Asiatische Tigermücke in Heidelberg

Weibchen der Asiatischen Tigermücke.

Merkmale von Tigermücken

Größe einer Tigermücke im Vergleich zu einem 2-Cent Stück
Merkmale im Überblick
  • Circa sechs Milimeter groß (A)
  • Schwarz-weiß gefärbt
  • Fünf weiße Streifen an den Hinterbeinen (B)
  • Das Ende der Hinterbeine ist weiß (C)
  • Weißer Längsstreifen am Rücken des Vorderkörpers (D)

Die Asiatische Tigermücke breitet sich zunehmend weiter in Deutschland aus. Grund dafür sind steigende Temperaturen und der Klimawandel.Das Besondere: Die Tigermücke sticht bevorzugt tagsüber!Werden keine Maßnahmen unternommen, kann die Asiatische Tigermücke zur Plage werden und die Lebensqualität erheblich mindern. Zudem gilt sie als Überträger gefährlicher tropischer Krankheitserreger wie dem Dengue- oder Chikungunyavirus. In Deutschland wurde eine lokale Übertragung bislang noch nicht nachgewiesen, während sie in Nachbarländern wie Frankreich und Italien bereits festgestellt wurde.Als Kulturfolger kommt die Asiatische Tigermücke in Deutschland ausschließlich in der Nähe des Menschen vor und nutzt dabei verschiedene Wasseransammlungen wie z.B. Regentonnen, Untersetzer oder Eimer als Brutstätten. Gut zu wissen: Natürliche Gewässer wie z.B. Tümpel, Teiche, Bäche oder Überschwemmungsflächen sind KEINE Brutstätten der Asiatischen Tigermücke!
Die Stadt Heidelberg ruft dazu auf, alle möglichen Brutstätten der Asiatischen Tigermücke zu entfernen oder unschädlich zu machen (z.B. durch lückenloses Abdecken einer Regentonne). Nicht entfernbare Brutstätten oder solche die abgedeckt werden, können mit dem biologischen Mittel Bti behandelt werden, welches ausschließlich Mückenlarven abtötetet und für Pflanzen, Tiere und Menschen unschädlich ist. Zusätzlich können Nützlinge wie Hüpferlinge (kleine Krebse) eingesetzt werden, die die Larven der Tigermücke fressen. Für AnwohnerInnen der Stadt Heidelberg ist das Mittel Bti bei der Fachfirma ICYBAC sowie beim Ordnungsamt kostenlos erhältlich.

Was ist die Tigermücke und warum wird sie bekämpft?

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine invasive Stechmückenart, die sich in Deutschland zunehmend ausbreitet. Im Gegensatz zu vielen heimischen Mücken ist die Tigermücke tagaktiv und sticht am häufigsten am frühen Morgen und am Nachmittag. Sie kann unter Umständen tropische Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen. Dieses Risiko ist zwar in Deutschland sehr gering und bei einem Stich besteht kein Grund zur Sorge, doch die Gefahr kann mit der Klimaveränderung zunehmen. Aus diesen Gründen sollte die Population der Tigermücke so weit wie möglich eingedämmt werden.

Welche Stadtteile sind betroffen?

Am stärksten betroffen sind im Raum Heidelberg momentan die Stadtteile Kirchheim, Pfaffengrund, Rohrbach und Südstadt. Weiterhin betroffen sind Bahnstadt, Neuenheim, Weststadt und Wieblingen. Zusätzlich wurde im Jahr 2025 die Asiatische Tigermücke erstmalig in Handschuhsheim nachgewiesen.

Wo lebt die Tigermücke?

Die Tigermücke ist ein Kulturfolger und lebt in Siedlungen, wo sie hauptsächlich künstliche Gefäße nutzt, um sich zu vermehren. Das sind Regentonnen, Eimer, Gießkannen, Blumentöpfe, Untersetzer, Schirmständer, Gullys, verstopfte Regenrinnen oder Autoreifen. Besonders beliebt sind dunkle Brutstätten oder Brutstätten mit kleinen Öffnungen. Schlecht abgedeckte Regentonnen werden dadurch sogar noch attraktiver, weshalb auf lückenlose Abdeckung geachtet werden muss. Belebte Gartenteiche, Swimming-Pools und Fließgewässer sind üblicherweise keine Brutstätten. In Vogel- und Igeltränken können Tigermücken sich nicht entwickeln, wenn das Wasser etwa alle fünf Tage ausgewechselt wird. Die ersten Larven kann man bereits im April finden, besonders zahlreich sind sie bei mangelnder Bekämpfung im Hochsommer. Die Eier der Tigermücke überstehen Trockenheit und kalte Winter.Die Tigermücke durchläuft einen kurzen Lebenszyklus von wenigen Wochen. Von Frühling bis Herbst vergehen für die Mücken mehrere Generationen und jede Generation zählt mehr Stechmücken als die vorherige. Das bedeutet: Je früher die Tigermücke bekämpft wird, desto besser.

