren erfolgreich abgeschlossen haben und mit dem sehr guten Entwurf von sbp, Lava und Latz jetzt in die weitere Planung gehen können. Die Details zur nördlichen Brückenabfahrt oder zum Rettungsweg, wie vom Gemeinderat eingegeben, werden wir im weiteren Prozess konkretisieren. Zusammen mit der künftigen Gneisenaubrücke schafft die Radverbindung über den Neckar eine komfortable, schnelle und sichere Route vom Süden bis ins Neuenheimer Feld. Gleichzeitig entsteht eine tolle Flaniermeile für Fußgängerinnen und Fußgänger.“

Carl Zillich, Kuratorischer Leiter der IBA Heidelberg: „Diese Brücke ist mehr als ein Stück technische Infrastruktur für die Verkehrswende. Sie hilft nicht nur dabei, den Campus Im Neuenheimer Feld endlich an den Neckar zu führen, sondern ermöglicht auch im westlichen Bergheim eine Aufwertung des Gneisenauplatzes als Grünraum. Mit ihr entsteht an Heidelbergs Stadteingang ein angemessenes Zeichen von Baukultur.“

Der Siegerentwurf sieht eine zurückhaltend gestaltete Brücke vor, die mit einer großzügig geschwungenen Linienführung vom Ochsenkopf kommend entlang des östlichen Randes des Gneisenauplatzes durch die Wipfel der weitgehend erhaltenen Bäume führt. Über dem Neckar bietet die Brücke großzügige Sitzgelegenheiten mit Aussicht auf die Stadtkulisse. Sogenannte Neckarbalkone am nördlichen und südlichen Ufer führen direkt über das Wasser.

Wie geht es weiter?

Als nächstes wird die Planung für die Neckarbrücke weiter konkretisiert. Die beauftragte Bürogemeinschaft wird hierfür zunächst die Grundlagenermittlung durchführen und eine Vorplanung vorlegen. Es folgen die detailliertere Entwurfs- und dann die Genehmigungsplanung. Bei allen Verfahrensschritten sind die politischen Gremien eingebunden. Auch die Bürgerinnen und Bürger werden im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens erneut beteiligt.

Die Gesamtkosten für die jetzt anstehenden Planungsleistungen und Gutachten bis zur Genehmigungsplanung betragen voraussichtlich 1,5 Millionen Euro. Das reine Brückenbauwerk ist aktuell mit 17 bis 20 Millionen Euro geschätzt, die Gesamtvorhabenkosten werden auf circa 30 Millionen prognostiziert. Für die Maßnahme werden Zuschüsse von Bund und Land beantragt. Frühestens 2023 kann mit dem Bau der neuen Rad- und Fußwegverbindung begonnen werden.

Hintergrund: Radverbindung über den Neckar

Die neue Rad- und Fußwegverbindung über den Neckar ist Bestandteil einer neuen Fahrradhauptachse zwischen dem Heidelberger Süden und dem Neuenheimer Feld. Zusammen mit der projektierten Gneisenaubrücke über die Bahngleise schafft sie für die südlichen und südwestlichen Stadtteile (Bergheim, Wieblingen, Bahnstadt, Pfaffengrund, Weststadt, Südstadt, Rohrbach, Kirchheim) eine komfortable Anbindung an den Campus, mit Querung über die B 37, die Vangerowstraße und den Neckar. Dadurch wird die stark frequentierte Radverbindung Ernst-Walz-Brücke und Mittermaierstraße entlastet. Auch den Wehrsteg soll die neue Brücke mittelfristig als Fußwegverbindung ersetzen. Darüber hinaus ist sie Teil des RadNETZ Baden-Württemberg und bindet an die geplanten Radschnellverbindungen Mannheim – Heidelberg und Heidelberg – Schwetzingen mit Anschluss des Patrick-Henry-Villages an. Sowohl am nördlichen Neckarufer als auch in Bergheim-West werden die Freiräume rund um die Brücke weiterentwickelt – nicht nur zum Passieren, sondern auch zum Verweilen. Damit trägt sie auch zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei.

Der jetzige Entwurf für die Rad- und Fußwegverbindung ist im Rahmen eines zweistufigen Ideen- und Realisierungswettbewerbs mit Bürgerbeteiligung entstanden. Der Prozess wurde gesteuert und begleitet von der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg in enger Kooperation mit der Stadt Heidelberg. Unter dem Leitthema „Wissen schafft Stadt“ ist die IBA von 2012 bis 2022 in der gesamten Stadt aktiv. In dieser Zeit hilft sie, Prozesse und Bauprojekte rund um das Thema „Wissensgesellschaft“ zu initiieren, zu qualifizieren und umzusetzen. Hierzu gehört auch die bessere Anbindung der weltweit angesehenen Wissenschaftslandschaft Im Neuenheimer Feld.

Mehr Informationen: www.heidelberg.de/radverbindung