Logo facebook Logo Twitter Logo YouTube Logo RSS Logo YouTube Logo Instagram

„Ein zentraler Baustein für das gesamte Mobilitätsnetz Heidelberg“

Grundsatzbeschluss zur Haltestellenverlegung Hauptbahnhof Nord

Haltestelle vor dem Hauptbahnhof (Foto: Rothe)
Haltestelle vor dem Hauptbahnhof (Foto: Rothe)

Die Umgestaltung der Haltestelle „Hauptbahnhof Nord“ ist auf den Weg gebracht. Der Heidelberger Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 18. Dezember 2014, beschlossen, die Bus- und Straßenbahnhaltestelle an das Gebäude des Hauptbahnhofs zu verlegen und einen zusätzlichen Ersatzbahnsteig für die OEG-Linie 5 einzurichten. Für die Planung der Haltestelle wird die sogenannte „Variante Z*red“ als Grundlage genommen: Sie sieht einen viergleisigen Ausbau für die Straßenbahnen und Busse und einen dreistreifigen Ausbau für den Kraftfahrzeugverkehr vor.

Im Zuge der Haltestellenverlegung soll auch die Trassierung in der Kurfürsten-Anlage West angepasst und die Haltestelle „Stadtwerke“ barrierefrei ausgebaut werden. Die Haltestellenverlegung Hauptbahnhof Nord ist Bestandteil des Gesamtprojekts „Mobilitätsnetz Heidelberg“.

„Die Haltestellenverlegung Hauptbahnhof Nord ist ein zentraler Baustein für das gesamte Mobilitätsnetz Heidelberg“, sagt Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Mit dieser Maßnahme können wir an einem der wichtigsten Knotenpunkte in Heidelberg die Leistungsfähigkeit des Bus- und Straßenbahnverkehrs deutlich steigern. Zugleich werden im Haltestellenbereich die Verkehrsströme entflochten, das bringt auch Verbesserungen für die Autofahrer und den Fuß- und Radverkehr.“

Die Planung zur Haltestellenverlegung am Hauptbahnhof Nord wurde gemäß den Leitlinien für mitgestaltende Bürgerbeteiligung durch ein zweistufiges Bürgerbeteiligungsverfahren begleitet. Die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger wurden nach Möglichkeit berücksichtigt und konnten zum großen Teil in die Planung übernommen werden. Insbesondere die Forderung nach Barrierefreiheit, der Entflechtung des Fuß- und Radverkehrs vor allem auf der Nordseite der Kurfürsten-Anlage vor der Kurfürstenpassage, die Bevorrechtigung des ÖPVN und die Konzentration des Autoverkehrs auf bestimmte Bereiche sind in die Planung eingeflossen.

„Der Hauptbahnhof Nord ist die zweitwichtigste Haltestelle im Heidelberger Stadtgebiet und als Anlaufpunkt für den regionalen und überregionalen Verkehr von herausragender Bedeutung“, sagt Erster Bürgermeister Bernd Stadel: „Mit dem Beschluss zur Haltestellenverlegung haben wir die Weichen für eine grundlegende Verbesserung des ÖPNV-Angebots gestellt – nicht nur am Hauptbahnhof Nord selbst, sondern in der gesamten Kurfürsten-Anlage.“

Verlegung der Haltestelle an das Bahnhofsgebäude

Die Straßenbahn- und Bushaltestelle am Heidelberger Hauptbahnhof soll im Rahmen des Projektes Mobilitätsnetz Heidelberg direkt an den Nordausgang verlegt werden. Derzeit liegt die Haltestelle in der Mitte zwischen den Fahrbahnen der Kurfürsten-Anlage. Vom Bahnhof kommende Fußgängerinnen und Fußgänger müssen bislang auf dem Weg zur Haltestelle zwei Fahrspuren einer Hauptverkehrsstraße überqueren – und umgekehrt. Mit der Verlegung der Haltestelle an den Nordausgang des Bahnhofsgebäudes sollen die Kundenfreundlichkeit, die Barrierefreiheit und die Verkehrssicherheit verbessert werden. Zugleich dient der Haltestellenumbau der Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und der Verbesserung der Verkehrsabläufe.