Wie wird die Tigermücke bekämpft?

Die Asiatische Tigermücke lässt sich am effektivsten im Larvenstadium durch Vermeidung von Brutstätten oder dem Einsatz von Bti bekämpfen. Im öffentlichen Raum werden Brutstätten regelmäßig durch die Stadt Heidelberg und der beauftragen Fachfirma ICYBAC GmbH bekämpft, während im privaten Raum auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger gesetzt wird. Weitere Unterstützung erfolgt durch Informationsveranstaltung, Vorträge, Abgabe von Bti und offenen Sprechzeiten bei Fragen oder Problemen.
Bürgerinnen und Bürger empfiehlt die Stadt Heidelberg folgende Vorgehensweise:
1. Entfernen aller unnötigen Wasseransammlungen im Garten. Alle nicht benötigten Gegenstände in denen sich Regen- oder Gießwasser sammeln könnten sollten entfernt oder so gelagert werden, dass sich kein Wasser ansammeln kann. (z.B. Unter Dach).

2. Sanierung von nicht entfernbaren Brutstätten: Regentonnen sollten lückenlos (z.B. durch ein Regentonnennetz) abgedeckt werden, offene Zaunpfähle verschlossen werden.

3. Bekämpfung mit Bti. Alle weiteren Brutstätten können regelmäßig mit Bti-Tabletten behandelt werden, um Mückenlarven abzutöten (z.B. Gullys).

Zusätzlich können in Massenbrutstätten wie z.B. Regentonnen Nützlingen wie Hüpferlinge, welche Larven der Asiatischen Tigermücke fressen, eingesetzt werden.

Wie funktioniert die Bekämpfung mit BTI und Hüpferlingen?

Bti ist die Abkürzung für Bacillus thuringiensis israelensis, ein natürlich im Boden vorkommendes Bakterium. Das Bti-Pulver, das bei der Bekämpfung der Tigermücke eingesetzt wird, enthält jedoch keine Bakterien, sondern lediglich die Vorstufe für einen Wirkstoff, die von Natur aus von diesen Bakterien produziert wird. Erst im Verdauungstrakt weniger Familien der Mücken, insbesondere Stech- und Kriebelmücken, wird der eigentliche Wirkstoff gebildet. Das bedeutet: Bti ist für Mückenlarven tödlich, aber für Menschen, Pflanzen und anderen Insekten harmlos.
Hüpferlinge, auch Copepoden genannt, sind Kleinkrebse und natürliche Fressfeinde der Larven der Tigermücke. Weil die Krebse nur etwa 1,4 mm groß sind, töten sie nur kleine, frisch aus ihren Eiern geschlüpfte Larven. Sie fressen neben den Tigermückenlarven auch Pflanzenreste und anderes organisches Material. Zur Bekämpfung werden in eine Regentonne ca. 250 Hüpferlinge eingesetzt. Das Wasser in den Regentonnen kann weiterhin zum Gießen von Pflanzen genutzt werden. Die Tonne sollte aber nie vollständig austrocknen, da sie sonst neu mit Hüpferlingen bestückt werden müsste.

Wo erhalte ich BTI und Hüpferlinge?

Das Bekämpfungsmittel in Form von Bti-Tabletten erhalten Sie kostenlos zu den offenen Sprechstunden der Fachfirma ICYBAC GmbH. Diese finden von April bis September immer mittwochs von 9 bis 13 Uhr und freitags von 14 bis 18 Uhr in der Hebelstraße 9, 69115 Heidelberg statt.
Anfragen zu Hüpferlingen oder zur Terminvereinbarung außerhalb dieser Zeiten können an report@icybac.de gerichtet werden.
Zudem werden Bti-Tabletten auch durch das Ordnungsamt in der Bergheimer Straße 69, 69115 Heidelberg kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Abholung ist zu den regulären Öffnungszeiten (montags und freitags von 8 bis 12 Uhr, dienstags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr) oder nach Terminvereinbarung über tigermuecke@heidelberg.de bzw. 06221 58 17703 im 3. OG in der Abteilung Sicherheit & Ordnung, Zimmer 3.01 – 3.03 und Zimmer 3.11 möglich.
Bitte beachten: Pro Haushalt kann nur eine Packung Bti-Tabletten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Bei einem darüberhinausgehenden Bedarf können Bti-Tabletten bei der ICYBAC GmbH, Hebelstraße 9, oder beispielsweise über Gartenfachmärkte oder im Internet auch käuflich erworben werden.
Hüpferlinge für Regenfässer sind zum Preis von 4,17 Euro ausschließlich bei der ICYBAC GmbH in der Hebelstraße 9 verfügbar. Die Ausgabe ist mittwochs von 9 bis 13 Uhr sowie freitags von 14 bis 18 Uhr.

Wo erhalte ich weitere Informationen und Unterstützung?

