"Europan 12": Ära der Transformation
Preise des internationalen Wettbewerbs für junge Architekten in Heidelberg übergeben
Ende Januar kam es in Heidelberg zu einem bemerkenswerten Stelldichein junger Architekten und Stadtplaner aus ganz Europa. Die Gewinner des europaweit größten Ideenwettbewerbs für Architektur und Städtebau „Europan 12“ waren angereist, um hier ihre Preise entgegenzunehmen. Karin Sandeck, Präsidentin Europan Deutschland, und Jury-Mitglied Kristiaan Borret würdigten die Arbeiten der Preisträger, Vertreter der beteiligten Städte überreichten die Preise an die jungen Planerinnen und Planer. Die Arbeiten sind bis zum 16. Februar 2014 in der Alten Feuerwache ausgestellt.
Europan 12: „Adaptable City – Stadt im Wandel“
Der Wettbewerb Europan 12 war im März 2013 unter dem Leitthema „Adaptable City – Stadt im Wandel“ in 51 Städten in 16 europäischen Ländern ausgelobt worden. Europaweit beteiligten sich 1.757 Entwurfs- und Planungsteams aus Architekten und Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Ingenieuren sowie Künstlern und Designern am Wettbewerb. Für die zehn deutschen Standorte Bitterfeld-Wolfen, Donauwörth, Heidelberg, Kaiserlautern, Kaufbeuren, Mannheim, München, Nürnberg und Wittenberge, die „Regionale 2016“ mit Ahaus, Dorsten und Nordkirchen sowie das deutsch-schweizerische Konstanz/Kreuzlingen gingen 310 Projekte ein.
Ideen für Campbell Barracks
Heidelberg hat mit der Konversionsfläche „Campbell Barracks“ an Europan 12 teilgenommen. „Adaptable City – Stadt im Wandel“, das Motto von Europan 12, passt zur aktuellen Situation der Stadt. Nach der Entwicklung des aufgelassenen Güterbahnhofs zur Bahnstadt stehen mit der Konversion der ehemaligen Militärflächen neue große Herausforderungen an. „Die Ära der Expansion der europäischen Stadt ist vorüber, dies ist die Ära der Transformation“, unterstrich Jury-Mitglied Kristiaan Borret.
Erster Bürgermeister Bernd Stadel: „Von den Teilnehmern, die sich mit der Aufgabenstellung ‚Campbell Barracks’ befasst haben, wurden Vorschläge erwartet, wie das über Jahrzehnte hermetisch abgeriegelte Kasernenareal zur Südstadt geöffnet werden und sich zu einem vielfältig gemischten und lebendigen Quartier entwickeln kann. Der preisgekrönte Entwurf, aber auch Ankauf, Anerkennung und alle anderen Entwürfe bieten eine Vielzahl bemerkenswerter Anregungen für die Entwicklung der Konversionsfläche. Der Transformationsprozess wird vernetzt mit der stadtgesellschaftlichen Entwicklung der Internationalen Bauausstellung ‚Wissen schafft Stadt’ erfolgen.“
„Startband“
Preisgekrönt wurde die Arbeit eines jungen deutschen Teams mit dem Titel „Startband“ (www.ag-urban.de). Die Verfasser schlagen eine dreistufige Transformation vor. Nach der ersten Phase, die der Erkundung und Eroberung des neu gewonnenen Stadtareals gewidmet ist, wird in der zweiten Stufe eine aus der Sicht der Jury kraftvolle, nord-süd-orientierte Achse, das „Startband“, im Westen des Areals implementiert. Es entstehen in der Tiefe des Kasernengeländes ganz neue Potenziale. Auch wird das Rad- und Fußwegsystem vom Süden Heidelbergs bis an die Promenade der Bahnstadt angemessen weitergeführt. Die zweite Phase gilt dann der Umsetzung der einzelnen Wohnhöfe und Quartiere, die dritte Phase der „Reparatur“ in den Randbereichen. „Insgesamt stellt der städtebauliche Ansatz mit einer dritten Nord-Süd-Achse als Freiraummarge einen innovativen Beitrag dar“, so das Preisgericht.
Ausstellung in der alten Feuerwache bis zum 16. Februar
Die Wettbewerbsbeiträge sind noch bis zum 16. Februar in der ehemaligen Fahrzeughalle der alten Feuerwache zu sehen. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 16 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen sind unter www.europan.de zu finden.