Die Busse und Bahnen können auf den künftig vier Gleisen schneller und flexibler abgewickelt werden. Sowohl die Wartezeiten, als auch die Umsteigewege werden kürzer. Zudem halten künftig alle Linien mit identischer Fahrtrichtung am selben Bahnsteig: So erhöht sich für die Fahrgäste der Komfort.

Im Kreuzungsbereich Karl-Metz-Straße werden die Straßenbahngleise durch einen zusätzlichen Gleisbogen zu einem Gleisdreieck ergänzt. Damit gehen auch Anpassungen in der Führung des Kraftfahrzeug-, Rad- und Fußgängerverkehrs einher. Die Kraftfahrzeugspuren werden nördlich der Haltestelle Hauptbahnhof Nord in der Kurfürsten-Anlage gebündelt.

Vier Bus- und Bahngleise, drei Fahrspuren

Auf Beschluss des Gemeinderates erfolgt die Planung der Haltestelle auf Grundlage der sogenannten „Variante Z*red“. Diese Variante sieht einen viergleisigen Ausbau der Straßenbahn- und Bushaltestelle sowie einen dreistreifigen Ausbau der Fahrbahn für den motorisierten Individualverkehr vor. Sie geht zurück auf die Prüfanträge der Bezirksbeiräte Bergheim und Weststadt, die im nord-östlichen Haltestellenbereich eine weitere Mittelinsel angeregt haben, um den Fußgängerinnen und Fußgängern das Überqueren der Kurfürsten-Anlage weiter zu erleichtern.

Die Reduzierung von vier auf drei Fahrspuren wird möglich, indem in der Kreuzung Mittermaierstraße die bisherige Zufahrt von Norden mit zwei Geradeaus- und einer Rechtsabbiegespur verändert wird zu zwei Geradeaus- und einer kombinierten Geradeaus-Rechtsabbiege-Spur. Dies hat positive Auswirkungen auf die Ampelphasen für den West-Ost-Verkehr: Durch die längeren Grünphasen können auf zwei Fahrspuren mehr Autos abgewickelt werden. Hierdurch kann auf eine dritte Aufstellspur im Kreuzungsbereich verzichtet werden. Die so gewonnene Fläche wird genutzt, um im östlichen Bereich des Abschnitts eine zusätzliche Mittelinsel für die Fußgängerinnen und Fußgänger zu schaffen. So können sie die Kurfürsten-Anlage künftig noch komfortabler und sicherer queren.

„Die Variante Z*red bietet entscheidende Vorteile: Die Fußgänger profitieren von einer weiteren Mittelinsel im nördlichen Fahrbahnbereich, die Autofahrer von einem besseren Verkehrsfluss in der Kreuzung Kurfürsten-Anlage / Mittermaierstraße. Nicht zuletzt wird die Leistungsfähigkeit der Haltestelle gegenüber der heutigen Situation deutlich erhöht, zudem wird die Barrierefreiheit erreicht und die Nutzerfreundlichkeit für die Fahrgäste verbessert“, sagt Oberbürgermeister Dr. Würzner.

Kurfürsten-Anlage West

Im Zuge der Haltestellenverlegung am Hauptbahnhof wird auch die Trassenführung in der Kurfürsten-Anlage West zwischen Römerkreis und Hauptbahnhof optimiert. Die Trassenführung im südlichen Gleisbereich wird leicht angepasst und die Haltestelle „Stadtwerke“ barrierefrei ausgebaut. Sie wird künftig auch für die stadteinwärts fahrenden Stadtbusse eingerichtet. Die Busse werden stadteinwärts bis einschließlich Haltestelle Stadtwerke auf dem Gleiskörper mitgeführt. Von dort werden sie, um die Leistungsfähigkeit der Straßenbahngleise im Römerkreis nicht zu beeinträchtigen, in eine Busspur ausgefädelt und mit dem Autoverkehr durch den Römerkreis geführt.

Da es sich bei der Grünanlage der Kurfürsten-Anlage und der Parkanlage an der Haltestelle Stadtwerke um denkmalgeschützte Flächen handelt, werden die Aspekte des Denkmalschutzes bei der weiteren Planung und Gestaltung der Haltestelle berücksichtigt.

