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Vorbeugend gegen Diskriminierung, Extremismus und Hassgewalt: neuer Arbeitskreis in Heidelberg

Expertinnen und Experten des Arbeitskreis „Präventiv gegen Diskriminierung, Extremismus und Hassgewalt“ vor dem Rathaus. (Foto: Rothe)
Schulterschluss für das friedliche Zusammenleben in Heidelberg: Die Expertinnen und Experten des Arbeitskreises „Präventiv gegen Diskriminierung, Extremismus und Hassgewalt“ beim Gründungstreffen am Mittwoch, 12. Februar 2020, im Heidelberger Rathaus. (Foto: Rothe)

Diskriminierung, Hassgewalt und Extremismus dürfen nicht zu einer Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das weltoffene Klima Heidelbergs werden. Um Menschen vor Ausgrenzung noch besser zu schützen, will die Stadt Heidelberg Präventionsmaßnahmen weiter stärken. Am Mittwoch, 12. Februar 2020, hat sich im Heidelberger Rathaus der Arbeitskreis „Präventiv gegen Diskriminierung, Extremismus und Hassgewalt“ gegründet. Das Expertengremium hat rund 15 Mitglieder: Es arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Fachstellen und dem Verein Sicheres Heidelberg e. V. zusammen, um gemeinsam Projekte in den Feldern Antidiskriminierung, Extremismus- und Gewaltprävention und politische Bildungsarbeit weiterzuentwickeln und aktuellen Herausforderungen anzupassen.

Erichson: „Eine wehrhafte Demokratie muss auf Hass mit konkreten Maßnahmen antworten“

Bürgermeister Wolfgang Erichson hat die Teilnehmenden der Gründungsveranstaltung begrüßt: „Eine offene und wehrhafte Demokratie muss auf Hass, Extremismus und Populismus mit konkreten Maßnahmen antworten. Wir müssen signalisieren, dass wir unseren Worten Taten folgen lassen. Die Demokratieförderung und Präventionsarbeit zu stärken, ist deshalb gerade heute eine Zukunftsaufgabe, um die hohe Lebensqualität und das friedliche, respektvolle Miteinander in Heidelberg zu erhalten.“

Formen von Gewalt und Abwertung, die auf Vorurteilen basieren, unterscheiden sich von anderen Verbrechen. Sie zielen oft auf zentrale Aspekte der Persönlichkeit. Täter wählen Opfer gezielt aufgrund ethnischer Herkunft, Geschlecht, religiöser Zugehörigkeit, einer Behinderung, des Alters oder ihrer sexuellen Identität aus. Wenn etwa ein Mann mit Kippa, eine Frau mit Kopftuch oder eine Dragqueen angegriffen werden, soll nicht nur das unmittelbare Opfer eingeschüchtert werden, sondern die Gemeinschaft, der das Opfer angehört. Damit erhalten diese Formen von Gewalt und Ausgrenzung einen Signalcharakter.

Schwerpunkt: Prävention von Hass und Gewalt an Schulen und in der Jugendarbeit

Ein Schwerpunkt soll in der Prävention von Ausgrenzung, Hass und Gewalt an Schulen und in der Jugendarbeit liegen. Gleichzeitig will der Arbeitskreis die Wachsamkeit gegenüber Diskriminierung und Extremismus stärken, Handlungsempfehlungen erarbeiten sowie Fortbildungen im Themenfeld anbieten. Das Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg und der Verein Mosaik Deutschland koordinieren den Arbeitskreis. Das Netzwerk wird sich zweimal im Jahr treffen. Gefördert werden die Maßnahmen im Rahmen der „Heidelberger Partnerschaft für Demokratie“ aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
 

Stadt Heidelberg bietet Informationen und Hilfe

Wenn Menschen ohne sachlichen Grund wegen bestimmter Merkmale ungleich behandelt oder abgewertet werden, spricht man von Diskriminierung. Solche Merkmale können zum Beispiel die ethnische Herkunft, die Hautfarbe, die Sprache, das Geschlecht, die Religion oder Weltanschauung, eine Behinderung, das Alter oder die sexuelle Identität sein. Das Amt für Chancengleichheit ist Anlaufstelle für alle, die sich selbst diskriminiert fühlen sowie für Menschen, die gegen Diskriminierung vorgehen wollen. Menschen, die in Heidelberg Diskriminierungserfahrungen machen, erhalten unter www.heidelberg.de/antidiskriminierung weitere Informationen und Hilfe. Es gibt dort unter anderem ein Meldeformular für Menschen, die Diskriminierung erfahren haben.

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