Bei Fragen oder Problemen zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke können Sie sich direkt an die Fachfirma ICYBAC GmbH richten. Diese erreichen sie persönlich während der offenen Sprechstunden oder per E-Mail unter report@icybac.de
Die Stadt Heidelberg ist per Telefon unter der 06221 58 17703 und per E-Mail  tigermuecke@heidelberg.de erreichbar.
Zusätzlich werden Informationsstände an Wochenmärkte, Mitmachstände auf dem Brunnenfest und Familientag, sowie mehrere Onlineveranstaltungen angeboten. Eine genaue Auflistung aller Veranstaltungen, Termine und Öffnungszeiten finden Sie hier: https://infoveranstaltung.icybac.de/2026

Wie kann ich mich vor Stichen der Asiatischen Tigermücke schützen?

Effektive Schutzmaßnahmen sind:
- Kleidung: Lange, möglichst luftige Kleidung tragen, die Arme und Beine bedeckt.

- Zuhause: Moskitonetze an Fenstern und Balkontüren anbringen.

- Im Freien: Insektenschutzmittel (Repellentien) mit den bewährten Wirkstoffen DEET (Diethyltoluamid) oder Icaridin verwenden. Diese sind als Sprays oder Lotions erhältlich.

Schutz vor Tigermückenstiche nach Tropenreisen

Bitte informieren Sie sich vor Antritt Ihrer Reise, ob das Reiseziel ein Risikogebiet für tropische Viren wie Dengue, Chikungunya oder Zika ist. Lassen Sie sich im Zweifel reisemedizinisch beraten.
Ausführliche Informationen zum Schutz vor Insekten finden Sie auch beim  Auswärtigen Amt. Viele durch Mücken übertragene Krankheiten wie das Dengue-Fieber verlaufen häufig symptomlos oder verursachen nur leichte Beschwerden. Deshalb ist der Schutz vor Tigermücken nach der Rückkehr aus den Tropen besonders wichtig, um eine Weiterübertragung zu verhindern.
Daher sollten Reiserückkehrende aus den Tropen ihren Mückenschutz etwa drei Wochen über die Heimkehr hinaus fortsetzen.
Dies gilt unabhängig davon, ob sie sich krank fühlen oder nicht. Effektive Schutzmaßnahmen sind:
- Kleidung: Lange, möglichst luftige Kleidung tragen, die Arme und Beine bedeckt.
- Zuhause: Moskitonetze an Fenstern und Balkontüren anbringen.
- Im Freien: Insektenschutzmittel (Repellentien) mit den bewährten Wirkstoffen DEET (Diethyltoluamid) oder Icaridin verwenden. Diese sind als Sprays oder Lotions erhältlich.
So lässt sich verhindern, dass Tropenkrankheiten über die Asiatische Tigermücke in Deutschland übertragen werden.

Bürgerkontakt: Offene Sprechstunden, Veranstaltungen und Termine

Öffnungszeiten der offenen Sprechstunden der Fachfirma Icybac GmbH:

Von April bis September – Mittwoch: 9 bis 13 Uhr; Freitag: 14-18 Uhr oder nach Terminvereinbarung über  report@icybac.de
Adresse: Hebelstraße 9, 69115 Heidelberg

Ansprechpartner Stadt Heidelberg

Montags und freitags 8 bis 12 Uhr, Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr oder nach Terminvereinbarung über tigermuecke@heidelberg.de bzw. 06221 58 17703
Adresse: Bergheimerstraße 69, 69115 Heidelberg, 3.OG in der Abteilung Sicherheit & Ordnung, Zimmer 3.01 – 3.03 und Zimmer 3.11 möglich.

Informationsstände an Wochenmärkte:

Rohrbach: Samstag, der 11.07.2026 von 7-13 Uhr

Weststadt: Donnerstag, der 16.07.2026 von 7-13 Uhr

Mitmachstände 2026

Die Icybac GmbH nimmt mit einem Mitmachstand zur Asiatischen Tigermücke an folgenden Veranstaltungen teil:

Familientag, 19.09.2026, ab 10 Uhr am Wilhelmsplatz in der Weststadt

Weitere Informationen unter https://www.ihkkg-kulturmarkt.de/veranstaltungskalender/


Angeboten wird ein Mitmachstand mit lebenden Larven, Mikroskopen, ausgestellten typischen Brutstätten, sowie ein Kinderspieltisch zum Basteln, Malen, Mikroskopieren und Fangen von lebenden Stechmückenlarven.

Onlineveranstaltung & Sprechstunde

Von Juni bis Oktober findet am 1. Montag jeden Monats um 19 Uhr ein Onlinevortrag zur Asiatischen Tigermücke statt.

Für 2026 gelten folgende Termine:

06.07.2026 | 03.08.2026 | 07.09.2026 | 05.10.2026   jeweils um 19 Uhr

Teilnahme via Zoom unter folgenden Link oder QR-Code möglich: https://infoveranstaltung.icybac.de/2026 | Meeting ID: 850 5564 7128

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