Schutzmaßnahmen für die Platanen

Der Gemeinderatsbeschluss sieht zudem einen möglichst weitgehenden Schutz der Bäume im Bereich des Hauptbahnhofs vor: Zum Erhalt der beiden östlichen Platanen sollen alle geeigneten Schutzmaßnahmen eingeplant und ergriffen werden, wie zum Beispiel ein Wurzelschutzvorhang oder die Verwendung spezieller Überdeckungsmaterialien. Sollte ein Erhalt nicht möglich sein, müssen im Bereich des Hauptbahnhofs entsprechende Ersatzpflanzungen vorgenommen werden.

ÖPNV-Bevorrechtigung

Ferner hat der Gemeinderat eine Signalbeeinflussung an den beiden Knotenpunkten Kurfürsten-Anlage / Mittermaierstraße – Lessingstraße sowie Kurfürsten-Anlage / Karl-Metz-Straße beschlossen, um eine gute Bevorrechtigung des ÖPVN sicherzustellen. Für die Busse und Bahnen müssen zwischen Hauptbahnhof und Römerkreis mindestens die Reisezeitgewinner erzielt werden, die in der Simulationsstudie der Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft zum Hauptbahnhof Nord genannt werden – das heißt im Mittel 60 Sekunden je Fahrtrichtung. Um dies zu gewährleisten, sollen entsprechend des Gutachtervorschlags zwei Bedienfenster je Signalumlauf angeboten werden.

Radverkehr

Der Radverkehr wird künftig mittels Radfahrstreifen auf der Fahrbahn nördlich der Haltestelle geführt, um eine Entflechtung des Fuß- und Radverkehrs zu erreichen. Der Hauptbahnhof soll künftig für den Radverkehr vorrangig als Start- und Zielpunkt genutzt werden, der passierende Radverkehr im Gebäudebereich soll eine untergeordnete Rolle spielen. Für die wegfallenden Fahrradstellplätze am Willy-Brandt-Platz soll auf Beschluss des Gemeinderates auf der Ostseite des Hauptbahnhofs Ersatz geschaffen werden. Darüber hinaus soll auf dem südlichen Willy-Brandt-Platz eine zusätzliche, überdachte Radabstellanlage geschaffen werden. Hierfür wird aktuell ein Konzept erarbeitet: Es soll dem Gemeinderat, zusammen mit dem Entwurf eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes zum Umfeld Hauptbahnhof, separat vorgestellt werden.

Neubau der Touristeninformation

Im Zuge des Haltestellenumbaus wird auch eine Verlegung der Touristeninformation auf dem Willy-Brandt-Platz notwendig. Für den Neubau soll geprüft werden, ob zusätzlich ein RNV-Kundenzentrum an die Touristeninformation angegliedert werden kann. Mindestens wird aber eine Verkaufsstelle für ÖPNV-Fahrkarten vorgesehen werden.

Kosten

Die Gesamtkosten für die Haltestellenverlegung betragen voraussichtlich rund 19,1 Millionen Euro. Sie werden zwischen der Heidelberger Straßen- und Bergbahn GmbH (HSB), den Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (MVV) und der Stadt Heidelberg aufgeteilt. Die Kostenschätzung entspricht dem im März 2013 beschlossenen Rahmenvertrag zum Mobilitätsnetz.

Für die zusätzliche überdachte Fahrradabstellanlage auf dem südlichen Willy-Brandt-Platz betragen die Baukosten voraussichtlich rund 700.000 Euro. Diese wären von der Stadt alleine zu finanzieren, sind jedoch dem Grunde nach förderfähig, so dass die Stadt für den Stellanlagenbau als separate Maßnahme ebenfalls Fördermittel erwartet.

Wie geht es weiter

Mit dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates zur verkehrlichen Organisation der Haltestelle Hauptbahnhof Nord und zur Verkehrsführung zwischen Hauptbahnhof und Römerkreis sind die Weichen für die weitere Haltestellenplanung gestellt. Als nächstes werden das Planfeststellungsverfahren und der Fördermittelantrag in die Wege geleitet. Auch ein Gesamtkonzept für die Gestaltung des Bahnhofumfeldes wird im Zuge der weiteren Planung erstellt. Die Abgabe des Finanzierungsantrages ist für Anfang 2015 geplant. Der Baubeginn ist für 2016 vorgesehen.

Weitere Infos

weitere Meldungen aus dem Gemeinderat

(Erstellt am 19. Dezember 2014)